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MÄRKTE EUROPA/Leichter - Zinssorgen belasten - Luxus weiter unter Druck

DJ MÄRKTE EUROPA/Leichter - Zinssorgen belasten - Luxus weiter unter Druck

DOW JONES--Leichter zeigen sich Europas Börsen am Dienstag in der ersten Handelshälfte. Sorgen macht der fortgesetzte Renditeanstieg an den Anleihemärkten, angetrieben auch von steigenden Ölpreisen. Der Brent-Ölpreis steigt um rund 2 Prozent auf fast 108 Dollar. Am Vortag hatte er in der Spitze kurz fast 110 Dollar erreicht.

In den USA entfernt sich die Rendite der Zehnjahresanleihen weiter von der 5-Prozent-Marke nach oben. Aktuell liegt sie bei 5,03 Prozent um. Nach Meinung mancher Analysten geht ein Teil des Anstiegs auch auf Zweifel am Willen der US-Notenbank zurück, entschlossen gegen die Inflation vorzugehen. Sollte sie am Mittwoch aber die US-Zinsen erhöhen und sich falkenhaft für die Zukunft äußern, könnten die Börsen das mit fallenden Renditen honorieren. Von Blackrock heißt es, die Fed stehe nun "unter Zugzwang" die Zinsen zu erhöhen. Die deutsche Zehnjahresrendite liegt bei 3,55 Prozent, das ist das höchste Niveau seit rund 16 Jahren.

Der DAX fällt um 0,9 Prozent auf 25.222 Zähler, der Euro-Stoxx-50 um 0,8 Prozent. Der Dollar zeigt mit der Erwartung am Mittwoch steigender US-Leitzinsen weiter Stärke. Der Euro geht mit 1,1538 Dollar um.

Einen Tag vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank dürfte man sich kaum noch aus dem Fenster lehnen wollen, heißt es im Handel. Händler sehen daher vor allem Käufermangel als Grund der tieferen Kurse. Aus der Krisenregion Nahost gibt es keine Neuigkeiten.

Der Verkaufsdruck bei KI-Aktien vom Vortag nach den aufgekommenen Sorgen vor einer zu schnellen Weiterentwicklung von KI, die Sicherheitsbedenken außen vorlässt, ist vorerst ausgelaufen, Erholungsbewegungen bleiben aber aus. ASML und BE Semi zeigen sich bis 0,4 Prozent im Plus. Infineon und Aixtron liegen knapp behauptet im Markt, Siemens Energy ebenso.

Auch an der Wall Street waren Aktien von Chipherstellern und Unternehmen, die KI-Infrastruktur bereitstellen, unter Druck geraten. Aktien großer KI-Auftraggeber wie Meta und Google hatten aber um rund 3 Prozent zugelegt. Microsoft wartete mit einem Verhaltenskodex auf den das Unternehmen beim Training neuer KI-Modelle anwenden will. Die Aktie stieg um 2 Prozent.

Giuseppe Sette, Mitbegründer von Reflexivity, einer Analysefirma für KI-Investments, kommentiert: "Mit China im Rennen erwarten wir keinen größeren Abschwung. Und was etwaige Rücksetzer bei KI-Aktien betrifft, so sind das schlicht Kaufgelegenheiten".

Gegen den leichteren Markt legen Rüstungswerte in Europa ganz leicht zu. Größter Verlierer ist der Sektor der Finanzdienstleister mit einem Minus von 2,6 Prozent. Der Stoxx-Subindex der Banken gibt um 1,1 Prozent nach. Bankaktien leiden laut Händlern unter politischen Forderungen nach erhöhtem Eigenkapital. Deutsche Bank verlieren rund 3 Prozent, UBS 4,6 Prozent.

Luxusaktien stehen wie erwartet unter Druck, nachdem neue Einzelhandelsdaten aus China ein enttäuschendes Wachstum zeigten. "Die Nachfrage der chinesischen Kunden ist 'das' Thema bei Luxus", sagt ein Händler. Weltweit hänge rund ein Drittel des Umsatzes bei Kering, LVMH und anderen daran. LVMH und Richemont verlieren je rund 2 Prozent, Kering geben nur leicht nach.

