KÖLN (dpa-AFX) - Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) warnt vor einer allgemeinen staatlichen Entlastung von den derzeit hohen Spritpreisen. Man sollte mit staatlichen Eingriffen "wirklich sehr zurückhaltend sein", sagte der IfW-Konjunkturexperte Klaus-Jürgen Gern im Deutschlandfunk.
Man müsse im Auge behalten, welche Personengruppen wirklich hart getroffen sind und in Probleme geraten können mit Energiepreis- und Heizkostenrechnungen. Dabei könne man sich Gedanken machen, "wie man Härten abfedern kann. Aber so einen allgemeinen Schluck aus der Pulle des Steuerzahlers sollte man nicht wie im Frühjahr wieder nehmen." Gern meinte damit den Tankrabatt, eine Steuersenkung, die im Mai und Juni gewährt worden war.
Forscher: Konjunktur könnte ins Straucheln geraten
Eine solche Maßnahme sei extrem teuer. "Es unterstützt Leute, die es nicht brauchen. Und am Ende fehlt es dann in den öffentlichen Kassen, wo andere Dinge eigentlich wichtiger sind zu finanzieren. Es fehlt dann für Investitionen, es fehlt für andere wichtige Sozialausgaben", führte der Ökonom aus.
Sollte der Ölpreis als Folge des Iran-Kriegs für lange Zeit hoch bleiben, dann werde das auch zu einer allgemein höheren Inflationsrate führen. Das würde dann auch auf die Konjunktur durchschlagen, sagte Gern. "Wir haben im Moment eine Konjunktur, die einen Erholungskurs eingeschlagen hat", und noch gebe es einige Möglichkeiten für Autofahrer, den Benzinverbrauch zu reduzieren und diese Kosten zu dämpfen. Längerfristig sei jedoch eine allgemein sinkende Nachfrage zu befürchten, und "dass diese Erholung dann auch wieder ins Straucheln kommen kann"./brd/DP/zb
