
Der Preiskampf um Deutschlands Altersvorsorge ist in vollem Gange. SMARTBROKER+ greift mit 0-Euro-Gebühren und erstatteten ETF-Kosten an. Kann die Konkurrenz bei diesem Angebot überhaupt mithalten?
Der Kampf um Deutschlands Altersvorsorge hat begonnen, und SMARTBROKER+ legt die Messlatte überraschend hoch. Während sich Banken und Neobroker für den Start des staatlich geförderten Altersvorsorgedepots am 1. Januar 2027 positionieren, veröffentlicht SMARTBROKER+ jetzt seine Konditionen. Und die dürften der Konkurrenz einige Kopfschmerzen bereiten.
0 Euro Depotgebühr, 0 Euro Sparplankosten und 0 Euro Orderprovisionen für Käufe und Verkäufe im Standarddepot*. Der eigentliche Angriff auf die Wettbewerber steckt aber im Kleingedruckten: Beim Standarddepot erstattet SMARTBROKER+ in den ersten drei Jahren zusätzlich die laufenden Produktkosten der eingesetzten ETFs. Diese Kosten behält der Fondsanbieter weiterhin ein, SMARTBROKER+ zahlt sie nach Maßgabe der Teilnahmebedingungen zurück.*
Das ist insbesondere im Vergleich mit Scalable Capital interessant. Auch der Münchner Neobroker verlangt für sein Standarddepot keine Depot- und Sparplangebühren. Die laufenden Kosten ausgewählter ETFs werden nach aktuellem Angebot jedoch zunächst nur bis Ende 2027 übernommen. Hinzu kommt eine Änderung, die seit dem 1. September 2026 gilt: Kostenfreie Orders gibt es bei Scalable nur noch über die hauseigene European Investor Exchange. Über gettex und Xetra fallen dort inzwischen 1,99 Euro je Order an, im kostenlosen FREE-Modell ebenso wie im kostenpflichtigen PRIME+.**
SMARTBROKER+ geht bei der Gesamtkostenquote (TER) noch einen entscheidenden Schritt weiter. Die Erstattung ist im Standarddepot für drei Jahre garantiert*. Danach läuft sie weiter, wenn im dritten Jahr mindestens 15 Trades über das normale SMARTBROKER+ Hauptdepot ausgeführt wurden; anschließend entscheidet jedes Jahr über das folgende. Gerade über Jahrzehnte können selbst scheinbar geringe laufende ETF-Kosten beim Zinseszinseffekt einen Unterschied machen.
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Gesamtpaket überzeugt
Auch gegenüber klassischen Direktbanken positioniert sich SMARTBROKER+ aggressiv. ING und Consorsbank wollen das neue Altersvorsorgedepot ebenfalls anbieten. Die Consorsbank hat Standard- und flexible Variante angekündigt, konkrete vergleichbare Preiskonditionen jedoch bislang nicht veröffentlicht. Ähnlich sieht es bei mehreren anderen Anbietern aus. Trade Republic und finanzen.net ZERO haben den Einstieg in das Altersvorsorgedepot zwar angekündigt, ein mit SMARTBROKER+ vergleichbares vollständiges Konditionsmodell für Standard- und freies Depot ist bislang nicht veröffentlicht worden. (Stand: 8. September 2026) **
Zudem setzt SMARTBROKER+ nicht nur auf den Preis. Im Standarddepot können Anleger zwischen drei Portfolios wählen und damit auf bekannte Weltindizes wie MSCI World, MSCI ACWI oder FTSE All-World setzen. Wer selbst entscheiden möchte, bekommt im freien Altersvorsorgedepot Zugang zu weit über 2.000 ETFs und Fonds.
Mit dieser Palette könnte SMARTBROKER+ ausgerechnet bei einem Produkt zum Preisbrecher werden, das für Millionen Deutsche zur ersten Begegnung mit der Börse werden dürfte. Die staatliche Förderung von bis zu 540 Euro jährlich ist bei allen Anbietern gleich. Entscheidend ist deshalb, wie viel davon langfristig nach Kosten tatsächlich für den Anleger arbeitet.
Hier setzt SMARTBROKER+ ein Ausrufezeichen. Der Staat fördert die Altersvorsorge und SMARTBROKER+ lässt möglichst wenig davon durch Gebühren wieder verschwinden.
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Enthaltene Werte: DE000A2GS609



