DJ Euronext-CEO offen für Fusion mit Deutscher Börse
DOW JONES--Euronext ist offen für eine Fusion mit der Deutschen Börse oder für einen Zusammenschluss der Börsengeschäfte beider Konzerne. Eine solche Kombination könnte einen europäischen Markt von "planetarem Ausmaß" schaffen, sagte der Euronext-CEO Stéphane Boujnah der Financial Times.
Boujnah schloss die Möglichkeit einer vollständigen Fusion der beiden Unternehmen nicht aus, gab jedoch zu bedenken, dass diese erhebliche regulatorische Hürden nehmen müsste. "Ein Deal, der Sinn ergäbe, ist die Fusion des Börsengeschäfts", sagte Boujnah in einem Interview. Er fügte hinzu, dass es derzeit keine Gespräche zwischen den beiden Konzernen gebe.
Euronext betreibt Handelsplätze in acht Ländern, darunter Paris, Amsterdam und Mailand, sowie Post-Trade-, Clearing- und Energiegeschäfte und kommt auf eine Marktkapitalisierung von 16 Milliarden Euro. Die Deutsche Börse betreibt die Frankfurter Wertpapierbörse sowie Eurex, einen der weltweit größten Handelsplätze für Derivate, nebst Post-Trade-Geschäften und wird mit rund 50 Milliarden Euro bewertet.
"Der deutsche Aktienmarkt ist flach, der Aktienmarkt der Euronext ist tief", sagte Boujnah. "Es wird also viele Synergien geben, wenn wir die Aktienmärkte näher zusammenbringen, sodass wir einen einzigen Aktienmarkt haben könnten, der den Bedürfnissen des BIP der drei größten Volkswirtschaften Europas gerecht wird", fügte er hinzu und erwähnte Deutschland, Frankreich und Italien.
Die Idee, die beiden Börsenkonzerne zusammenzuführen, wird seit Jahrzehnten diskutiert. Die Deutsche Börse zog 2006 ein Angebot für Euronext zurück, und ein Versuch eines Zusammenschlusses wurde 2012 von der Europäischen Kommission aus Wettbewerbsgründen blockiert. Im Jahr 2023 erörterten die Chefs beider Unternehmen die Gründung eines Joint Ventures für europäische Börsengänge, um stärker mit den USA zu konkurrieren.
"Bei einem solchen 'Big-Bang-Deal' sind die kartellrechtlichen Probleme wohlbekannt... aber auf dem Papier ist es für Europa interessant, die Schaffung einer paneuropäischen Marktinfrastruktur von planetarem Ausmaß in Betracht zu ziehen", sagte Boujnah.
Die EU ändert derzeit ihren kartellrechtlichen Ansatz und signalisiert eine größere Bereitschaft, europäischen Unternehmen Fusionen zu gestatten, damit sie mit globalen Rivalen konkurrieren können. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz hat eine einheitliche europäische Börse gefordert.
"Es gibt keine Gespräche zwischen uns und Euronext über eine mögliche Fusion", teilte die Deutsche Börse auf Anfrage von Dow Jones Newswires mit. Das Unternehmen verankere seine Geschäfte "in allen europäischen Finanzzentren". "Seit mehr als zwei Jahrzehnten bauen wir die Blaupause für ein starkes europäisches Kapitalmarkt-Ökosystem auf."
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September 14, 2026 06:12 ET (10:12 GMT)
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