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MÄRKTE USA/Fester - Markt geht mehrheitlich von Fed-Zinserhöhung aus

DJ MÄRKTE USA/Fester - Markt geht mehrheitlich von Fed-Zinserhöhung aus

DOW JONES--Kräftig nach oben geht es an der Wall Street am Freitagmittag (Ortszeit). Die mit Spannung erwarteten US-Verbraucherpreise für August lagen weitgehend im Rahmen der Erwartungen. Gleichwohl hat sich die Erwartung an eine Zinserhöhung der US-Notenbank in der kommenden Woche nach den Daten deutlich erhöht. Sie wird am Zinsterminmarkt nun eine Wahrscheinlichkeit von 85 nach zuvor noch knapp 70 Prozent eingepreist. Möglicherweise hatten einige Akteure doch mit einer positiven Überraschung nach unten gerechnet und wägen nun noch einmal neu ab, dass die gemeldeten Raten weiter klar über dem Inflationsziel der Notenbank von 2,0 Prozent liegen.

Der Inflationsdruck in den USA hat wie erwartet auf dem Vormonatsniveau stagniert. Die Preise erhöhten sich gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent und lagen um 3,4 (Vormonat: 3,4) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, was exakt den Erwartungen der Analysten entsprach. Die Kernverbraucherpreise (ohne Energie und Lebensmittel) stiegen um 0,3 Prozent auf Monats- und um 2,4 (2,5) Prozent auf Jahressicht. Die befragten Ökonomen hatten eine monatliche Rate von lediglich 0,2 Prozent und eine Jahresrate von 2,4 Prozent erwartet.

Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz rechnet nach den Daten damit, dass die US-Notenbank am nächsten Mittwoch ihren Leitzins erhöhen wird. "Die US-Verbraucherpreise sind im August deutlich um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Dies lag nicht nur am spürbar teureren Benzin. Noch wichtiger ist der zu hohe unterliegende Preisdruck, den die über den Erwartungen liegende Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel von 0,3 Prozent belegt", schreibt er in einem Kommentar. Auf ein Jahr hochgerechnet entspreche dies immerhin 3,5 Prozent.

Der Dow-Jones-Index gewinnt 1,0 Prozent auf 52.602 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 verbessert sich um 1,1 Prozent und für die technologielastigen Nasdaq-Indizes geht es um bis zu 1,2 Prozent nach oben. Damit kommt es nach zuletzt vier Handelstagen in Folge mit Abgaben zu einer Erholung. Die US-Börsen zeigen sich zudem weiterhin recht widerstandsfähig trotz der zuletzt stark gestiegenen Ölpreise und der Renditen auf Mehrjahreshochs. Stützend wirkt zum Wochenausklang der Rückgang bei den Ölpreisen.

Diese geben nach der Rally der vergangenen Tage nach. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent fällt um 2,3 Prozent auf 105,12 Dollar, steuert allerdings auf einen Wochengewinn von mehr als 10 Prozent zu. Der Markt bewerte nun sowohl die Dauer als auch die Schwere des Konflikts neu, zusammen mit einer klareren Erkenntnis der wachsenden Bedrohung für das regionale Angebot, so die Analysten von der ING. Unterdessen seien "die saudische Energieinfrastruktur und die Rohölexporte aus dem Roten Meer zunehmend gefährdet, da die Huthi im Jemen Saudi-Arabien ins Visier nehmen".

Die Renditen am US-Anleihemarkt zeigen sich wenig verändert, nachdem sie im asiatischen Handel erneut Mehrjahreshochs markiert hatten. Die Rendite zehnjähriger Papiere gewinnt 1 Basispunkt auf 4,95 Prozent. Im Verlauf war bei 4,98 Prozent der höchste Stand seit Oktober 2023 erreicht worden. Die Inflationsdaten "führen nun zu der sehr festen Überzeugung", dass die Fed die Zinsen in der nächsten Woche anheben wird, so Eric Winograd, Chefvolkswirt bei AllianceBernstein.

