München (ots) -
Als Bundespräsident Roman Herzog 1997 seinen berühmten "Ruck" durch Deutschland forderte, erntete er breite Zustimmung - die großen Reformen folgten dennoch erst Jahre später. Für Dr. Jochen Wallisch, langjähriger Top-Manager bei Siemens, Lufthansa und Eurowings, liegt genau darin die Lehre für die aktuelle Standortdebatte:
"In 25 Jahren Konzernpraxis habe ich viele Appelle gehört und wenige wirken sehen. Appelle erzeugen Applaus. Veränderung entsteht, wenn wir bei Regeln, Prozessen und Routinen entschlossen aufräumen - beim Staat und in den Unternehmen. Am Wissen und am Wollen scheitert dieses Land nicht."
Vor dem verbreiteten Schlechtreden des Standorts warnt Arbeitsexperte Wallisch dabei ausdrücklich - nicht aus Stimmungsgründen, sondern aus ökonomischen: "Menschen packen Veränderung an, wenn sie erleben, dass sie etwas bewirken können. Die Psychologie nennt das Selbstwirksamkeit, einen der stärksten Treiber menschlichen Handelns. Wer dieses Land dauernd schlechtredet, zerstört genau die Wandlungsbereitschaft, die wir jetzt brauchen. Zuversicht entsteht aber nicht durch Ansage von oben, sondern durch Bedingungen, unter denen Menschen Erfolge erleben."
Kritisch sieht Wallisch die aktuelle Debatte über Arbeitszeit und Mehrarbeit: "Wir wollen über Leistung reden und diskutieren dann über Anwesenheit, Stunden und Arbeitszeitgrenzen. Das ist eine Scheindebatte. Die wichtigste Ressource dieses Landes sitzt in den Köpfen seiner Menschen. Die Frage, die wir uns stellen müssen, lautet: Was ist Leistung im 21. Jahrhundert überhaupt, und welche Bedingungen braucht sie? Kosten sind wichtig. Aber sie waren seit Jahrzehnten nicht das, was uns im Wettbewerb als Standort entscheidend nach vorn gebracht hat."
Den größten Hebel sieht der Arbeitsexperte in der Organisation von Arbeit selbst - auch, weil die Zahl der Erwerbstätigen in den kommenden Jahren sinkt und Wachstum damit nur über höhere Produktivität möglich ist: "Wer KI-Tools auf alte Prozesse setzt, digitalisiert den Stillstand. Wirklich Neues entsteht durch das Redesign von Arbeit: Prozesse entschlacken, Verantwortung klären, Zusammenarbeit neu ordnen. Über staatliche Bürokratie zu klagen ist leicht. Die eigene Organisation zu entschlacken - das hat jedes Unternehmen selbst in der Hand. Und es wirkt sofort."
Zum Buch
In seinem neuen Buch "Arbeit im Umbruch" zeigt Dr. Jochen Wallisch, wie Unternehmen und Führungskräfte die Transformation der Arbeitswelt konkret gestalten können. Entlang von fünf großen Umbruchskräften und zehn Handlungsfeldern entwickelt er die zentrale These des Buches: Wandlungsbereitschaft, Flexibilität, Leistung und Zukunftskompetenzen entstehen nicht durch Beschwörung von oben, sondern durch Anreize, Routinen und Rahmenbedingungen, die Menschen jeden Tag erleben. Strukturen wirken. Appelle nicht.
"Arbeit im Umbruch", erschienen im Haufe Verlag, mit einem Vorwort von Janina Kugel, ist ab sofort im Buchhandel erhältlich. [ISBN 978-3-648-20357-6, 34,99 Euro, 264 Seiten]
Über Dr. Jochen Wallisch
Dr. Jochen Wallisch blickt auf über 25 Jahre Führungserfahrung in internationalen Konzernen zurück, unter anderem bei Lufthansa, Siemens und als Vorstand der Eurowings. Heute ist er als Senior Advisor, Aufsichtsrat und Investor tätig und begleitet Unternehmen bei der Transformation von Arbeit, Organisation und Führung. Wallisch ist promovierter Jurist und hält einen Master of International Management der McGill University. Er lebt in München und Salzburg.
