DJ ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
EZB erhöht Leitzins um 25 Basispunkte - höhere Inflationsprognosen
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat wie erwartet beschlossen, seinen Leitzins um 25 Basispunkte anzuheben. Wie er mitteilte, steigt der Satz für Bankeinlagen bei der EZB auf 2,50 (bisher: 2,25) Prozent. Es war die zweite Zinserhöhung nach der im Juni. Davor hatte die EZB den Leitzins zwischen Juni 2024 und Juni 2025 acht Mal gesenkt und dann unverändert gelassen. "Die heutige Entscheidung unterstreicht die Entschlossenheit des EZB-Rats, die Geldpolitik so auszurichten, dass die Inflation mittelfristig bei seinem Zielwert von 2 Prozent stabilisiert wird", heißt es in dem Statement. Der Konflikt im Nahen Osten erzeuge weiterhin Inflationsdruck und die Inflation dürfte für einen längeren Zeitraum deutlich oberhalb des Ziels bleiben.
EZB-Stabsprojektionen zeigen höhere Inflation 2027 und 2028
Der Inflationsdruck im Euroraum wird nach dem aktuellen Basisszenario des volkswirtschaftlichen Stabs der Europäischen Zentralbank (EZB) im laufenden Jahr wie bisher erwartet zunehmen, aber im nächsten und übernächsten Jahr höher ausfallen als bisher angenommen. Wie die EZB mitteilte, rechnet der Stab für 2026 weiterhin mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 3,0 Prozent und für 2027 mit 2,5 (Juni-Prognose: 2,3) Prozent Inflation. Die Prognose für 2028 lautet auf 2,1 (2,0) Prozent. Für die Kerninflation werden Raten von 2,5 (2,5), 2,6 (2,5) und 2,3 (2,2) Prozent erwartet.
EZB-Zinserhöhung - Energieschock ist nicht mehr kurzfristig
Dass die Europäische Zentralbank wie erwartet die Zinsen erneut angehoben hat, ist ein Zeichen dafür, dass der Inflationsdruck strukturell geworden ist, schreibt Joe Nellis von MHA in einem Kommentar. "Die EZB hat entschieden, dass die europäische - und globale - Wirtschaft nicht mehr nur mit einem kurzfristigen Inflationsschock konfrontiert ist." Die Zinsen lägen zwar immer noch unter denen Großbritanniens und der USA, aber die Lücke schließe sich, so Nellis. Dies sei besorgniserregend für die Wirtschaft, da erwartet werde, dass die Zinserhöhung Haushalte und Unternehmen belasten werde. Dennoch scheine der Schritt notwendig, da die Inflation im August 3,3 Prozent erreicht habe und der Ölpreis wieder über 100 US-Dollar pro Barrel liege, so Nellis.
EZB hebt Wachstumsprognose für 2026-27 an
Die Europäische Zentralbank hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum der Eurozone für die Jahre 2026 und 2027 angehoben, was die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft gegenüber den Auswirkungen des Krieges im Iran widerspiegelt. Die Basisprojektion der EZB-Mitarbeiter für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in ihrer makroökonomischen September-Prognose liegt nun bei 0,9 Prozent für 2026 und 1,4 Prozent für 2027, nach 0,8 Prozent beziehungsweise 1,2 Prozent in der vorherigen Prognose vom Juni. Für 2028 wird weiterhin ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent erwartet. Der Ausblick bleibe jedoch höchst unsicher, mit Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum, so die EZB. Das BIP der Eurozone ist im zweiten Quartal um 0,6 Prozent gestiegen, nach einem Nullwachstum im ersten Quartal. Lagarde: Keine Neuigkeiten zu beruflicher Zukunft
Lagarde: Keine Neuigkeiten zu beruflicher Zukunft
EZB-Präsidentin Christine Lagarde ist einer Frage zu ihrer beruflichen Zukunft ausgewichen. Angesprochen auf Berichte, denen zufolge sie vor Ablauf ihrer planmäßigen Amtszeit bei der EZB die Führung des World Economic Forum übernehmen könnte, sagte sie: "Wenn es dazu Neuigkeiten geben sollte, dann wären Sie die ersten, die das erfahren würden."
