STRASSBURG (dpa-AFX) - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will Europa besser auf die schon spürbaren und zunehmenden Folgen des Klimawandels vorbereiten. Im Oktober werde die Behörde eine neue Strategie vorstellen, wie besser mit den Auswirkungen umgegangen werden kann, sagte von der Leyen in einer Rede zur Lage der Union im Europaparlament in Straßburg. "Es waren die heißesten Sommermonate aller Zeiten - aber vielleicht die kühlsten der kommenden Jahre."
Man werde die 100 am meisten gefährdeten Gebiete in Europa ermitteln, sagte von der Leyen. "Und wir werden die Risiken abschätzen - und auf welcher Ebene dagegen vorgegangen werden muss." Damit werde ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz erreicht, bis auf die lokale Ebene. Darüber hinaus wolle die Kommission eine Klimaversicherung für Verluste durch Katastrophen angehen.
Auch angesichts der mehr als 35.000 Toten während der Hitzewellen in diesem Jahr will die Kommission zudem einen europäischen Plan für Hitzewellen vorstellen, wie von der Leyen sagte. Es brauche bessere Frühwarnsysteme und Krisenvorsorge im Gesundheitswesen sowie Anpassung und Kühlung in den Städten.
Um die dauerhafte Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln sicherzustellen, werde zudem eine europäische Wasserinitiative gestartet, kündigte von der Leyen an, denn Wasser sei kostbar für Industrie und Ernährungssicherheit. Derzeit verlören die Leitungen in Europa fast jeden vierten Liter - meistens, weil sie undicht seien. "Kulturpflanzen brauchen Wasser zum Wachsen, das Vieh zum Überleben. Ganze Ernten hängen davon ab." Die Kommission werde daher Vorschläge zum Risikomanagement machen und sich um eine Lücke bei den Versicherungen kümmern./rdz/DP/jha
