
© Foto: Symbolbild - mithilfe von KI generiert
Bei Nel ASA sprudeln die Bestellungen wie lange nicht mehr. Trotzdem steht unterm Strich ein dickes Minus. Wie passt das eigentlich zusammen, fragen sich gerade viele Anleger. Der Kurs "kleckert" lustlos seit Wochen vor sich hin, ohne echte Richtung. Am 21. Oktober kommen die nächsten Zahlen, dann könnte sich einiges klären. Bis dahin lohnt sich ein genauer Blick auf Zahlen, Chart und die offenen Fragen im Unternehmen. Wir zeigen Ihnen, auf was Sie achten sollten! Vor allem auf die eine Marke, denn wenn diese bricht, könnte es schnell aufwärts gehen!
Zwei verschiedene Geschichten in einem Quartal
Nel hat gerade ein Quartal hinter sich, das zwei ganz unterschiedliche Geschichten erzählt. Auf der einen Seite schießen die Bestellungen nach oben. Es waren starke 224 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf der anderen Seite bricht der Umsatz um 12 Prozent ein, und unterm Strich bleibt ein EBITDA von -155 Millionen Norwegische Kronen stehen. Der Auftragsbestand ist mittlerweile auf gut 1,2 Milliarden Norwegische Kronen geklettert. Das klingt erstmal nach einer stabilen Basis für die Zukunft, aber Bestellungen sind eben noch kein Geld auf dem Konto. Bis ein Auftrag tatsächlich abgerechnet wird, können Monate oder sogar Jahre vergehen. Genau deshalb schauen jetzt viele gespannt auf den nächsten Bericht, ob aus dem "Papier-Boom" endlich echter, messbarer und vorweisbarer Umsatz wird. Zu allem Überdruss gibt es auch noch die offene Personalie. CEO Hakon Volldal hatte seinen Abschied bereits im Juni verkündet, ein Nachfolger steht bis heute nicht fest. J.P. Morgan bleibt entsprechend skeptisch und hat das Kursziel auf 1,80 Norwegische Kronen gesenkt. Das sind umgerechnet 0,17 Euro. Dennoch gibt es auch noch etwas Positive: Eine EU-Förderung von 118 Millionen Norwegischen Kronen stärkt die Kasse, und der langwierige Rechtsstreit mit Iwatani ist inzwischen vom Tisch.

Charttechnik
Der Kurs von Nel dümpelt seit Monaten in einer langweiligen Range vor sich hin. Aktuell steht die Aktie bei rund 0,195 Euro, über 40 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch aus dem Mai. Nach unten ist das Jahrestief bei 0,17 Euro nicht mehr weit entfernt. Weiter oben liegt der 50er SMA bei etwa 0,20 Euro. Der 200er SMA knapp darüber bei knapp über 0,21 Euro. Die Aktie hat sich also zuletzt ein Stück weit stabilisiert, von einem echten Ausbruch kann aber noch keine Rede sein. Spannend wird es, sobald der Kurs den Bereich zwischen 0,23 und 0,24 Euro erreicht. Genau dort verläuft eine wichtige Widerstandszone, an der sich in der Vergangenheit schon öfter die Käufer die Zähne ausgebissen haben. Wer die Aktie im Blick behält, sollte sich dort ruhig einen Alarm einrichten. Gelingt der Sprung über diese Marke, könnte das der Startschuss für eine größere Bewegung sein, mit Ziel Richtung 0,30 bis sogar 0,35 Euro. Eine Stopp-Buy-Order genau an dieser Stelle wäre eine Möglichkeit, um beim Ausbruch nicht den Einstieg zu verpassen.
Was tun?
Fundamental bleibt Nel gefährlich und gespalten. Der Auftragsboom macht durchaus Hoffnung, doch solange Umsatz und Ergebnis nicht mitziehen, bleibt mehr als nur eine gesunde Portion Skepsis angebracht. Die ungeklärte Chef-Nachfolge sorgt zusätzlich für Unsicherheit an der Unternehmensspitze. Am 21. Oktober zeigt sich dann, ob der Sommer-Boom bei den Bestellungen wirklich der Anfang einer Trendwende war oder am Ende doch nur ein Strohfeuer für die Hoffnung bleibt. Charttechnisch bleibt die Lage aktuell recht neutral. Ein Blick auf die Marke von 0,23 bis 0,24 Euro lohnt sich in jedem Fall, dort könnte die nächste größere Bewegung ihren Anfang nehmen. Hoch spekulativ eingestellte Trader könnten sich dort einen Kursalarm setzen, damit sie dann informiert werden, sobald der Kurs diese Marke reißt. Oder aber Stopp-Buy Orders dort platzieren. Nach dem Einstieg den Stoppkurs nicht vergessen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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