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XETRA-SCHLUSS/Fester - Gestiegene Erwartung an US-Zinsanhebung nach Inflationsdaten

DJ XETRA-SCHLUSS/Fester - Gestiegene Erwartung an US-Zinsanhebung nach Inflationsdaten

DOW JONES--Der deutsche Aktienmarkt hat den letzten Handelstag der Woche mit einem Plus beendet. Sowohl der Ölpreis als auch die Renditen kamen von ihren jüngsten Höchstständen zurück, das Umfeld blieb aber weiter schwierig. Brent ging bei knapp unter 105 Dollar das Fass um und 10-jährige Treasurys gaben leicht nach auf 4,94 Prozent - liegen damit aber weiterhin knapp unter der 5-Prozenthürde. Mit der Einnahme der Stadt Mokka durch Huthi-Truppen droht der weltweiten Energieversorgung ein weiterer Schlag, besteht damit doch die Gefahr, dass die vom Iran unterstützten Rebellen schon bald die Kontrolle über Bab el-Mandeb übernehmen, nach der Straße von Hormus zweite wichtige Meerenge für den internationalen Öltransport. Der DAX verbesserte sich um 0,8 Prozent auf 25.569 Punkte.

Die mit Spannung erwarteten US-Verbraucherpreise für August fielen weitgehend im Rahmen der Erwartungen aus und lösten keine größere Reaktion am Markt aus. Gleichwohl hat sich die Erwartung an eine Zinserhöhung der US-Notenbank in der kommenden Woche nach den Daten erhöht. Sie wird am Zinsterminmarkt nun eine Wahrscheinlichkeit von 85 nach zuvor noch knapp 70 Prozent eingepreist. Möglicherweise hatten einige Akteure doch mit einer positiven Überraschung nach unten gerechnet und wägen nun noch einmal neu ab, dass die gemeldeten Raten weiter klar über dem Inflationsziel der Notenbank von 2,0 Prozent liegen.

Begründet wurde die Börsenresilienz primär durch hohe Unternehmensgewinne. Die Unternehmensergebnisse für das zweite Quartal liegen laut LFDE außerhalb der Energiebranche um 11 Prozent über dem Vorjahresniveau und damit deutlich über den Erwartungen. Auch unter den Analysten habe sich neuer Optimismus eingestellt, da die Unternehmensziele so stark angehoben worden seien wie seit Ende 2022 nicht mehr.

Die Gewinnerliste im DAX wurde von Infineon angeführt, die um 5,0 Prozent zulegten. Keinen positiven Impuls setzten dagegen die besser als erwartet ausgefallenen Oracle-Zahlen bei SAP - die Aktie verlor 0,3 Prozent. Die Umsätze von Oracle im wichtigen Cloud-Geschäft stiegen um 121 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar und schlugen damit die Erwartungen.

MWB merkte zu den umfassenden Transformationsprogrammen bei den United-Internet-Tochtergesellschaften 1&1 Versatel und Ionos an, dass die Umstrukturierung darauf abziele, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und künftiges Wachstum zu finanzieren. Dies führe im Geschäftsjahr 2026 zum Abbau von rund 800 Arbeitsplätzen sowie zu einmaligen Aufwendungen in Höhe von 95 Millionen Euro. Nach vollständiger Umsetzung erwarte das Management jährliche Einsparungen von etwa 55 Millionen Euro. Weil der Großteil dieser Mittel jedoch in Künstliche Intelligenz und die Netzmodernisierung reinvestiert werde, bleibe der kurzfristige Impuls auf die Profitabilität begrenzt. United Internet fielen um 0,7 Prozent.

Flatexdegiro verloren 7,9 Prozent nach überraschenden Wechseln im Aufsichtsrat. Der Vorsitzende Hans-Hermann Lotter legte den Vorsitz des Kontrollgremiums am Donnerstag mit sofortiger Wirkung nieder. Bis spätestens 10. Oktober werden Lotter und mit ihm auch Martina Pfeifer aus dem Aufsichtsrat ausscheiden. Hintergrund seien unterschiedliche Auffassungen über wesentliche Fragen der zukünftigen strategischen Ausrichtung und Positionierung des Unternehmens. Das kommt an der Börse nicht gut an.

=== 
Index     zuletzt* +/- % +/- % YTD 
DAX       25.569  +0,8    4,4 
DAX-Future   25.584  +1,0    2,9 
XDAX      25.570  +1,0    4,0 
MDAX      31.664  +0,2    3,5 
TecDAX      3.980  +1,0    10,0 
SDAX      18.347  -0,4    7,0 
        zuletzt +/- Ticks 
Bund-Future   120,62  +5,0 
*gerundet 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/mgo

(END) Dow Jones Newswires

September 11, 2026 11:54 ET (15:54 GMT)

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KI braucht Strom
Halbleiter, Speicherchips und Rechenzentren haben Anlegern im KI-Boom bereits enorme Gewinne beschert. Doch jetzt zeichnet sich mit der benötigten Energie der nächste große Flaschenhals ab. Neue KI-Rechenzentren benötigen nicht mehr einige Megawatt, sondern zum Teil mehrere Gigawatt Leistung – so viel wie mehrere moderne Kernkraftwerksblöcke.

Damit beginnt ein weltweites Wettrennen um verfügbare Stromkapazitäten. Hyperscaler sichern sich bereits über langfristige Verträge gewaltige Energiemengen, während Stromnetze und Erzeugungskapazitäten mit dem Ausbau kaum Schritt halten können. Zusätzlich verschärfen geopolitische Risiken rund um den Iran-Krieg und die Straße von Hormus die Situation.

Für Energieversorger und ihre Zulieferer könnte damit ein goldenes Zeitalter beginnen. Steigende Nachfrage, langfristige Abnahmeverträge und wachsende Strompreise schaffen ein Umfeld, in dem ausgewählte Unternehmen zum nächsten großen KI-Trade werden könnten.

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