Der Goldpreis legt zu und holt einen Teil seiner Vortagesverluste wieder auf. Der Preis für die Feinunze steigt um 1,2 Prozent auf 4.367 Dollar. Das Edelmetall steuert aber auf einen Wochenverlust von mehr als 2 Prozent zu, belastet durch stark gestiegene Ölpreise, höhere Anleiherenditen und gestiegene Zinserhöhungserwartungen.

Der Dollar klettert nach den Daten zunächst auf ein Einwochenhoch, zeigt sich aktuell aber kaum verändert. Nach den starken US-Arbeitsmarktdaten der vergangenen Woche erhöhen die Verbraucherpreise die Aussichten auf eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank, möglicherweise bereits in der nächsten Woche, heißt es.

Die ebenfalls veröffentlichte US-Verbraucherstimmung ist im September gesunken, wie die erste Schätzung der monatlichen Umfrage der Uni Michigan zeigt. Der Index der Umfrage fiel auf 47,8, nach 51,7 Ende August. Ökonomen hatten dagegen einen Wert von 51,4 erwartet.

Bei den Einzelwerten verlieren Oracle nach anfänglichen Gewinnen 0,6 Prozent. Der Konzern hat im ersten Geschäftsquartal einen deutlich höheren Gewinn und Umsatz verbucht. Die Erlöse im Cloud-Infrastrukturgeschäft haben sich dabei mehr als verdoppelt. Die starken Zahlen werden die Sorgen der Anleger hinsichtlich der Fähigkeit des Konzerns, vertraglich vereinbarte Einnahmen in Barmittel umzuwandeln, zerstreuen, meinen die Analysten von JP Morgan.

Dagegen geht es für Adobe nach Verlusten zu Handelsbeginn nun um 0,2 Prozent nach oben. Der Konzern hat seine Jahresprognose angehoben und nach eigenen Angaben die Marke von einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer erreicht. Gewinn und Umsatz stiegen im dritten Geschäftsquartal. Adobe hat allerdings mitgeteilt, dass die Umstellung des Geschäftsmodells das kurzfristige Wachstum der jährlich wiederkehrenden Einnahmen belasten könnte.

=== 
INDEX          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
DJIA          52.601,69  +1,0  +537,59    52.064,10 
S&P-500         7.672,08  +1,1   +80,38    7.591,70 
NASDAQ Comp      26.402,72  +1,2  +320,99    26.081,73 
NASDAQ 100       29.442,18  +1,2  +338,67    29.103,51 
 
US-Treasuries      Rendite  +/- Tageshoch    Tagestief 
2 Jahre           4,61 +0,06    4,66      4,55 
5 Jahre           4,76 +0,03    4,80      4,71 
10 Jahre          4,95 +0,01    4,99      4,90 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:57 Uhr 
EUR/USD          1,1603  -0,1  -0,0007     1,1610     1,1627 
EUR/JPY          178,31  -0,6  -0,9900      179,3    179,1300 
EUR/CHF          0,9463  +0,3   0,0028     0,9435     0,9431 
EUR/GBP          0,8579  -0,2  -0,0014     0,8593     0,8591 
USD/JPY          153,65  -0,5  -0,7700     154,42    154,0400 
GBP/USD          1,3522  +0,1   0,0014     1,3508     1,3530 
USD/CNY          6,708  +0,0   0,0019     6,7061     6,7061 
USD/CNH          6,7081  -0,1  -0,0064     6,7145     6,7128 
AUS/USD          0,7177  +0,3   0,0023     0,7154     0,7168 
Bitcoin/USD      77.820,95  +0,7   556,80    77.264,15   77.168,97 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         99,87  -2,6   -2,61     102,48 
Brent/ICE         105,12  -2,3   -2,51     107,63 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.367,29  +1,2   51,60    4.315,69 
Silber           64,46  +1,4    0,91      63,55 
Platin         1.794,32  +1,0   17,64    1.776,68 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 11, 2026 12:28 ET (16:28 GMT)

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