Axa zeigen sich 1,2 Prozent schwächer. Händler werte Aussagen und Wachstumspläne von Axa dennoch positiv.

Deutz geben um 4,2 Prozent nach. Der Motorenhersteller hat eine Kapitalerhöhung um 10 Prozent im Schnellverfahren vorgenommen. Um 3,7 Prozent nach unten geht es für Washtec. Der Waschstraßenbauer hat wegen einer hinter den Erwartungen zurückbleibenden Geschäfts- und Ergebnisentwicklung den Ausblick für das laufende Jahr kassiert.

Lanxess verlieren nach einem deutlich gesenkten Kursziel durch JP Morgan 5,2 Prozent.

Index        zuletzt +/- %    +/- abs. Schluss Vortag    +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50   6.207,48  -0,8     -52,90    6.260,38       7,2 
Stoxx-50      5.274,30  -0,9     -45,37    5.319,67       7,2 
DAX        25.222,09  -0,9     -218,72    25.440,81       3,0 
MDAX       30.830,56  -0,7     -226,60    27.039,42       0,7 
TecDAX       3.931,38  -0,7     -29,37    3.091,28       8,5 
SDAX       18.114,45  -0,4     -67,55    13.062,07       5,5 
FTSE       10.604,39  -0,9     -93,18    10.697,57       6,8 
CAC        8.045,31  -0,9     -72,47    8.117,78       -1,3 
SMI        13.700,39  -1,3     -178,15    13.878,54       3,3 
ATX        6.704,43  -0,9     -58,79    6.763,22       25,9 
 
 
DEVISEN       zuletzt +/- %    +/- abs. Schluss Vortag    Mo, 18:46 
EUR/USD       1,1537  -0,1     -0,0010     1,1547      1,1557 
EUR/JPY       178,88  +0,4     0,6600     178,22     178,4700 
EUR/CHF       0,9426  -0,1     -0,0012     0,9438      0,9430 
EUR/GBP        0,856  +0,1     0,0008     0,8552      0,8559 
USD/JPY       155,02  +0,4     0,6700     154,35     154,4100 
GBP/USD       1,3473  -0,2     -0,0022     1,3495      1,3501 
USD/CNY       6,7134  +0,1     0,0052     6,7082      6,7082 
USD/CNH       6,7141  +0,1     0,0055     6,7086      6,7080 
AUS/USD       0,7124  -0,2     -0,0013     0,7137      0,7144 
Bitcoin/USD    76.698,90  -3,0    -2.396,60    79.095,50    78.678,74 
 
 
ROHOEL       zuletzt +/- %    +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex      103,47  +2,1      2,08     101,39 
Brent/ICE      107,96  +2,2      2,28     105,68 
 
 
Metalle       zuletzt +/- %    +/- abs. Schluss Vortag 
Gold        4.270,67  -0,6     -27,22    4.297,89 
Silber        62,81  -0,7      -0,42      63,23 
Platin       1.745,07  -0,8     -14,36    1.759,43 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 15, 2026 04:44 ET (08:44 GMT)

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KI braucht Strom
Halbleiter, Speicherchips und Rechenzentren haben Anlegern im KI-Boom bereits enorme Gewinne beschert. Doch jetzt zeichnet sich mit der benötigten Energie der nächste große Flaschenhals ab. Neue KI-Rechenzentren benötigen nicht mehr einige Megawatt, sondern zum Teil mehrere Gigawatt Leistung – so viel wie mehrere moderne Kernkraftwerksblöcke.

Damit beginnt ein weltweites Wettrennen um verfügbare Stromkapazitäten. Hyperscaler sichern sich bereits über langfristige Verträge gewaltige Energiemengen, während Stromnetze und Erzeugungskapazitäten mit dem Ausbau kaum Schritt halten können. Zusätzlich verschärfen geopolitische Risiken rund um den Iran-Krieg und die Straße von Hormus die Situation.

Für Energieversorger und ihre Zulieferer könnte damit ein goldenes Zeitalter beginnen. Steigende Nachfrage, langfristige Abnahmeverträge und wachsende Strompreise schaffen ein Umfeld, in dem ausgewählte Unternehmen zum nächsten großen KI-Trade werden könnten.

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