DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Anleiherenditen steigen nach Trumps Versprechen von 5.000-Dollar-Schecks
Die Reaktion des Marktes auf den Vorschlag von Präsident Donald Trump, den Amerikanern 5.000 US-Dollar zu geben? Abwarten. Die Anleiherenditen, die bereits auf dem höchsten Stand seit Jahren notieren, legten am frühen Donnerstag weiter zu, nachdem der Präsident eine Dividendenzahlung in Aussicht gestellt hatte, sollten die Republikaner bei den Zwischenwahlen die Kontrolle über den Kongress behalten. Die Bewegungen waren nicht dramatisch und spiegeln wahrscheinlich den anhaltenden Anstieg der Ölpreise wider, der die Kontrolle der Inflation erschwert.
Britische Inflation dürfte BOE-Prognosen übertreffen
Die Deutsche Bank erwartet, dass die Inflation im August über die Erwartungen der Bank of England steigen wird. Die Bank sieht die Gesamtinflation der Verbraucherpreise bei 3,04 Prozent, während die BOE 2,83 Prozent erwartet. Weiterhin erwartet die DB, dass das 2-Prozent-Ziel der BOE hauptsächlich aufgrund höher als erwarteter Benzinpreise schwer erreichbar bleiben wird. Extremwetter könnte die Verbraucherpreise in den nächsten 18 Monaten zudem um rund 0,2 Prozentpunkte erhöhen. Die Bank geht davon aus, dass die Verbraucherpreise im November und erneut im Februar einen Höchststand von rund 3,6 Prozent erreichen werden. Sie hat ihre Prognose für die Verbraucherpreise für 2027 von 2,7 Prozent auf 3,0 Prozent angehoben.
BNP Paribas: Fed hebt Leitzins bis Januar drei Mal an
Die Finanzmärkte unterschätzen nach Aussage von BNP-Paribas-Volkswirt Paul Hollingsworth das Ausmaß der bevorstehenden geldpolitischen Straffung durch die US-Notenbank und die Bank of Japan (BoJ) und überschätzen die entsprechenden Aktionen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England (BoE). In einer Videokonferenz sagte Hollingsworth, die Fed werde ihren Leitzins in der nächsten Woche anheben und anschließend im Dezember und im Januar. Für die BoJ rechnet er mit Zinsschritten im September, Dezember und März (auf 1,75 Prozent) worauf eine Pause folgen dürfte. "Wir denken aber, dass die BoJ noch mehr tun muss und erwarten, dass sie den Straffungszyklus erst 2028 bei 2,50 Prozent beenden wird", sagte er.
Türkische Zentralbank hält Zinsen angesichts anhaltender Inflationsrisiken unverändert
Die türkische Zentralbank hat ihren Leitzins unverändert gelassen, da die hohen, durch den Krieg im Iran bedingten Energiepreise weiterhin Aufwärtsrisiken für die Inflation darstellen. Die Bank beließ ihren Referenzzinssatz für einwöchige Repogeschäfte bei 37,0 Prozent, wie sie am Donnerstag mitteilte. Zuletzt hatte die Bank ihren Leitzins im Januar gesenkt. Die Inflationsrate ist im August zwar gesunken. Das Tempo des Rückgangs verlangsamte sich jedoch, da der Krieg im Iran den Aufwärtsdruck auf die Preise aufrechterhielt.
Brent hält sich wegen Eskalation zwischen USA und Iran über 100 USD
Die Ölpreise geben im frühen Handel nach, nachdem die Rohölsorte Brent die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschritten hat. Die eskalierenden Angriffe zwischen den USA und dem Iran drohen, die Unterbrechungen der Energieflüsse im Nahen Osten drastisch zu verlängern. Die globale Referenzsorte Brent fällt um 0,8 Prozent auf 100,42 US-Dollar pro Barrel, während die WTI-Futures um 0,6 Prozent auf 95,50 US-Dollar pro Barrel nachgeben. Beide Referenzsorten hatten in der vorangegangenen Handelssitzung mehr als 3 Prozent höher geschlossen. Das Kaufverhalten Chinas wird nach Einschätzung von Marktbeobachtern ein entscheidender Faktor sein, um festzustellen, ob diese Öl-Rallye anhalten kann. "China habe während eines Großteils des Krieges durch geringere Rohölimporte dazu beigetragen, den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen", meinen die Analysten von ING.
HSBC hebt Ölpreisprognose an - Längere Erholung im Nahen Osten erwartet
HSBC hat ihre Ölpreisprognosen für dieses und das nächste Jahr angehoben, da die Bank davon ausgeht, dass der Markt bis etwa Mitte 2027 ein Defizit aufweisen wird. "Die Revision unserer Rohölpreisprognosen spiegelt eine dauerhafte Störung der Straße von Hormus und einen längeren Weg zurück zum Marktgleichgewicht wider, mit einer 'neuen Normalität', die nicht zur Vorkonfliktsituation zurückkehrt", so die Analysten der Bank. HSBC prognostiziert nun für das vierte Quartal einen Brent-Preis von 95 US-Dollar pro Barrel und für das Gesamtjahr 2026 einen Preis von 90 US-Dollar pro Barrel. Im Jahr 2027 wird Brent bei 85 US-Dollar pro Barrel gesehen.
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September 10, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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