DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Eskalation zwischen USA und Iran verzögert laut IEA Erholung der Ölflüsse bis ins nächste Jahr
Eine Erholung der Ölflüsse aus dem Nahen Osten werde sich nun voraussichtlich bis ins nächste Jahr hinziehen, da eskalierende Angriffe auf die Schifffahrt im Golf und die Bedrohungen durch die Huthi im Roten Meer wichtige Energieadern unter Druck setzten, teilte die Internationale Energieagentur (IEA) mit. Die Energieaufsichtsbehörde - eine Gruppe westlicher Nationen und ihrer Verbündeten - senkte ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage weiter. Sie erwartet nun, dass der Verbrauch im Jahr 2026 um 2,5 Millionen Barrel pro Tag auf 102,4 Millionen Barrel pro Tag sinken wird. Zuvor war sie von einem Rückgang um 1,6 Millionen Barrel pro Tag ausgegangen.
Saudi-Arabiens Ölproduktion fällt auf niedrigsten Stand seit drei Jahrzehnten
Die Ölförderung Saudi-Arabiens ist im vergangenen Monat wegen Angriffen der jemenitischen Huthi-Milizen auf die Energieinfrastruktur des Landes auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahrzehnten gefallen, wie die Internationale Energieagentur mitteilte. Die Ölproduktion des Königreichs sei auf nur 6 Millionen Barrel pro Tag gefallen, teilte die in Paris ansässige Energieaufsichtsbehörde mit. Vor Beginn des Iran-Krieges waren es noch mehr als 10 Millionen Barrel gewesen. Normalerweise konkurriert Saudi-Arabien mit Russland um den Platz des zweitgrößten Rohölproduzenten hinter den USA. Nach den eigenen Angaben des Landes, die dem Ölkartell Opec gemeldet wurden, produzierte es im August 6,24 Millionen Barrel pro Tag. Das ist der bisher niedrigste Monatswert in diesem Jahr.
Britische Wirtschaft im Juli unerwartet stark gewachsen
Das britische Wirtschaftswachstum hat nach einem starken Jahresauftakt im Juli erneut zugelegt. Die Konjunktur entwickelte sich trotz eines Anstiegs der Energiepreise infolge des Krieges im Nahen Osten weiterhin robust. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zu Beginn des dritten Quartals um 0,4 Prozent, nach einem Anstieg von 0,3 Prozent im Juni, wie die britische Statistikbehörde mitteilte. Dies übertraf den Konsens der vom Wall Street Journal befragten Ökonomen, die ein Nullwachstum erwartet hatten.
Nächste EZB-Zinserhöhung schon im Oktober möglich - Agentur
Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte ihren Leitzins schon im Oktober erneut erhöhen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen berichtet, wollen die EZB-Ratsmitglieder ihre Entscheidungen zwar weiterhin von den hereinkommenden Daten abhängig machen, doch könnte angesichts einer Inflation von über 3 Prozent nach ihrer Aussage eine straffere Geldpolitik nötig werden. ESTR-Futures preisen bis Juni 2027 drei weitere Zinserhöhungen sicher ein. Die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschrittes bereits im Oktober wird hier allerdings nur mit 66 Prozent beziffert. Die informierten Personen sagten, drei Zinserhöhungen bis Mitte nächsten Jahres könnten zu viel sein, und ein nächster Zinsschritt im Dezember könnte ausreichend sein.
EZB/Moulin sieht Frankreichs Wirtschaft in Besorgnis erregendem Zustand
EZB-Ratsmitglied Emmanuel Moulin hat die wirtschaftliche Lage des Landes als besorgniserregend bezeichnet und Regierung sowie Parlament zum Handeln gegen das Haushaltsdefizit aufgefordert. "Ich würde nicht sagen, dass Frankreich in Gefahr ist, aber es befindet sich in einer besorgniserregenden und unbefriedigenden Situation", sagte der Gouverneur der Banque de im Sender RTL Radio, wie Bloomberg berichtet. "Es gibt heute Anlass zur Sorge, weil Dinge geregelt werden müssen, insbesondere die öffentlichen Finanzen und das Haushaltsdefizit." Während die Wirtschaft im Euroraum ein anhaltendes Wirtschaftswachstum verzeichnet, hinkt Frankreich hinterher. Angesichts einer schwachen Konsumnachfrage und sinkender Investitionen senkte das nationale Statistikamt Insee am Donnerstag seine Wachstumsprognose für 2026 von 0,7 Prozent auf 0,4 Prozent. Es wird erwartet, dass die Regierung im Laufe des Freitags ihre aktualisierten Schätzungen für das Bruttoinlandsprodukt vorlegt.
China will bis 2030 Automobil-Großmacht werden
China hat seine Ambitionen im Automobilgeschäft unterstrichen. Peking hat einen Fünfahresplan vorgelegt, mit dem das Land darauf setzt, von der weltweiten Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und Hybriden zu profitieren. Bis 2030 sollen Elektrofahrzeuge und Hybride 70 Prozent der Pkw-Neuzulassungen auf dem heimischen Markt ausmachen. 40 Prozent der neuen Nutzfahrzeuge sollen Elektrofahrzeuge sein. Es wird zudem erwartet, dass Fahrzeuge mit autonomen Fahrfunktionen den Massenmarkt erreichen, wie die Behörden mitteilten. China strebt außerdem danach, mehrere einheimische Unternehmen in die Liste der weltweit zehn größten Automobilhersteller gemessen am Umsatz zu katapultieren und gleichzeitig Schlüsseltechnologien voranzutreiben.
Russische Zentralbank hält Leitzins trotz anziehender Inflation stabil
Die russische Zentralbank hat am Freitag nach einer Serie von zehn Zinssenkungen ihren Leitzins unverändert gelassen. Grund dafür sind die Drohnenangriffe der Ukraine auf Raffinerien, Schifffahrtsterminals und Lagerhäuser von E-Commerce-Unternehmen, die die Inflation weiter über ihr Ziel hinauszutreiben drohen. Durch die Zinssenkungsreihe war der Leitzins im Juli von einem Höchststand von 21 Prozent Mitte 2025 auf 14 Prozent gefallen. Dieses Niveau bremst weiterhin die Konjunktur, da die Zentralbank versucht, dem Inflationsdruck entgegenzuwirken, der durch die hohen Ausgaben für den Krieg in der Ukraine entsteht.
GB/Handelsbilanz Juli Defizit 21,0 Mrd GBP
GB/Handelsbilanz Juli PROGNOSE: Defizit 22,4 Mrd GBP
GB/Industrieproduktion Juli +0,2% gg Vm; +0,6% gg Vj
GB/Industrieproduktion Juli PROG: -0,3% gg Vm, +0,1% gg Vj
GB/Industrieproduktion Juni rev -0,2% gg Vm, -0,2% gg Vj
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September 11, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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