Zahl der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe vergangene Woche leicht gesunken
Die Zahl der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist leicht zurückgegangen, blieb aber weitgehend unverändert, da der Arbeitsmarkt weiterhin stabil ist. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe belief sich in der Woche bis zum 5. September auf 206.000. Das waren 1.000 weniger als in der Vorwoche, deren Wert auf 207.000 nach oben revidiert wurde, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen rechneten mit einem Wert von 205.000.
US-Erzeugerpreisinflation hat sich im Vormonat beschleunigt
Die Inflation der Großhandelspreise hat sich im August beschleunigt, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Der Erzeugerpreisindex stieg im vergangenen Monat um 0,4 Prozent, nach einem Anstieg von 0,1 Prozent im Juli. Der Wert entsprach den Prognosen von Ökonomen. Über die zwölf Monate bis August betrug die Inflation der Erzeugerpreise 5,4 Prozent.
Lagerbestände des US-Großhandels im Juli wie erwartet gestiegen
ie Lagerbestände des US-Großhandels sind im Juli wie erwartet gestiegen, wie das US-Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Die Lagerbestände stiegen im Juli gegenüber dem revidierten Vormonatsniveau um 1,3 Prozent auf 958,9 Milliarden US-Dollar. Der Wert entsprach den Erwartungen der von The Wall Street Journal befragten Analysten. Die Umsätze der Großhändler stiegen im Juli im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent auf 801,3 Milliarden Dollar. Das Verhältnis von Lagerbeständen zu Umsätzen lag bei 1,2, nach 1,28 im Vorjahr.
Verkäufe von Bestandsimmobilien fallen im August auf Jahrestief
Die Hausverkäufe sind im August auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahr gefallen, nachdem gestiegene Hypothekenzinsen dem angeschlagenen Immobilienmarkt einen weiteren Schlag versetzten. Die Verkäufe von Bestandsimmobilien sanken im August gegenüber dem Vormonat um 2 Prozent auf eine saisonbereinigte Jahresrate von 3,98 Millionen, wie die National Association of Realtors (NAR) am Donnerstag mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit Juni 2025, als die Rate bei 3,93 Millionen lag.
US-Rohöllagerbestände gesunken
Die Rohöllagerbestände in den USA haben sich in der Woche zum 4. September verringert. Sie fielen nach Angaben der staatlichen Energy Information Administration (EIA) um 0,391 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten einen Rückgang um 1,4 Millionen Barrel vorhergesagt. In der Vorwoche hatten sich die Lagerbestände um 4,45 Millionen Barrel reduziert.
Opec senkt Prognose für globale Ölnachfrage
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat ihre Prognose für das Wachstum der globalen Ölnachfrage in diesem Jahr erneut gesenkt - genau zu dem Zeitpunkt, als eskalierende Angriffe auf die Schifffahrt im Persischen Golf den Preis für Rohöl der Sorte Brent über 100 US-Dollar pro Barrel steigen ließen. Die Gruppe rechnet nun mit einem Wachstum der weltweiten Ölnachfrage um 380.000 Barrel pro Tag, verglichen mit zuvor prognostizierten 580.000 Barrel pro Tag. Für das kommende Jahr wird das Nachfragewachstum nun bei 2,36 Millionen Barrel pro Tag gesehen, nach einer vorherigen Schätzung von 2,16 Millionen Barrel pro Tag.
Huthi-Rebellen erobern strategisch wichtige Hafenstadt
Vom Iran unterstützte Huthi-Truppen haben die strategisch wichtige Hafenstadt Mocha an der Westküste Jemens eingenommen. Dies erklärten jemenitische und saudische Beamte. Damit bauen die Huhtis ihre Kontrolle nahe dem Nadelöhr Bab al-Mandab weiter aus, das entscheidend für Energieexporte durch das Rote Meer ist.
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September 10, 2026 13:00 ET (17:00 GMT)
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