DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutscher Einzelhandelsumsatz für Juli bestätigt
Die Umsätze des deutschen Einzelhandels sind im Juli deutlich gesunken. Wie die Bundesbank mitteilte, fielen die Umsätze gegenüber dem Vormonat preisbereinigt um 3,4 Prozent. Damit wurde die vorläufige Meldung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) bestätigt. Auf Jahressicht lagen die Umsätze um 2,4 Prozent niedriger.
Scope: Deutschlands AAA-Rating hängt an wirksamen Reformen
Die Ratingagentur Scope hat einen Warnschuss nach Berlin geschickt. "Deutschlands grundlegende Kreditstärken bleiben intakt, doch ein schwächeres Potenzialwachstum, eine steigende Verschuldung und die politische Fragmentierung führen dazu, dass das AAA-Rating zunehmend von effektiven Reformen statt von der vergangenen Leistung abhängt", heißt es in einer Mitteilung. Die drei Säulen von Deutschlands AAA-Rating - eine starke, diversifizierte Wirtschaft, solide öffentliche Finanzen und eine stabile politische Mitte - stünden zwar noch, aber jede einzelne stehe unter größerem Druck als jemals zuvor im vergangenen Jahrzehnt.
Berenberg: EZB könnte schon im Oktober erneut Zins anheben
Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding hat seine Prognose für den Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) geändert. In der Eurozone gebe es zwar keine größeren Zweitrundeneffekte wie etwa eine Beschleunigung des Lohndrucks oder der nicht energiebezogenen Komponenten der Kerninflation, dennoch habe die EZB auf die höheren Energiepreise bereits mit zwei Zinserhöhungen reagiert, schreibt Schmieding in einem Kommentar und fügt hinzu: "Dieses Muster deutet darauf hin, dass die EZB als Reaktion auf den erneuten Anstieg der Energiepreise wahrscheinlich wieder so handeln wird. Nachdem wir bisher eine lange EZB-Pause bis zu finalen Zinserhöhungen auf einen Einlagesatz von 3 Prozent Ende 2028 prognostiziert hatten, erwarten wir nun einen Zinsschritt von 25 Basispunkten am 17. Dezember." Die Risiken neigten sogar eher zu einem zusätzlichen Schritt bereits am 29. Oktober.
Goldman Sachs: Fed folgt diese Woche der Markterwartung
Goldman-Sachs-Ökomom David Mericle sieht auch nach den Verbraucherpreisen für August keine ökonomischen Gründe für eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve in dieser Woche, prognostiziert aber trotzdem einen entsprechenden Schritt für Mittwoch. "Der Bericht hatte kaum Einfluss auf unsere Einschätzung der Inflation, trieb jedoch die Marktbepreisung einer Zinserhöhung auf fast 90 Prozent - ein Wert, der hoch genug ist, dass der Offenmarktausschuss wahrscheinlich die Marktreaktion vermeiden möchte, die einer Zinspause voraussichtlich folgen würde", schreibt er in einem Kommentar. In seinem Haus gehe man weiterhin von zwei Zinssenkungen 2027 aus, erwarte diese nun aber für September und Dezember (statt zuvor Juni und Dezember). Zudem habe man die Prognose für den Endpunkt des Lockerungszyklus auf 3,25 bis 3,50 Prozent von zuvor 3 bis 3,25 Prozent angehoben.
Chinas Neukreditvergabe verfehlte im August die Erwartungen
Die Neuvergabe von Bankkrediten in China blieb im August hinter den Erwartungen zurück, trotz der Versuche der Behörden, die Kreditvergabe als wichtige Finanzkennzahl herunterzuspielen. Laut den am Montag veröffentlichten offiziellen Daten beliefen sich die Neukredite im vergangenen Monat auf 60 Milliarden Yuan, umgerechnet 8,94 Milliarden US-Dollar, verglichen mit negativen 340 Milliarden Yuan im Juli. Damit wurde die von Ökonomen in einer Umfrage des Wall Street Journal erwartete Summe von 420 Milliarden Yuan deutlich verfehlt.
Indiens Gesamtinflation hat sich im August beschleunigt
Die Inflation der Verbraucherpreise in Indien hat sich im August beschleunigt, da die Lebensmittel- und Kraftstoffpreise weiter stiegen. Der Verbraucherpreisindex stieg gegenüber dem Vorjahr um 4,82 Prozent, verglichen mit 4,45 Prozent im Juli, wie aus am Montag veröffentlichten Regierungsdaten hervorging. Dies war der höchste Wert in diesem Jahr und seit der Überarbeitung der Reihe der Verbraucherpreise durch die Regierung im Januar.
Indiens Inflation bereitet Boden für Zinserhöhung im Oktober
Die hohen Inflationsdaten für August in Indien bereiten den Boden für eine Zinserhöhung im Oktober, schreibt Shilan Shah von Capital Economics in einem Kommentar. Weitere Inflationsanstiege seien zu erwarten, und der erneute Anstieg der Ölpreise deute darauf hin, dass die "Risiken stark nach oben gerichtet" seien, so Shah. Die Inflation der Kraftstoffpreise sei im vergangenen Monat stabil geblieben, aber die erneut gestiegenen Energiepreise aufgrund des Nahost-Konflikts ließen die Möglichkeit weiterer Preiserhöhungen an den Zapfsäulen offen, fügt Shah hinzu. Die überschüssige Liquidität im Bankensystem und die steigenden Inflationserwartungen der Haushalte stützten ebenfalls die Erwartung, dass die Kerninflation in den kommenden Monaten steigen werde, fügt Shah hinzu.
China wehrt sich gegen US-Vorwürfe zu KI-Risiken
China hat am Montag die Behauptungen der USA zurückgewiesen, dass seine Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) Bedrohungen schaffe. "Die Verbreitung von Bedrohungsnarrativen und die Beteiligung an Konfrontation und böswilligem Wettbewerb werden die globale KI-Governance nur zum Entgleisen bringen", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Guo Jiakun, auf einer regulären Pressekonferenz.
DJG/DJN/apo
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September 14, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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