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MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen Gewinne mit fallendem Ölpreis aus

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen Gewinne mit fallendem Ölpreis aus

DOW JONES--Die europäischen Börsen bauen die Gewinne bis Freitagmittag aus. Der Ölpreis und die Renditen kommen von den jüngsten Hochstständen etwas zurück, das Umfeld bleibt aber schwierig. Brent geht bei knapp unter 104 Dollar das Fass um und 10-jährige Treasurys kratzen mit 4,95 Prozent weiter an der 5-Prozenthürde. Mit der Einnahme der Stadt Mokka durch Huthi-Truppen droht der weltweiten Energieversorgung ein weiterer Schlag, besteht damit doch die Gefahr, dass die vom Iran unterstützten Rebellen schon bald die Kontrolle über Bab el-Mandeb übernehmen, die nach der Straße von Hormus zweite wichtige Meerenge für den internationalen Öltransport.

Für den DAX geht es um 0,6 Prozent auf 25.524 Punkte nach oben, was im Handel vor allem als technische Gegenreaktion beschrieben wird. Der Euro-Stoxx-50 gewinnt 0,7 Prozent auf 6.313 Punkte. Am Devisenmarkt kommt der Euro gegen den Dollar leicht auf 1,1592 zurück.

Die Schlagzeilen vom Persischen Golf treiben das Inflationsgespenst weiter an. Die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Vortag wird an den Märkten eher falkenhaft aufgenommen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach erstmalig davon, dass die Inflation über einen "ausgedehnten Zeitraum" über dem Ziel von 2 Prozent liegen werde. Während die meisten Ökonomen davon ausgehen, dass die Währungshüter im Dezember die Leitzinsen erneut anheben werden, gibt es einzelne Stimmen, die sogar eine weitere Erhöhung im Oktober nicht ausschließen.

Begründet wird die Börsenresilienz primär durch hohe Unternehmensgewinne. Die Unternehmensergebnisse für das zweite Quartal liegen laut LFDE außerhalb der Energiebranche um 11 Prozent über dem Vorjahresniveau und damit deutlich über den Erwartungen. Auch unter den Analysten habe sich neuer Optimismus eingestellt, da die Unternehmensziele so stark angehoben worden seien wie seit Ende 2022 nicht mehr.

Den Höhepunkt des Tages liefert die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise am Nachmittag. Da es der letzte wichtige Datensatz vor der geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank in der kommenden Woche ist und sich die Fed unter ihrem Chairman Kevin Warsh von der Forward Guidance verabschiedet hat, kommt der Entscheidung aus Marktsicht besondere Bedeutung zu. Derzeit wird mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 70 Prozent eine Zinserhöhung durch die Fed eingepreist. Mit Blick auf die nun anstehenden Preisdaten wird erwartet, dass diese im August um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen sind.

MWB bemerkt zu den umfassenden Transformationsprogrammen bei den United-Internet-Tochtergesellschaften 1&1 Versatel und Ionos, dass die Umstrukturierung darauf abziele, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und künftiges Wachstum zu finanzieren. Dies führe im Geschäftsjahr 2026 zum Abbau von rund 800 Arbeitsplätzen sowie zu einmaligen Aufwendungen in Höhe von 95 Millionen Euro. Nach vollständiger Umsetzung erwarte das Management jährliche Einsparungen von etwa 55 Millionen Euro. Weil der Großteil dieser Mittel jedoch in künstliche Intelligenz und die Netzmodernisierung reinvestiert werde, bleibe der kurzfristige Impuls auf die Profitabilität begrenzt. United Internet fallen um 1,8 Prozent.

Flatexdegiro verlieren 6 Prozent nach überraschenden Wechseln im Aufsichtsrat. Der Vorsitzende Hans-Hermann Lotter legte den Vorsitz des Kontrollgremiums am Donnerstag mit sofortiger Wirkung nieder. Bis spätestens 10. Oktober werden Lotter und mit ihm auch Martina Pfeifer aus dem Aufsichtsrat ausscheiden. Hintergrund seien unterschiedliche Auffassungen über wesentliche Fragen der zukünftigen strategischen Ausrichtung und Positionierung des Unternehmens. Das kommt an der Börse nicht gut an.

=== 
Index          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.312,85  +0,7   43,88    6.268,97      9,0 
Stoxx-50        5.338,90  +0,7   38,67    5.300,23      8,6 
DAX          25.524,00  +0,6   162,85    25.361,15      4,2 
MDAX          31.614,31  +0,1   17,89    27.039,42      3,3 
TecDAX         3.954,07  +0,3   13,36    3.091,28      9,2 
SDAX          18.398,13  -0,1   -16,66    13.062,07      7,1 
FTSE          10.672,85  +0,6   63,93    10.608,92      7,5 
CAC           8.167,68  +0,6   50,92    8.116,76      0,2 
SMI          13.833,13  +0,7   93,03    13.740,10      4,3 
ATX           6.891,89  +0,3   22,08    6.869,81      29,4 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:57 Uhr 
EUR/USD          1,1592  -0,2  -0,0018     1,1610     1,1627 
EUR/JPY          178,58  -0,4  -0,7200      179,3    179,1300 
EUR/CHF          0,9453  +0,2   0,0018     0,9435     0,9431 
EUR/GBP          0,858  -0,2  -0,0013     0,8593     0,8591 
USD/JPY          154,05  -0,2  -0,3700     154,42    154,0400 
GBP/USD          1,3505  -0,0  -0,0003     1,3508     1,3530 
USD/CNY          6,708  +0,0   0,0019     6,7061     6,7061 
USD/CNH          6,709  -0,1  -0,0055     6,7145     6,7128 
AUS/USD          0,7173  +0,3   0,0019     0,7154     0,7168 
Bitcoin/USD      76.790,97  -0,6  -473,18    77.264,15   77.168,97 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         99,24  -3,2   -3,24     102,48 
Brent/ICE         103,67  -3,7   -3,96     107,63 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.337,69  +0,5   22,00    4.315,69 
Silber           63,80  +0,4    0,25      63,55 
Platin         1.792,97  +0,9   16,29    1.776,68 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/ros

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September 11, 2026 07:29 ET (11:29 GMT)

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KI braucht Strom
Halbleiter, Speicherchips und Rechenzentren haben Anlegern im KI-Boom bereits enorme Gewinne beschert. Doch jetzt zeichnet sich mit der benötigten Energie der nächste große Flaschenhals ab. Neue KI-Rechenzentren benötigen nicht mehr einige Megawatt, sondern zum Teil mehrere Gigawatt Leistung – so viel wie mehrere moderne Kernkraftwerksblöcke.

Damit beginnt ein weltweites Wettrennen um verfügbare Stromkapazitäten. Hyperscaler sichern sich bereits über langfristige Verträge gewaltige Energiemengen, während Stromnetze und Erzeugungskapazitäten mit dem Ausbau kaum Schritt halten können. Zusätzlich verschärfen geopolitische Risiken rund um den Iran-Krieg und die Straße von Hormus die Situation.

Für Energieversorger und ihre Zulieferer könnte damit ein goldenes Zeitalter beginnen. Steigende Nachfrage, langfristige Abnahmeverträge und wachsende Strompreise schaffen ein Umfeld, in dem ausgewählte Unternehmen zum nächsten großen KI-Trade werden könnten.

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