DJ MÄRKTE ASIEN/Schwach - Ölpreise geben Richtung vor
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Der jüngste starke Anstieg der Ölpreise hat am Freitag an den Börsen in Ostasien und Australien für Verkaufsstimmung gesorgt. Denn im Einklang mit einen Tick höher als gedacht ausgefallenen Erzeugerpreisen aus den USA schürte er Inflationssorgen und hat dazu geführt, dass die Erwartung einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank in der kommenden Woche weiter zugenommen hat. Zuletzt wurde eine Zinserhöhung am Zinsterminmarkt mit rund 70 Prozent Wahrscheinlichkeit eingepreist. An den Anleihemärkten der Region folgten die Renditen der Vorgabe der US-Renditen und stiegen stark.
Am stärksten reagierte die Börse in Seoul auf das verschlechterte Zinsumfeld. Der Kospi gab um 1,8 Prozent nach. Er gilt als besonders technologielastig und damit zinsempfindlich. In Tokio verlor der Topix 0,6 Prozent. Der Shanghai-Composite ermäßigte sich um 1,2 Prozent, in Hongkong (Späthandel) ging es für den Hang-Seng-Index um 0,6 Prozent südwärts. In Sydney verlor das Marktbarometer 0,9 Prozent.
Brent-Öl wurde in Asien zuletzt mit 106,11 Dollar gehandelt, 1,4 Prozent niedriger als am späten Donnerstag, nachdem Brent im Tageshoch schon 109,97 Dollar erreicht hatte. Laut Händlern trug der Rückgang dazu bei, dass sich die Börsen im späten Geschäft von ihren Tagestiefs etwas erholten. Am frühen Donnerstag hatte der Preis noch bei rund 101 Dollar gelegen. Die Lage in der Straße von Hormus bleibt nach den jüngsten gegenseitigen Militärschlägen der USA und des Irans hoch angespannt. Am Donnerstag passierten sieben Handelsschiffe die Meerenge, gegenüber rund 125 täglich vor dem Krieg. Im bisherigen Hoch seit Ausbruch des Krieges hatte Brent-Öl über 120 Dollar gekostet.
Für Vorsicht an den Aktienmärkten dürfte auch gesorgt haben, dass später am Tag die US-Verbraucherpreise für August veröffentlicht werden. Sie gelten als noch wichtiger für die Zinsentscheidung der US-Notenbank als die Erzeugerpreise. Die hatten in der Jahresrate einen Anstieg von 5,4 Prozent gezeigt, während die US-Notenbank eine Inflationsrate von 2 Prozent anstrebt, allerdings gemessen am Preisindex der persönlichen Konsumausgaben.
Im Zuge der breiten Verkaufsstimmung wurden besonders im bisherigen Wochenverlauf gestiegene Aktien mit KI-Fantasie abgegeben - trotz anhaltendem Optimismus bezüglich KI-bezogener Ausgaben. So legte die Oracle-Aktie in den USA nachbörslich deutlich zu, nachdem das Unternehmen ein stärker als erwartet ausgefallenes Cloud-Wachstum und einen Rekord-Auftragsbestand gemeldet hatte - ein Beleg für die enorme Nachfrage nach KI-Infrastruktur.
In Seoul verloren SK Hynix und Samsung Electronics 2,2 und 3,5 Prozent. Bei Samsung könnte auch gedrückt haben, dass laut Berichten Verhandlungen mit Qualcomm über einen möglichen Vertrag zur Fertigung von Chips verschoben wurden, weil man sich uneinig ist über die Preisgestaltung. In Tokio sackten Kioxia um 7,0 Prozent ab, Lasertec um 4,8 oder Advantest um 6,5 Prozent. Softbank büßten 4,0 Prozent ein. Taiwan Semiconductor Manufacturing kamen mit einem Minus von 1,6 Prozent in Taipeh glimpflicher davon, nachdem der Chipfertiger am Vortag nach Börsenschluss Rekordumsatzzahlen für August gemeldet hatte.
Ein spektakuläres Börsendebüt gab es in Shanghai. Der Aktienkurs der von Tencent unterstützten Shanghai Enflame Technology schoss gegenüber seinem Ausgabepreis um rund 180 Prozent nach oben. Das Unternehmen stellt High-End-Chips, Beschleunigerkarten und Software für künstliche Intelligenz (KI) her und wird somit als chinesische Alternative zu Nvidia gesehen. Tencent lagen in Hongkong zuletzt 0,7 Prozent höher.
=== INDEX zuletzt +/- % % YTD Handelsschluss S&P/ASX 200 (Sydney) 8.741,20 -0,9 +0,3 08:00 Topix 500 (Tokio) 3.148,27 -0,6 +18,3 08:00 Kospi (Seoul) 6.909,91 -1,8 +64,0 08:30 Hang-Seng (Hongkong) 24.815,50 -0,6 -3,2 10:00 Shanghai-Composite 3.888,11 -1,2 -2,1 09:00 Straits-Times (Singapur) 5.679,44 -0,2 +22,2 11:00 IDX Comp. (Indonesien) 6.490,91 -1,5 -24,9 10:00 KLCI (Malaysia) 1.687,39 -1,1 +0,4 10:00 DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Do, 09:12 % YTD EUR/USD 1,1610 0,0 1,1610 1,1636 -1,1 EUR/JPY 178,96 -0,2 179,30 178,62 -2,7 EUR/GBP 0,8583 -0,1 0,8593 0,8586 -1,5 USD/JPY 154,12 -0,2 154,42 153,49 -1,6 USD/KRW 1.344,40 -0,4 1.349,45 1.340,03 -6,7 USD/CNY 6,7087 +0,0 6,7061 6,7060 -4,1 USD/CNH 6,7094 -0,1 6,7145 6,7041 -3,8 USD/HKD 7,8417 +0,0 7,8413 7,8410 +0,8 AUD/USD 0,7174 +0,3 0,7154 0,7214 +7,5 NZD/USD 0,5831 +0,6 0,5797 0,5852 +1,3 BTC/USD 77.280,98 +0,0 77.264,15 78.239,98 -11,9 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 100,95 -1,5 -1,53 102,48 Brent/ICE 105,71 -1,8 -1,92 107,63 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.354,03 +0,9 38,34 4.315,69 Silber 63,96 +0,6 0,41 63,55 Platin 1.804,78 +1,6 28,10 1.776,68 (Angaben ohne Gewähr) ===
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September 11, 2026 03:17 ET (07:17 GMT)
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