Bremen (ots) -
- Junge Erwachsene und Menschen mit weniger guter psychischer Gesundheit prokrastinieren besonders häufig
- Menschen ab 60 Jahre deutlich seltener betroffen
- Kleine Schritte erleichtern den Anfang
Aufgaben immer wieder aufschieben (prokrastinieren), sich leicht ablenken lassen oder erst kurz vor einer Frist anfangen: Für viele Menschen gehört das zum Alltag. Das zeigt eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der hkk Krankenkasse unter rund 1.000 Erwachsenen in Deutschland. Demnach ertappt sich knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) häufig dabei, Aufgaben aufzuschieben. 41 Prozent warten oft, bis sie "in der richtigen Stimmung" sind, bevor sie mit der Arbeit beginnen. Jeweils 35 Prozent lassen sich beim Arbeiten schnell ablenken oder erledigen anstehende Aufgaben erst in letzter Minute.
Junge Erwachsene schieben besonders häufig auf
Besonders ausgeprägt ist das Aufschiebeverhalten bei den 18- bis 34-Jährigen. 57 Prozent geben an, häufig Aufgaben zu vertagen. 55 Prozent lassen sich beim Arbeiten schnell ablenken, 51 Prozent erledigen anstehende Aufgaben meist erst auf den letzten Drücker. Auch der Einstieg in wichtige Aufgaben fällt jungen Erwachsenen vergleichsweise schwer: 46 Prozent haben nach eigenen Angaben häufig Schwierigkeiten, damit zu beginnen. Unter den Befragten ab 60 Jahren sind es lediglich 22 Prozent.
Prokrastination und psychische Gesundheit hängen zusammen
Die Ergebnisse zeigen zudem einen deutlichen Zusammenhang zwischen Aufschiebeverhalten und der Einschätzung der eigenen psychischen Gesundheit. Befragte, die ihren psychischen Gesundheitszustand als lediglich zufriedenstellend oder schlecht einschätzen, geben deutlich häufiger an, Aufgaben regelmäßig aufzuschieben, als Menschen mit guter oder sehr guter psychischer Gesundheit: 61 gegenüber 41 Prozent. Auch Schwierigkeiten, wichtige Aufgaben in Angriff zu nehmen, treten in der Gruppe mit weniger guter psychischer Gesundheit mehr als doppelt so häufig auf: 46 gegenüber 20 Prozent.
"Prokrastination wird häufig mit mangelnder Disziplin verwechselt. Dabei lohnt es sich zunächst, genauer hinzuschauen: Stress, hohe Ansprüche oder die Sorge, einer Aufgabe nicht gerecht zu werden, können den Einstieg erschweren. Dann kann es helfen, eine große Aufgabe in kleine, konkrete und überschaubare Schritte zu unterteilen", sagt Berit Reiss, Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin bei der hkk Krankenkasse.
Nicht auf die richtige Stimmung warten
Wer Aufgaben regelmäßig aufschiebt, kann mit einfachen Strategien gegensteuern. Hilfreich ist es, nicht auf den perfekten Moment oder die "richtige Stimmung" zu warten, sondern bewusst mit einem kleinen Schritt zu beginnen. Feste Zeitfenster, möglichst wenig Ablenkung und realistische Ziele können den Einstieg zusätzlich erleichtern. "Der Anspruch, eine Aufgabe sofort vollständig und perfekt zu erledigen, kann zu einer weiteren Hürde werden. Oft ist es sinnvoller, sich zunächst ein kleines, konkretes Ziel zu setzen: zehn Minuten arbeiten, einen ersten Absatz schreiben oder nur den ersten Punkt einer To-do-Liste erledigen. So wird aus einer großen Aufgabe ein machbarer nächster Schritt", sagt Reiss.
Prokrastination ist keine Charakterschwäche
Die Ergebnisse machen deutlich, dass Prokrastination nicht allein eine Frage von Disziplin oder Organisation ist. Der Zusammenhang mit der psychischen Verfassung deutet vielmehr darauf hin, dass Aufschiebeverhalten auch mit persönlichen Belastungen einhergehen kann. Ein ausgeprägtes Problem mit der eigenen Organisation hat die große Mehrheit der Befragten hingegen nicht: Nur 16 Prozent bezeichnen sich als häufig unorganisiert, 15 Prozent verlieren nach eigenen Angaben schnell den Überblick über ihre Aufgaben.