Pressekontakt:
Andreas Scheuermann
redaktion@auctority.net
T +49 (0) 611 - 16 66 14 24
Original-Content von: Dr. Jochen Wallisch, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/183381/6349940
Als Bundespräsident Roman Herzog 1997 seinen berühmten "Ruck" durch Deutschland forderte, erntete er breite Zustimmung - die großen Reformen folgten dennoch erst Jahre später. Für Dr. Jochen Wallisch, langjähriger Top-Manager bei Siemens, Lufthansa und Eurowings, liegt genau darin die Lehre für die aktuelle Standortdebatte:
"In 25 Jahren Konzernpraxis habe ich viele Appelle gehört und wenige wirken sehen. Appelle erzeugen Applaus. Veränderung entsteht, wenn wir bei Regeln, Prozessen und Routinen entschlossen aufräumen - beim Staat und in den Unternehmen. Am Wissen und am Wollen scheitert dieses Land nicht."
Vor dem verbreiteten Schlechtreden des Standorts warnt Arbeitsexperte Wallisch dabei ausdrücklich - nicht aus Stimmungsgründen, sondern aus ökonomischen: "Menschen packen Veränderung an, wenn sie erleben, dass sie etwas bewirken können. Die Psychologie nennt das Selbstwirksamkeit, einen der stärksten Treiber menschlichen Handelns. Wer dieses Land dauernd schlechtredet, zerstört genau die Wandlungsbereitschaft, die wir jetzt brauchen. Zuversicht entsteht aber nicht durch Ansage von oben, sondern durch Bedingungen, unter denen Menschen Erfolge erleben."
Kritisch sieht Wallisch die aktuelle Debatte über Arbeitszeit und Mehrarbeit: "Wir wollen über Leistung reden und diskutieren dann über Anwesenheit, Stunden und Arbeitszeitgrenzen. Das ist eine Scheindebatte. Die wichtigste Ressource dieses Landes sitzt in den Köpfen seiner Menschen. Die Frage, die wir uns stellen müssen, lautet: Was ist Leistung im 21. Jahrhundert überhaupt, und welche Bedingungen braucht sie? Kosten sind wichtig. Aber sie waren seit Jahrzehnten nicht das, was uns im Wettbewerb als Standort entscheidend nach vorn gebracht hat."
Den größten Hebel sieht der Arbeitsexperte in der Organisation von Arbeit selbst - auch, weil die Zahl der Erwerbstätigen in den kommenden Jahren sinkt und Wachstum damit nur über höhere Produktivität möglich ist: "Wer KI-Tools auf alte Prozesse setzt, digitalisiert den Stillstand. Wirklich Neues entsteht durch das Redesign von Arbeit: Prozesse entschlacken, Verantwortung klären, Zusammenarbeit neu ordnen. Über staatliche Bürokratie zu klagen ist leicht. Die eigene Organisation zu entschlacken - das hat jedes Unternehmen selbst in der Hand. Und es wirkt sofort."
Zum Buch
In seinem neuen Buch "Arbeit im Umbruch" zeigt Dr. Jochen Wallisch, wie Unternehmen und Führungskräfte die Transformation der Arbeitswelt konkret gestalten können. Entlang von fünf großen Umbruchskräften und zehn Handlungsfeldern entwickelt er die zentrale These des Buches: Wandlungsbereitschaft, Flexibilität, Leistung und Zukunftskompetenzen entstehen nicht durch Beschwörung von oben, sondern durch Anreize, Routinen und Rahmenbedingungen, die Menschen jeden Tag erleben. Strukturen wirken. Appelle nicht.
"Arbeit im Umbruch", erschienen im Haufe Verlag, mit einem Vorwort von Janina Kugel, ist ab sofort im Buchhandel erhältlich. [ISBN 978-3-648-20357-6, 34,99 Euro, 264 Seiten]
Über Dr. Jochen Wallisch
Dr. Jochen Wallisch blickt auf über 25 Jahre Führungserfahrung in internationalen Konzernen zurück, unter anderem bei Lufthansa, Siemens und als Vorstand der Eurowings. Heute ist er als Senior Advisor, Aufsichtsrat und Investor tätig und begleitet Unternehmen bei der Transformation von Arbeit, Organisation und Führung. Wallisch ist promovierter Jurist und hält einen Master of International Management der McGill University. Er lebt in München und Salzburg.
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Andreas Scheuermann
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