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MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Alles wartet auf die US-Notenbank

DJ MÄRKTE EUROPA/Freundlich - Alles wartet auf die US-Notenbank

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--Etwas freundlicher zeigen sich die europäischen Börsen kurz nach dem Start am Mittwoch. Für den DAX geht es um 0,4 Prozent nach oben auf 25.493 Punkte, der Euro-Stoxx-50 kommt um 0,5 Prozent voran. Klar im Fokus steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend. Im Vorfeld dürfte sich wie üblich Zurückhaltung breitmachen.

Der als Inflationstreiber geltende Ölpreis verharrt auf seinem erhöhten Niveau. Mit 107,79 Dollar kostet Brent-Öl aktuell knapp 1 Prozent weniger als am Vortag. Berichten zufolge könnte die Wiederherstellung einer beschädigten Pipeline in Saudi-Arabien, mit der die weiter kaum passierbare Straße von Hormus umgangen werden kann, schneller vonstatten gehen, als zunächst mit einigen Wochen veranschlagt.

Der Euro zeigt sich mit 1,1541 Dollar wenig verändert, am Anleihemarkt tut sich wenig, die deutsche Zehnjahresrendite liegt weiter bei 3,53 Prozent.

An den Märkten hat sich nach zuletzt sehr robusten US-Arbeitsmarktdaten und weiter hoher Inflation und auch mit Blick auf den Ölpreisanstieg mittlerweile die Meinung durchgesetzt, dass eine US-Zinserhöhung unverzichtbar ist. Die Wahrscheinlichkeit dafür wird am Zinsterminmarkt bei 92 Prozent gesehen. Die US-Zehnjahresrendite ist nach dem Vortages- und Mehrjahreshoch von 5,04 Prozent auf 5,00 Prozent zurückgekommen. Marktteilnehmer sehen darin Vorschusslorbeeren, denn eine Zinserhöhung sei als Signal zu werten, dass die US-Notenbank es mit der Inflationsbekämpfung ernst meint. Insofern dürfte sie an den Börsen positiv aufgenommen werden.

Weitaus wichtiger als der eigentliche Zinsschritt sind laut Marktteilnehmern wie ActivTrades-Analyst Frank Sohlleder aber die zeitgleich veröffentlichten neuen Konjunktur-, Inflations- und Zinsprojektionen - der sogenannte "Dot Plot". Dieser Ausblick berge das höchste Überraschungspotenzial. Das Problem für die Märkte ist, dass die US-Notenbank unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh ihren bislang üblichen Hinweis auf den geldpolitischen Kurs (Forward Guidance) zurückgefahren hat, mithin zunehmend darauf verzichtet, künftige Zinsschritte vorab zu signalisieren. Im Blick haben die Akteure daher auch das genaue Abstimmungsverhältnis innerhalb der Fed.

Bei den Konjunkturdaten des Tages stehen die US-Einzelhandelsumsätze im Fokus, zumal das US-Wirtschaftswachstum sehr stark am Konsum hängt. Erwartet wird ein Plus von 0,8 Prozent zum Vormonat, nach einem Minus von 0,6 Prozent im Vormonat. Aus Großbritannien werden diverse Preisdaten gemeldet, daneben steht die Industrieproduktion in der Eurozone auf dem Programm.

Unternehmensseitig ist die Nachrichtenlage extrem dünn. Die BMW-Aktie wird 0,3 Prozent höher gesehen, nachdem Berenberg die Aktie auf "Buy" hochgestuft hat. Zugleich senkten die Analysten das Kursziel für Mercedes-Benz (-0,4%) und stuften die Aktie von Stellantis (-1,2%) auf "Neutral" ab.

Für Elmos Semiconductor geht es nach einer Kaufempfehlung durch Metzler um 4,6 Prozent nach oben. Allerdings zeigen sich auch andere Aktien aus dem Halbleiter- und KI-Segment erholt, nachdem sie zu Wochenbeginn mit Sorgen um die Sicherheit von KI stark verkauft worden war. ASML und Infineon gewinnen 2,2 und 1,3 Prozent, Suss Microtec 2,9 Prozent. In Paris machen Soitec einen Satz um 10,3 Prozent nach oben. JP Morgan hat die Aktie des Herstellers von Hochleistungsmaterialien auf "Overweight" hochgestuft.

Index      zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50 6.269,68  +0,5   33,18    6.236,50    8,3 
Stoxx-50    5.323,39  +0,5   27,98    5.295,41    8,2 
DAX      25.493,22  +0,4   90,94    25.402,28    4,1 
MDAX     31.206,60  +0,2   70,85    27.039,42    1,9 
TecDAX     3.974,45  -0,1   -2,17    3.091,28    9,7 
SDAX     18.124,23  -0,0   -3,10    13.062,07    5,5 
FTSE     10.706,69  +0,5   48,56    10.658,13    7,8 
CAC      8.118,85  +0,4   28,57    8.090,28    -0,4 
SMI      13.840,06  +0,2   31,19    13.808,87    4,3 
ATX      6.794,66  +0,7   48,13    6.746,53    27,6 
 
 
DEVISEN     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mo, 18:46 
EUR/USD     1,1550  +0,1   0,0007     1,1543   1,1557 
EUR/JPY     178,94  -0,0  -0,0400     178,98  178,4700 
EUR/CHF     0,9454  +0,1   0,0007     0,9447   0,9430 
EUR/GBP     0,8567  +0,1   0,0006     0,8561   0,8559 
USD/JPY     154,92  -0,1  -0,1600     155,08  154,4100 
GBP/USD      1,348  +0,0   0,0006     1,3474   1,3501 
USD/CNY     6,7061  -0,1  -0,0051     6,7112   6,7082 
USD/CNH     6,7066  -0,1  -0,0045     6,7111   6,7080 
AUS/USD     0,7133  +0,1   0,0004     0,7129   0,7144 
Bitcoin/USD  75.780,81  -0,2  -118,22    75.899,03 78.678,74 
 
 
ROHOEL     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex    104,17  -1,6   -1,66     105,83 
Brent/ICE    107,76  -0,9   -0,99     108,75 
 
 
Metalle     zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold      4.335,59  +1,0   42,90    4.292,69 
Silber      64,78  +1,8    1,13      63,65 
Platin     1.789,31  +0,8   13,49    1.775,82 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 16, 2026 03:39 ET (07:39 GMT)

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KI braucht Strom
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