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MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

TAGESTHEMA

Die US-Notenbank hat wie erwartet zum ersten Mal seit drei Jahren die Zinsen angehoben- und zwar einstimmig. Die Spanne des Leitzinses liegt nun bei 3,75 bis 4,00 Prozent, 25 Basispunkte höher. Die große Mehrheit der Notenbanker rechnet zudem laut der veröffentlichten Zinsprognosen mit einer weiteren Anhebung in diesem Jahr. "Die heutige geldpolitische Maßnahme wird eine rechtzeitigere Rückkehr zum 2-Prozent-Ziel des Ausschusses unterstützen", teilte der zinsgebende Offenmarktausschuss (FOMC) in seiner Grundsatzerklärung mit. Er verwies auf die erhöhte Unsicherheit, die teilweise auf die Geopolitik zurückzuführen sei. Zudem ließ er frühere Formulierungen weg, die die erhöhte Inflation teilweise auf Angebotsschocks zurückgeführt hatten.

Fed-Chairman Kevin Warsh machte in seinen Erläuterungen wenig Hoffnung, dass die Zinserhöhung ein einmaliges Ereignis sein würde. Unter anderem betonte er die weiter zu hohe Inflation. Auf die Frage, ob die Geldpolitik nach der Anhebung die Wirtschaftsaktivität belaste, sagte Warsh, er "finde es schwierig, die Finanzierungsbedingungen als restriktiv zu bezeichnen", und die meisten seiner Kollegen bei der Fed stimmten dem zu. Warsh sagte, die Anhebung der Zinsen um 0,25 Prozentpunkte habe lediglich "eine Dosis an Lockerheit entfernt". Dies deute darauf hin, dass die Vertreter möglicherweise restriktivere Finanzierungsbedingungen sehen wollten, d.h. einen weniger überhitzten Aktienmarkt und höhere Anleiherenditen.

AUSBLICK UNTERNEHMEN

07:00 DE/Wacker Chemie AG, Kapitalmarkttag

09:00 SE/Volvo Car Corp, Strategie-Update

10:00 AT/Kontron AG, Kapitalmarkttag

Im Tagesverlauf:

- DE/Bechtle AG, Kapitalmarkttag

AUSBLICK KONJUNKTUR

-EU 
  11:00 Verbraucherpreise August 
     Eurozone 
     PROGNOSE:         +0,4% gg Vm/+3,3% gg Vj 
     vorläufig: Vorabschätzung: +0,4% gg Vm/+3,3% gg Vj 
     zuvor:           +0,2% gg Vm/+2,9% gg Vj 
     Kernrate (ohne Energie, Nahrung, Alkohol, Tabak) 
     PROGNOSE:         +0,2% gg Vm/+2,4% gg Vj 
     vorläufig: Vorabschätzung: +0,2% gg Vm/+2,4% gg Vj 
     zuvor:           0,0% gg Vm/+2,5% gg Vj 
 
-GB 
  13:00 BoE, Ergebnis und Protokoll der Sitzung des geldpolitischen Rats 
     Bank Rate 
     PROGNOSE: 3,75% 
     zuvor:  3,75% 
 
-US 
  14:30 Baubeginne/-genehmigungen August 
     Baubeginne 
     PROGNOSE: +4,9% gg Vm 
     zuvor:  -12,4% gg Vm 
     Baugenehmigungen 
     PROGNOSE: -3,0% gg Vm 
     zuvor:  +5,0% gg Vm 
 
  14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) 
     PROGNOSE: 207.000 
     zuvor:  206.000 
 
  14:30 Philadelphia-Fed-Index September 
     PROGNOSE: 34,0 
     zuvor:  47,4 
 

ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES

Aktuell: 
              zuletzt +/- % 
DAX Futures        25.674,00  +0,4 
E-Mini-Future S&P-500   7.596,25  +0,5 
E-Mini-Future Nasdaq-100 29.134,00  +0,6 
Topix (Tokio)       4.086,77  +0,6 
Hang-Seng (Hongk.)    24.520,17  -0,8 
Shanghai-Comp.       3.880,22  -0,3 
 
 
Mittwoch: 
INDEX        Schluss +/- % 
DAX        25.537,75  +0,5 
DAX-Future    25.535,00  +0,4 
MDAX       31.276,77  +0,5 
TecDAX       3.984,52  +0,2 
SDAX       18.166,95  +0,2 
Euro-Stoxx-50   6.266,50  +0,5 
Stoxx-50      5.313,42  +0,3 
XDAX       25.507,78  -0,1 
Dow-Jones     51.461,90  -1,2 
S&P-500      7.551,81  -0,5 
Nasdaq Composite 25.978,43  -0,0 
 

