DJ MÄRKTE USA/Börsen trotzen negativem Umfeld mit nur moderaten Abgaben
DOW JONES--Auf die jüngste Ölpreisexplosion mit deutlich steigenden Anleiherenditen reagiert die Wall Street am Donnerstag erneut mit eher moderaten Abgaben. Dies sorgt im Handel durchaus für etwas Verwunderung. Die Inflation steht mit der Ölpreisrally seit Tagen im Fokus, weil Unsicherheit über die Geldpolitik der US-Notenbank besteht. Denn die Inflationsentwicklung liefert Argumente für Zinserhöhungen, die aber politisch von US-Präsident Donald Trump nicht gewünscht werden. Gegen Mittag US-Ostküstenzeit sinkt der Dow-Jones-Index um 0,6 Prozent auf 52.071 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite büßen jeweils 0,5 Prozent ein.
Die US-Erzeugerpreise für August liefern nicht die erhofften Erkenntnisse, denn sie werden von der Ölpreisrally überlagert. Die Inflation auf Erzeugerebene ist auf Monatssicht wie erwartet gestiegen, in der Kernrate sogar einen Tick geringer. Allerdings wurde der Wert für Juli hochrevidiert und auf Jahressicht bewegen sich Inflationsdaten klar über der Zielmarke der US-Notenbank. Wichtiger in diesem Zusammenhang sind allerdings die Verbraucherpreise am Freitag. Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten spielen keine Rolle, zumal sie sich im prognostizierten Rahmen bewegen.
Am Anleihemarkt steigen die Renditen mit dem rasanten Anstieg der Ölpreise weiter. Die jüngsten Ankündigungen über Rückkäufe durch das US-Finanzministerium werden von Marktteilnehmern als enttäuschend eingestuft. Die Markterwartung über das Volumen sei bei einigen Akteuren höher ausgefallen, heißt es. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zieht um 9 Basispunkte auf 4,92 Prozent an - das höchste Niveau seit Oktober 2023 - getrieben von ölpreisbedingten Inflationssorgen. "Nichts in den heutigen Wirtschaftsdaten hat den am Markt für US-Staatsanleihen zu beobachtenden Verkaufsdruck zerstreuen können", urteilt Analyst Ian Lyngen von BMO Capital Markets. Für zusätzliche Aufwärtsdruck bei den Renditen sorgte Trumps Versprechen, jedem erwachsenen Amerikaner 5.000 Dollar zu zahlen, falls die Republikaner im November die Kontrolle über den Kongress behielten. Händler warnten vor einer dramatischen Steigerung der Staatsverschuldung.
Die Ölpreisrally nimmt weiter Fahrt auf, der Preis der Rohölsorte Brent klettert um 5,7 Prozent auf 106,97 Dollar pro Fass. Die wechselseitigen militärischen Attacken zwischen den USA und dem Iran schüren Sorgen über Lieferunterbrechungen. Zudem rücken die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen vor und bedrohen damit weitere Wasserwege, die für den Öltransport von Bedeutung sind. US-Präsident Trump hat nach Angaben von US-Vertretern von seinen engsten Beratern den Hinweis erhalten, dass sich der Iran-Krieg möglicherweise bis zum Ende seiner Amtszeit oder darüber hinaus hinziehen könnte.
Der Dollar-Index steigt mit den anziehenden Marktzinsen um 0,1 Prozent, der Euro neigt trotz Leitzinserhöhung durch die EZB zur Schwäche. Gold gerät mit dem deutlichen Anstieg der Marktzinsen unter Druck - auch die Dollarstärke belastet das Edelmetall.
Unter den Einzelaktien steigen Apple um 2 Prozent. Der Technologieriese hat am Vorabend ein faltbares Mobiltelefon vorgestellt. Die Meinungen gehen auseinander: Während einige Marktbeobachter die Innovation begrüßen, kritisieren andere den hohen Preis. Macy's fallen um 3,8 Prozent, obwohl der Einzelhändler mit seinen Quartalszahlen die Markterwartungen geschlagen und die Prognose angehoben hat. Allerdings überzeugt der Umsatzausblick nicht in Gänze.
American Eagle Outfitters brechen um 15 Prozent ein, der Modekonzern meldete gesunkene Margen aufgrund verstärkter Werbeaktionen im Kerngeschäft. Nach einer gesenkten Prognose stürzen Cooper Cos um 13,9 Prozent ab. Das Unternehmen hat die Lagerbestände im Kontaktlinsengeschäft reduziert. Skillsoft sausen um 31,6 Prozent gen Süden - nach einem ebenfalls gesenkten Ausblick. Navan übernimmt die Veranstaltungsplattform BoomPop, der Kurs rutscht um 20,6 Prozent ab. Positive Geschäftszahlen treiben AeroVironment um 9,6 Prozent nach oben.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 52.070,73 -0,6 -309,93 52.380,66 S&P-500 7.595,09 -0,5 -41,27 7.636,36 NASDAQ Comp 26.109,55 -0,5 -143,79 26.253,34 NASDAQ 100 29.160,46 -0,9 -261,10 29.421,55 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,54 +0,11 4,54 4,42 5 Jahre 4,72 +0,11 4,73 4,60 10 Jahre 4,92 +0,09 4,93 4,83 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:42 Uhr EUR/USD 1,1625 -0,1 -0,0007 1,1632 1,1631 EUR/JPY 179,29 +0,4 0,6800 178,61 178,4300 EUR/CHF 0,9436 +0,2 0,0014 0,9422 0,9418 EUR/GBP 0,8592 +0,1 0,0007 0,8585 0,8583 USD/JPY 154,22 +0,4 0,6800 153,54 153,4100 GBP/USD 1,3525 -0,1 -0,0017 1,3542 1,3549 USD/CNY 6,7061 -0,0 -0,0016 6,7077 6,7077 USD/CNH 6,713 +0,1 0,0066 6,7064 6,7053 AUS/USD 0,7166 -0,7 -0,0051 0,7217 0,7217 Bitcoin/USD 77.011,18 -1,7 -1.312,36 78.323,54 78.630,11 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 101,87 +6,1 5,82 96,05 Brent/ICE 106,97 +5,7 5,76 101,21 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.359,72 -0,9 -40,77 4.400,49 Silber 64,19 -4,6 -3,07 67,27 Platin 1.794,86 -5,3 -100,98 1.895,84 (Angaben ohne Gewähr) ===
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September 10, 2026 12:38 ET (16:38 GMT)
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