PARIS (dpa-AFX) - Die Internationale Energieagentur (IEA) hat erneut ihre Prognose für die Ölnachfrage deutlich gesenkt. Die Folgen des Iran-Kriegs würden voraussichtlich in den kommenden Monaten eine weitere Einschränkung der Nachfrage erfordern, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Monatsbericht für August des Interessenverbands von Industriestaaten.
In diesem Jahr dürfte die tägliche globale Nachfrage nach Rohöl um durchschnittlich 2,5 Millionen Barrel je Tag sinken. Der Rückgang ist um 940.000 Barrel höher als zuletzt erwartet. Der Rückgang wäre der stärkste seit dem Jahr 2020 - damals belastete die Corona-Pandemie die Nachfrage. Die Rückkehr zu einem Angebotsüberschuss werde sich bis zum Jahr 2027 verzögern.
"Die weltweiten Ölvorräte schmelzen in Rekordtempo", erklärte die IEA. "Angesichts der nach wie vor knappen Vorräte und der sich rasch erschöpfenden kommerziellen Lagerbestände könnten in den kommenden Monaten weitere Nachfragerückgänge erforderlich sein, um die Lücke zu schließen."
Rohöl der Nordsee-Sorte Brent stieg diese Woche wieder klar über 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter), als die militärischen Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und den USA erneut aufflammten. Am Freitag notierte es bei knapp 107 Dollar, da sich die Kämpfe zwischen den im Jemen ansässigen Houthi-Militanten und den von Saudi-Arabien unterstützten Kräften verschärften. Dies verstärkte die Sorgen um den Öltransport durch den südlichen Teil des Roten Meeres./jsl/jha/
