ST. PETER-ORDING/HELGOLAND (dpa-AFX) - Helgoland wird diese Woche wegen Arbeiten am Seekabel zwischenzeitlich vollständig vom Festlandstrom und Internet abgeschnitten sein. In der Zeit von Mittwoch, 16. September, 14.00 Uhr, bis Freitag, 18. September, 14.00 Uhr, wird die Stromversorgung autark mit Diesel-Aggregaten sichergestellt, wie der Netzbetreiber SH-Netz mitteilte. Ohne Storm auskommen müssen die Bewohner und Gäste der Insel daher nicht.
Das Internet wird wegen der Arbeiten am Donnerstag (17. September) allerdings für rund zehn Stunden unterbrochen. Auch Mobilfunk und Festnetz stehen in diesem Zeitraum demnach nicht zur Verfügung. Notrufe bleiben jedoch weiter möglich. Das Seekabel enthält auch das Kabel, über das unter anderem die Daten für die Interverbindungen und Mobilfunk laufen.
Verbindungsmuffe wurde immer wieder frei gespült
Das Seekabel wurde 2009 verlegt. Vorher wurde Helgolands Stromversorgung ausschließlich mit Dieselgeneratoren sichergestellt. Diese und neuere Stromaggregate dienen nun der Versorgung im Notfall. Die aktuellen Arbeiten sind notwendig geworden, weil die Verbindungsmuffe zwischen dem Seekabel und dem Festland-Erdkabel in der Vergangenheit immer wieder frei gespült wurde.
Die Verbindungsmuffe mit dem Widerlager liege in einer Flutungszone, sagte Projektleiter Thorsten Hansen laut einer Mitteilung. "Im Laufe der Jahre hat sich dort ein Priel gebildet." Erst im vergangenen Jahr musste die Muffe nach Freispülungen den Angaben zufolge wieder vergraben werden.
Damit so etwas künftig nicht mehr passiert, wurde das verbindende Element in St. Peter-Ording zwischen Seekabel und Festland-Erdkabel um etwa 700 Meter verlängert. Diese Arbeiten sind bereits in der vergangenen Woche abgeschossen worden. Mit einer Spezialmaschine wurde ein schmaler Graben hergestellt, in den das neue Kabel direkt eingelegt wurde. Diese Arbeiten seien nach Plan verlaufen, sagte eine Sprecherin im Anschluss der dpa. Das neue Kabel sei in drei Meter Tiefe eingefräst worden.
Nun folgt diese Woche der eigentliche Umschluss mit dem Setzen neuer Verbindungsmuffen und dem Einbinden des neuen Kabels. Eine Herausforderung ist den Angaben zufolge dabei, dass sich die Arbeiten im Flutungsbereich nach den Gezeiten richten müssen.
Blackouttest im Januar
Die Funktion der Dieselaggerate hatte Helgoland erst im Januar umfangreich bei einer Blackout-Simulation getestet. Damals wurde die einzige Stromleitung vom Festland schlagartig um 23.00 Uhr und bis 4.00 Uhr morgens abgeschaltet. Der Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Helgoland GmbH, Kay Martens, sagte damals der dpa, wenn das Kabel gekappt sei, gebe es nirgends auf der Insel Strom, auch im Kraftwerk nicht. Ziel des Testes war es demnach, die Notstrom- und Netzersatzanlagen zu überprüfen. Es habe sich gezeigt: Bei einem Kabelausfall sei man in der Lage, die Stromversorgung binnen Minuten wieder herzustellen und die Insel lange Zeit mit Strom zu versorgen, sagte Martens damals./gyd/DP/zb
