HAMBURG (dpa-AFX) - Die Deutsche Marine beobachtet, dass in der Ostsee Systeme von Schiffen zur Positionsbestimmung gestört werden. Der Leiter der Marineschifffahrtleitung der Bundeswehr, Steffen Lange, sagte: "Die Ostsee ist mittlerweile ein Schlaraffenland geworden für elektronische Anomalien." Lange zufolge werden Funksignale zunehmend gestört und manipuliert. Die Auswirkungen reichten bis Rostock. Der Fregattenkapitän sprach auf dem Hamburger Schifffahrtsdialog der Handelskammer.
Lange schilderte den Fall eines Passagierschiffs, dessen Besatzung auf der Fahrt Richtung Finnland nicht länger die eigene Position über Satellitendaten habe bestimmen können. Zur selben Zeit habe es eine Nato-Übung gegeben. "Und da sehen Sie, der Russe probiert, aktiv zu stören." Das betreffe dann alle Schiffe, die auf dem Meer unterwegs seien. Lange sprach von einer Form der elektronischen Kriegsführung, die zunehme.
Die Marineschifffahrtleitung vermittelt zwischen der zivilen Seeschifffahrt und der Marine und ist für sichere Seehandelswege zuständig.
Am Montagabend hat nach Angaben des dänischen Verteidigungsministeriums in der Ostsee eine russische Fregatte zwei Leuchtkörper auf einen Hubschrauber der dänischen Streitkräfte abgefeuert. Zu dem Fall kam es vor dem dänischen Hafenort Gedser, der gegenüber von Rostock liegt./lkm/DP/jha
