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MÄRKTE EUROPA/Schwächer - KI-Sorgen belasten Technologie-Werte

DJ MÄRKTE EUROPA/Schwächer - KI-Sorgen belasten Technologie-Werte

DOW JONES--Mit deutlichen Abgaben haben die europäischen Aktienmärkte am Montag den Handel beendet. Der DAX verlor 0,5 Prozent auf 25.441 Punkte, der Euro-Stoxx-50 fiel noch stärker um 1,0 Prozent auf 6.260 Punkte. Er wurde vor allem belastet vom schwachen Halbleitersegment. Der Euro gab mit der gestiegenen Zinserhöhungswahrscheinlichkeit in den USA weiter nach, er fiel auf 1,1548 Dollar, das niedrigste Niveau seit einem Monat. Dazu kamen weiter steigende Ölpreise - Brent gewann 2,8 Prozent auf 107,50 Dollar je Barrel. Zudem setzte sich der Anstieg der Renditen fort. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen kletterte im Verlauf erstmals seit Oktober 2023 wieder über das Niveau von 5 Prozent, fiel im Anschluss aber wieder unter diese Marke.

Hintergrund für den kräftigen Ölpreisanstieg war, dass der Oman ein geplantes Treffen zwischen dem Iran und den Golfstaaten über die Zukunft der Straße von Hormus verschoben hat, nachdem es nicht gelungen ist, einen Konsens über die Verwaltung der strategisch wichtigen Wasserstraße zu erzielen. Dazu kam, dass die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen offenbar die Meerenge Bab al-Mandab kontrollieren, die ebenfalls für den Welthandel von großer Bedeutung ist. Außerdem hat Saudi-Arabien eine wichtige Ölpipeline, mit der die Straße von Hormus umgangen wird, nach Angriffen vorerst stillgelegt.

Der Ölpreisanstieg droht, die globale Inflation weiter anzuheizen. Erst am Freitag war aus den USA ein Anstieg von 3,4 Prozent für die Verbraucherpreise gemeldet worden, weit über dem Ziel der US-Notenbank. Am Anleihemarkt stiegen darauf im Verlauf die Renditen - auch in Europa. Die deutsche Zehnjahresrendite markierte das höchste Niveau seit 2009. Im späten Handel gaben die Renditen aber wieder leicht nach.

Für die US-Notenbanksitzung am Mittwoch preisen die Märkte seit Freitagnachmittag eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 90 Prozent ein. "An diesem Punkt bleibt der Fed keine andere Wahl, als zu handeln", sagte Loren Moran, Fixed-Income-Portfoliomanagerin bei Wellington Management. Volkswirt Christian Scherrmann vom Vermögensverwalter DWS erwartet derweil einen positiven Effekt für die Börsen, sollten die US-Zinsen erhöht werden. Dies dürfte sich nämlich positiv auf die Glaubwürdigkeit der Notenbanker und die Inflationserwartungen auswirken, meinte er.

Unter Druck standen Aktien mit KI-Fantasie. Zum einen werden mit einem steigenden Zinsniveau deren oft sehr hohe Bewertungen schwerer zu rechtfertigen. Zum anderen hat sich die allgemeine KI-Stimmung eingetrübt, nachdem sich Anthropic-Chef Dario Amodei dafür ausgesprochen hat, die Weiterentwicklung von KI-Modellen langsamer anzugehen, damit die Entwicklung von Mechanismen zur Risikovorsorge Schritt halten kann. Er reagierte damit auf die Kündigung eines KI-Forschers. Der Brite Jacob Coxon wirft KI-Unternehmen vor, nicht verantwortungsvoll zu handeln. "Die Menschen, die KI entwickeln, sind fest davon überzeugt, dass diese uns bis zum Ende des Jahrzehnts auslöschen könnte", warnte er. Andere Branchengrößen wie OpenAI-CEO Sam Altman und Tesla-CEO Elon Musk stimmten Amodei zu. OpenAI verschob wegen Sicherheitsbedenken sogar seinen Börsengang.

Unter den KI-Infrastrukturausrüstern ging es für Schneider Electric um 6,5 Prozent und Siemens Energy um 8,0 Prozent abwärts. Im Chipsektor sackten Infineon, ASML, Aixtron oder BE Semiconductor zwischen 6,1 und 11,2 Prozent ab.

