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Jörg Schulte
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Ups...: Wochenrückblick KW 37-2026! Das Geld wird wieder teurer!

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Öl über 100,- USD, Anleiherenditen nahe 5% und wieder steigende Inflation: EZB erhöht die Zinsen - Fed und Bank of Japan könnten kommende Woche folgen.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die Botschaft dieser Börsenwoche ist klar: Das Geld wird wieder teurer. Steigende Energiepreise, anziehende Inflation und hohe Anleiherenditen zwingen die Notenbanken zurück in den Kampfmodus.

Quelle: Onvista.de

Die EZB erhöhte ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,50%, und nach den jüngsten US-Inflationsdaten spricht vieles dafür, dass die Federal Reserve kommende Woche nachzieht.

Bemerkenswert bleibt, wie widerstandsfähig die Aktienmärkte reagieren. Trotz wachsender Zinssorgen kam keine Panik auf - ein Zeichen dafür, dass ein Teil der geldpolitischen Straffung bereits eingepreist ist.

Öl bringt die Inflationsgefahr zurück!

Der größte externe Belastungsfaktor bleibt der Nahe Osten. Die anhaltenden Spannungen und Störungen wichtiger Transportwege trieben die Ölpreise wieder über 100,- USD je Barrel. Brent erreichte im Wochenverlauf fast 110,- USD und beendete die Woche bei rund 104,60 USD. Auch WTI schloss oberhalb der Marke von 100,- USD.

Das Problem: Steigende Öl-, Diesel-, Fracht- und Produktionskosten wirken sich auf nahezu jede Lieferkette aus und können den Inflationsdruck erneut verbreitern. Entsprechend empfindlich reagierten die Anleihemärkte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen näherte sich zeitweiseder Marke von 5%.

EZB macht den ersten Schritt!

Die EZB erhöhte die Zinsen wie erwartet um 25 Basispunkte und hob gleichzeitig ihre Inflationsprognosen an. Für 2027 erwartet sie weiterhin eine Teuerungsrate oberhalb des angestrebten Zielwerts. Christine Lagarde ließ die Tür für weitere Zinserhöhungen offen. Bleiben Energiepreise und Inflation hoch, dürfte die EZB kaum schnell Entwarnung geben.

Für Europa ist das eine schwierige Balance: Höhere Zinsen bekämpfen die Inflation, belasten aber gleichzeitig Investitionen, Immobilienfinanzierungen und Unternehmenskredite.

Fed: Der Markt rechnet mit einer Erhöhung!

Auch in den USA beseitigten die jüngsten Inflationsdaten einen großen Teil der Unsicherheit. Die Verbraucherpreise stiegen im August gegenüber Juli um 0,4%, während auch die Kerninflation stärker ausfiel als erwartet. Bereits die Erzeugerpreise hatten zuvor zusätzlichen Inflationsdruck signalisiert.

Damit stieg die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf mehr als 85%. Die Entscheidung fällt am Mittwoch, dem 16. September. Noch vor wenigen Monaten diskutierten Anleger über Zinssenkungen. Nun stellt sich eher die Frage, ob die Fed mit einem Schritt auskommt oder weitere Erhöhungen folgen könnten.

Auch Japan könnte nachziehen!

Auch die Bank of Japan steht vor einer möglichen Straffung. Ihre nächste Sitzung findet am 17. und 18. September statt. Damit könnten innerhalb weniger Tage EZB, Fed und Bank of Japan allesamt die Geldpolitik verschärfen - ein ungewöhnlich synchroner Schritt der großen Notenbanken.

Gold hält sich trotz Gegenwind!

Für Gold ist dieses Umfeld eigentlich schwierig. Steigende Zinsen, hohe Anleiherenditen und ein fester Dollar erhöhen die Opportunitätskosten des unverzinsten Edelmetalls. Entsprechend verlor Gold auf Wochensicht rund 1,4% und schloss bei etwa 4.366,- USD je Unze. Silber gab ebenfalls nach.

Doch entscheidend ist die relative Stärke: Gold hält sich trotz US-Renditen nahe 5% weiterhin deutlich oberhalb von 4.300,- USD. Geopolitische Risiken, hohe Staatsverschuldung und Zentralbanknachfrage bleiben strukturelle Stützen. Sollte die Fed kommende Woche lediglich liefern, was ohnehin erwartet wird, könnten Gold und Silber schnell wieder Käufer finden.

Kupfer setzt ein Rekordzeichen!

Noch stärker zeigt sich Kupfer. Das Metall sprang an der London Metal Exchange zeitweise über 14.800,- USD je Tonne und markierte damit ein neues Rekordhoch. Zum Wochenschluss kam es zwar zu Gewinnmitnahmen, doch die fundamentale Angebotslage bleibt angespannt.

Die langfristigen Treiber sind unverändert stark: Stromnetze, Rechenzentren, Elektrifizierung und KI-Infrastruktur benötigen enorme Mengen Kupfer. Gleichzeitig lassen sich neue Minenprojekte nicht kurzfristig hochfahren. Genau diese Kombination aus strukturell steigender Nachfrage und begrenztem Angebot bleibt die Kernthese des Kupfermarktes.

Fazit: Entscheidend ist, was danach kommt!

Die kommende Woche dürfte vollständig im Zeichen der Notenbanken stehen. Die Fed entscheidet am Mittwoch, die Bank of Japan folgt zum Wochenschluss. Interessant ist dabei die Reaktion der Märkte: Ein Großteil der erwarteten Zinserhöhungen scheint bereits eingepreist zu sein. Deshalb könnte weniger die Entscheidung selbst als vielmehr der Ausblick entscheidend werden.

Höhere Zinsen sind inzwischen weitgehend erwartet. Entscheidend wird deshalb nicht allein sein, ob die Fed erhöht - sondern was Kevin Warsh über die nächsten Schritte sagt. Für Rohstoffanleger bleibt das Bild zweigeteilt, aber langfristig konstruktiv: Öl signalisiert Knappheit, Kupfer erreicht Rekordpreise und Gold verteidigt trotz extrem hoher Renditen ein historisch außergewöhnliches Preisniveau.

Die Zentralbanken ziehen die geldpolitische Bremse wieder an. Doch die strukturelle Knappheit vieler Rohstoffe lässt sich nicht mit höheren Zinsen beheben. Weitere interessante Informationen diesbezüglich können Sie dem folgenden Wochenrückblick entnehmen.

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Viele Grüße

Ihr

Jörg Schulte

Quellen: Marketscreener.com, onvista.de, Reuters.de, eigener Research, Bildquellen: tradingeconomics.com, onvista.de, MinerDeck, Intro Bild: KI generiert

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