Über die Studie
Für die repräsentative Umfrage befragte forsa im Auftrag der hkk Krankenkasse vom 2. bis 9. Juli 2026 bundesweit rund 1.000 Personen ab 18 Jahren. Die statistische Fehlertoleranz beträgt ±3 Prozentpunkte. Link zur Studie: hkk Gesundheitsreport - hkk (https://www.hkk.de/presse/studien-und-reports/hkk-gesundheitsreport)
Über die hkk Krankenkasse (Handelskrankenkasse): Die hkk zählt mit mehr als einer Million Versicherten zu den großen gesetzlichen Krankenkassen und ist in den vergangenen Jahren um mehrere hunderttausend Kunden gewachsen. Mit ihrem Zusatzbeitrag von 2,59 Prozent ist sie eine der günstigsten Krankenkassen Deutschlands. Der jährliche Beitragsvorteil für Beschäftigte beträgt jährlich bis zu 627 Euro; für Selbstständige, die ihre Beiträge selbst zahlen, bis zu 1.255 Euro. Zu den überdurchschnittlichen Leistungen zählen unter anderem mehr als 1.000 Euro Kostenübernahme je Versicherten und Jahr für Naturmedizin, Schutzimpfungen und Vorsorge sowie für Schwangerschaftsleistungen. Das vorteilhafte Preis-Leistungs-Verhältnis wird durch eine über Jahrzehnte gewachsene Finanzstärke und Verwaltungskosten ermöglicht, die mehr als 30 Prozent unter dem Branchendurchschnitt liegen. Mehr als 1.600 Mitarbeitende, davon über 50 Auszubildende, bearbeiten jährlich über 3 Millionen Kundenanliegen und betreuen 2026 ein Haushaltsvolumen von rund 5 Milliarden Euro.
Ansprechpartner für die Presse:
hkk Krankenkasse (Handelskrankenkasse), Martinistr. 26, 28195 Bremen
Gabriele Nottelmann Tel.: 0421.3655 1006
Anna Nymbach Tel.: 0421.3655 1307
E-Mail: presse@hkk.de; Internet: www.hkk.de
Original-Content von: hkk Krankenkasse, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/73968/6351275
- Junge Erwachsene und Menschen mit weniger guter psychischer Gesundheit prokrastinieren besonders häufig
- Menschen ab 60 Jahre deutlich seltener betroffen
- Kleine Schritte erleichtern den Anfang
Aufgaben immer wieder aufschieben (prokrastinieren), sich leicht ablenken lassen oder erst kurz vor einer Frist anfangen: Für viele Menschen gehört das zum Alltag. Das zeigt eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der hkk Krankenkasse unter rund 1.000 Erwachsenen in Deutschland. Demnach ertappt sich knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) häufig dabei, Aufgaben aufzuschieben. 41 Prozent warten oft, bis sie "in der richtigen Stimmung" sind, bevor sie mit der Arbeit beginnen. Jeweils 35 Prozent lassen sich beim Arbeiten schnell ablenken oder erledigen anstehende Aufgaben erst in letzter Minute.
Junge Erwachsene schieben besonders häufig auf
Besonders ausgeprägt ist das Aufschiebeverhalten bei den 18- bis 34-Jährigen. 57 Prozent geben an, häufig Aufgaben zu vertagen. 55 Prozent lassen sich beim Arbeiten schnell ablenken, 51 Prozent erledigen anstehende Aufgaben meist erst auf den letzten Drücker. Auch der Einstieg in wichtige Aufgaben fällt jungen Erwachsenen vergleichsweise schwer: 46 Prozent haben nach eigenen Angaben häufig Schwierigkeiten, damit zu beginnen. Unter den Befragten ab 60 Jahren sind es lediglich 22 Prozent.
Prokrastination und psychische Gesundheit hängen zusammen
Die Ergebnisse zeigen zudem einen deutlichen Zusammenhang zwischen Aufschiebeverhalten und der Einschätzung der eigenen psychischen Gesundheit. Befragte, die ihren psychischen Gesundheitszustand als lediglich zufriedenstellend oder schlecht einschätzen, geben deutlich häufiger an, Aufgaben regelmäßig aufzuschieben, als Menschen mit guter oder sehr guter psychischer Gesundheit: 61 gegenüber 41 Prozent. Auch Schwierigkeiten, wichtige Aufgaben in Angriff zu nehmen, treten in der Gruppe mit weniger guter psychischer Gesundheit mehr als doppelt so häufig auf: 46 gegenüber 20 Prozent.
