FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei weiter steigenden Ölpreisen und entsprechenden Inflationssorgen kann der Dax seine Korrektur wohl auch am Freitag zunächst nicht stoppen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex etwa zweieinhalb Stunden vor dem Xetra-Handelsstart 0,2 Prozent tiefer auf 25.322 Punkte. Das wäre ein weiteres Tief seit Ende Juli - bei 2,8 Prozent Wochenverlust. Der Dax steuert auf seine 100-Tage-Linie bei 25.203 Punkten zu.
Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent stieg auf den höchsten Stand seit Mai und nähert sich der Marke von 110 US-Dollar. "Wenn die Ölpreise und Anleiherenditen nicht vom Berg zurückkommen, muss die Risikoprämie ihnen nachsteigen", erklärte Marktexperte Stephen Innes den aktuellen "Makro-Stress", den die Anleger nicht mehr so leicht ignorieren könnten. Was er meint: Aktien werden im Vergleich zu vermeintlich sichereren Anlagen unattraktiver und die Investoren müssen sich den veränderten Risiken anpassen, auch durch Abbau von Aktienpositionen.
Erst tags zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer zweiten Zinserhöhung in diesem Jahr auf den Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs reagiert. In der kommenden Woche wird von der US-Notenbank Fed eine ähnliche Maßnahme befürchtet. Umso wichtiger werden die amerikanischen Inflationsdaten an diesem Freitagnachmittag. Der Anstieg der Erzeugerpreise hatte sich im August bereits beschleunigt./ag/zb
