Die Äußerungen von Anthropic und OpenAI, das Entwicklungstempo in der Künstlichen Intelligenz drosseln zu wollen, kommen an der Börse gar nicht gut an. Der Entwickler des Textroboters ChatGPT verschiebt sogar seinen Börsengang. Der Start in die neue Handelswoche ist nach dieser Wochenendüberraschung gründlich misslungen.
Die Aktien der KI-Profiteure geraten bereits im asiatischen Handel unter Druck. Die Nachwirkungen der guten Quartalszahlen von Oracle sind nur beschränkt und es kommen Zweifel auf, ob die neue Technologie das leisten kann und wird, was sie versprochen hat.
Zudem eskaliert die Lage im Nahen Osten weiter. Jetzt wird auch die Umgehungspipeline in Saudi-Arabien von den Huthi-Rebellen attackiert. Durch die Pipeline fließen etwa vier Prozent der weltweiten Rohölkapazitäten. Die daraus folgende Lieferkettenstörung führt zu einem weiteren Preissprung der Ölsorten Brent und WTI.
Die Nervosität an der Börse nimmt aber auch deshalb zu, da sich gleich drei Notenbanken in dieser Woche mit ihren Zinsentscheidungen angekündigt haben. Für die Fed ist es eine äußerst schwierige Ausgangslage. Die Kerninflation zeigt noch keinen erneuten starken Aufwärtstrend, kühlt aber auch nicht schnell genug ab. Gleichzeitig erhöht der jüngste Ölpreisanstieg die zukünftigen Inflationserwartungen. Die Problematik betrifft im weitesten Sinn auch die Bank of England und die Bank of Japan.
Damit zeichnet sich für diese Woche ein sehr unruhiger Handel an den internationalen Börsen ab, der auch den DAX in eine breite Kursspanne schicken kann. Die heutige Tagesagenda ist aber zunächst einmal ausgedünnt, sodass die Entwicklungen im Bereich KI und die geopolitischen Ereignisse im Nahen Osten primär den Ton angeben werden. Aus technischer Sicht liegt die heutige Handelsspanne im DAX zwischen 25 250 und 25 650 Punkten.
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