Kursgewinne verzeichneten dagegen Aktien von Softwareunternehmen und solchen, bei denen Software eine wichtige Rolle spielt. Sie litten seit Monaten unter Bedenken wegen disruptiver Wirkungen von KI-Anwendungen auf ihre Geschäftsmodelle. Daher sorgten die Spekulationen über eine Verlangsamung der KI-Entwicklung für etwas Entspannung. SAP gewannen 5,1 Prozent, Nemetschek stiegen um 2,7 Prozent und Dassault Systemes um 5,0 Prozent.

Zu den Tagesfavoriten gehörten Pharmaaktien. Ihr Stoxx-Subindex gewann 3,2 Prozent. In Zürich stiegen Roche um 5,0 Prozent nach einer positiven Studie zu einem Lungenkrebs-Mittel. Novartis erholten sich im Fahrwasser um 1,7 Prozent. GSK (+4,7%) hat mit einem Medikament in einer Studie Vorteile für Patienten mit einer bestimmten Form von Lungenkrebs nachgewiesen. Selbst Astrazeneca legten um 3,8 Prozent zu, obwohl die Briten einen Rückschlag bei einer Brustkrebs-Pille in einer klinischen Spätphasenstudie verzeichneten. Laut den Analysten von JP Morgan wurde das aber weitgehend schon erwartet.

Fest zeigten sich Aktien der Börsenbetreiber nach einem Interview in der "Financial Times". Laut Euronext-Vorstandschef ist sein Unternehmen offen für eine Fusion mit ihrem größten Rivalen Deutsche Börse oder für eine Zusammenlegung der Börsen-Geschäfte der beiden Gruppen. Für Deutsche Börse ging es um 2,1 Prozent nach oben, für Euronext um 1,3 Prozent. Noch stärker legten London Stock Exchange (+2,9%) zu.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.260       -1,0          +9,2 
Stoxx-50        5.320       -0,2          +8,4 
Stoxx-600        636       -0,5          +7,9 
DAX          25.441       -0,5          +4,4 
FTSE-100 London    10.650       +0,4          +7,2 
CAC-40 Paris      8.180       -0,8          +0,4 
AEX Amsterdam     1.099       -0,0         +15,5 
ATHEX-20 Athen     7.005       -1,1         +30,9 
BEL-20 Brüssel     5.713       +0,3         +12,5 
BUX Budapest     152.518       -0,5         +37,4 
OMXH-25 Helsinki    6.541       -2,7         +14,7 
OMXC-20 Kopenhagen   1.574       +0,2          -2,1 
PSI 20 Lissabon    9.525       -1,5         +15,3 
IBEX-35 Madrid    19.839       -1,4         +14,6 
FTSE-MIB Mailand   52.512       -1,7         +16,8 
OBX Oslo        2.030       +0,2         +27,1 
PX Prag        2.784       -0,8          +3,7 
OMXS-30 Stockholm   3.255       -1,1         +12,9 
WIG-20 Warschau   154.209       -0,6         +32,3 
ATX Wien        6.885       -1,8         +29,3 
SMI Zürich      13.775       +0,8          +3,8 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 18:39 
EUR/USD          1,1548  -0,4  -0,0050     1,1598   1,1601 
EUR/JPY          178,36  +0,2  0,3300     178,03  178,2700 
EUR/CHF          0,9436  -0,3  -0,0031     0,9467   0,9462 
EUR/GBP          0,8558  -0,1  -0,0012      0,857   0,8578 
USD/JPY          154,42  +0,6  0,8800     153,54  153,6700 
GBP/USD          1,3491  -0,2  -0,0027     1,3518   1,3520 
USD/CNY          6,7082  0,0  0,0002     6,7080   6,7080 
USD/CNH          6,708  +0,0  0,0009     6,7073   6,7082 
AUS/USD          0,7138  -0,4  -0,0030     0,7168   0,7175 
Bitcoin/USD      78.537,95  +1,6 1.211,42    77.326,53 77.639,39 
 
ROHÖL          zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         103,01  +3,0   2,96     100,05 
Brent/ICE         107,5  +2,8   2,89     104,61 
 
Metalle         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.287,62  -1,4  -59,70    4.347,32 
Silber           63,21  -1,9   -1,24      64,46 
Platin         1.766,48  -1,6  -29,47    1.795,95 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 14, 2026 12:14 ET (16:14 GMT)

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