"Prokrastination wird häufig mit mangelnder Disziplin verwechselt. Dabei lohnt es sich zunächst, genauer hinzuschauen: Stress, hohe Ansprüche oder die Sorge, einer Aufgabe nicht gerecht zu werden, können den Einstieg erschweren. Dann kann es helfen, eine große Aufgabe in kleine, konkrete und überschaubare Schritte zu unterteilen", sagt Berit Reiss, Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin bei der hkk Krankenkasse.
Nicht auf die richtige Stimmung warten
Wer Aufgaben regelmäßig aufschiebt, kann mit einfachen Strategien gegensteuern. Hilfreich ist es, nicht auf den perfekten Moment oder die "richtige Stimmung" zu warten, sondern bewusst mit einem kleinen Schritt zu beginnen. Feste Zeitfenster, möglichst wenig Ablenkung und realistische Ziele können den Einstieg zusätzlich erleichtern. "Der Anspruch, eine Aufgabe sofort vollständig und perfekt zu erledigen, kann zu einer weiteren Hürde werden. Oft ist es sinnvoller, sich zunächst ein kleines, konkretes Ziel zu setzen: zehn Minuten arbeiten, einen ersten Absatz schreiben oder nur den ersten Punkt einer To-do-Liste erledigen. So wird aus einer großen Aufgabe ein machbarer nächster Schritt", sagt Reiss.
Prokrastination ist keine Charakterschwäche
Die Ergebnisse machen deutlich, dass Prokrastination nicht allein eine Frage von Disziplin oder Organisation ist. Der Zusammenhang mit der psychischen Verfassung deutet vielmehr darauf hin, dass Aufschiebeverhalten auch mit persönlichen Belastungen einhergehen kann. Ein ausgeprägtes Problem mit der eigenen Organisation hat die große Mehrheit der Befragten hingegen nicht: Nur 16 Prozent bezeichnen sich als häufig unorganisiert, 15 Prozent verlieren nach eigenen Angaben schnell den Überblick über ihre Aufgaben.
Über die Studie
Für die repräsentative Umfrage befragte forsa im Auftrag der hkk Krankenkasse vom 2. bis 9. Juli 2026 bundesweit rund 1.000 Personen ab 18 Jahren. Die statistische Fehlertoleranz beträgt ±3 Prozentpunkte. Link zur Studie: hkk Gesundheitsreport - hkk (https://www.hkk.de/presse/studien-und-reports/hkk-gesundheitsreport)
Über die hkk Krankenkasse (Handelskrankenkasse): Die hkk zählt mit mehr als einer Million Versicherten zu den großen gesetzlichen Krankenkassen und ist in den vergangenen Jahren um mehrere hunderttausend Kunden gewachsen. Mit ihrem Zusatzbeitrag von 2,59 Prozent ist sie eine der günstigsten Krankenkassen Deutschlands. Der jährliche Beitragsvorteil für Beschäftigte beträgt jährlich bis zu 627 Euro; für Selbstständige, die ihre Beiträge selbst zahlen, bis zu 1.255 Euro. Zu den überdurchschnittlichen Leistungen zählen unter anderem mehr als 1.000 Euro Kostenübernahme je Versicherten und Jahr für Naturmedizin, Schutzimpfungen und Vorsorge sowie für Schwangerschaftsleistungen. Das vorteilhafte Preis-Leistungs-Verhältnis wird durch eine über Jahrzehnte gewachsene Finanzstärke und Verwaltungskosten ermöglicht, die mehr als 30 Prozent unter dem Branchendurchschnitt liegen. Mehr als 1.600 Mitarbeitende, davon über 50 Auszubildende, bearbeiten jährlich über 3 Millionen Kundenanliegen und betreuen 2026 ein Haushaltsvolumen von rund 5 Milliarden Euro.
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hkk Krankenkasse (Handelskrankenkasse), Martinistr. 26, 28195 Bremen
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