WASHINGTON (dpa-AFX) - An diesem Mittwoch (20.00 Uhr deutscher Zeit) blicken die Finanzmärkte mit großer Aufmerksamkeit auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve: Zum ersten Mal seit Sommer 2023 könnte die Fed den Leitzins wieder anheben und damit versuchen, sich gegen die anhaltend hohe Inflation zu stemmen. In den vergangenen fünf Sitzungen hatte der Zentralbankrat die Zinsspanne bei 3,5 bis 3,75 Prozent beibehalten.
Ein Zinsschritt nach oben sei zwar nach wie vor keine ausgemachte Sache, kommentierte Elmar Völker, Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Dennoch steige der Druck, den Leitzins anzuheben. Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz sagte vor der Entscheidung der Fed: "Jetzt muss sie eigentlich springen. Bei der Sitzung am Mittwoch dürfte sie den Leitzins um 25 Basispunkte anheben."
Die Inflation in den USA verharrte im August auf hohem Niveau. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 3,4 Prozent - so wie auch schon im Juli. Damit liegt die Inflation weiterhin deutlich über dem von der Fed angestrebten Ziel von 2 Prozent, und das schon seit fünf Jahren.
Ungewöhnlich deutliche Worte von Fed-Chef Kevin Warsh zur hohen Teuerungsrate hatten Spekulationen über eine Straffung der Geldpolitik befeuert. "Wir müssen davon überzeugt sein, dass sich die Kerninflation eindeutig und mit ausreichender Geschwindigkeit unserem Ziel annähert. Andernfalls haben wir noch einiges zu tun", sagte Warsh beim Notenbank-Treffen Jackson Hole.
Mit ihren Zinsentscheidungen versucht die US-Notenbank, einen Kompromiss zwischen stabilen Preisen und möglichst vielen Vollbeschäftigten zu finden. Ist der Leitzins zu hoch, bremst er die Wirtschaft etwa wegen höherer Kreditkosten aus. Ein niedrigerer Zins stimuliert zwar Wachstum und den Arbeitsmarkt, kann aber die Inflation anheizen./ngu/DP/jha