FINANZMÄRKTE

EUROPA

Ausblick: Händler rechnen an den Börsen in Europa mit einem freundlichen Start in den Donnerstag. Treiber sind die Ergebnisse der US-Notenbanksitzung, die wie erhofft ausgefallen seien. Die US-Notenbank habe den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte erhöht und damit Glaubwürdigkeit bewiesen. "Am Tag nach einer Fed-Entscheidung ist es fast immer volatil", warnt ein Händler aber. Hinzu komme, dass am Freitag der Große Verfalltag an den internationalen Terminbörsen sei und Positionen angepasst werden müssten. Im Tagesverlauf wird nun auf den Zinsentscheid der Bank of England geblickt. Mehrheitlich werden hier unveränderte Leitzinsen erwartet und ein falkenhafter Ton.

Rückblick: Etwas fester - Vor der mit Spannung erwarteten US-Zinsentscheidung herrschte Zurückhaltung in Erwartung einer Zinserhöhung, die von den Märkten inzwischen aber als eher positives Signal gesehen wird als entschlossenes Vorgehen der US-Notenbank gegen die weiter zu hohe Inflation. Der Ausblick berge aber Überraschungspotenzial, hieß es. Autoaktien lagen schwächer im Markt. Der Stoxx-Subindex büßte 0,4 Prozent ein. Händler verwiesen auf das ungünstige Marktumfeld mit hohen Ölpreisen und dadurch verstärkte Inflations- und Zinssorgen. Das belaste konjunkturabhängige Aktien wie die der Auto-Hersteller besonders. BMW verloren 1,2 Prozent, obwohl Berenberg die Aktie auf "Buy" hochgestuft hatte Zugleich senkten die Analysten das Kursziel für Mercedes-Benz (-2,6%). VW gaben um 2,3 Prozent nach. In Paris verloren Renault sogar 4,5 Prozent. Stellantis büßten 3,3 Prozent ein. Berenberg hatte die Aktie auf "Neutral" abgestuft. Auf Erholungskurs zeigten sich "KI-Aktien", nachdem sie zu Wochenbeginn wegen Bedenken hinsichtlich der Risiken des KI-Einsatzes stark verkauft wurden. ASML rückten um 1,3 Prozent vor.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Etwas fester - Die Infineon-Aktie gewann 1,2 Prozent. Nur kurzzeitig belastete hier die Nachricht, dass sich der Konzern von einem Teil seines Geschäfts mit Speicherchips trennt. Infineon verkauft für 1,12 Milliarden US-Dollar einen Teil seines Geschäfts nach Taiwan. Bei Elmos Semiconductor trieb eine Kaufempfehlung durch Metzler, die Aktie gewann 3,3 Prozent. Suss Mirotec stiegen mit den allgemein erholten Halbleiteraktien um 4,0 Prozent.

XETRA-NACHBÖRSE

RWE zeigten sich nachbörslich wenig verändert, nachdem der Energiekonzern mitgeteilt hatte, die Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion weiter erhöht zu haben. Berentzen schossen um rund 20 Prozent nach oben mit der Nachricht, mit dem US-Spirituosenhersteller Sazerac über ein Übernahmeangebot zum Erwerb sämtlicher ausstehender Berentzen-Aktien zu verhandeln.

USA - AKTIEN

Etwas leichter - US-Aktien gaben nach und die Renditen von US-Staatsanleihen erreichten teils weitere Mehrjahreshochs, nachdem die US-Notenbank die Zinsen zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren angehoben hatte. Dazu signalsierte der sogenannte Dot Plot, dass im laufenden Jahr noch eine weitere Zinserhöhung anstehen könnte. Vor der Pressekonferenz des neuen Notenbankchefs Warsh seien Aktien und Anleihen relativ stabil gewesen, sie seien dann etwas unter Druck geraten, weil Warsh sich weigerte zu sagen, wie viele weitere Zinserhöhungen erforderlich sein könnten, um die Inflation auf das 2-Prozent-Ziel der Fed zurückzuführen. "Er sendet definitiv keine klaren Botschaften", monierte Allyson Heumann, Professorin an der Freeman School of Business der Tulane University. Der Anleihemarkt wolle aber wissen, wohin die Reise gehe. Starke Wirtschaftsdaten könnten derweil der US-Notenbank Spielraum geben, ihren Kampf gegen die Inflation fortzusetzen. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im August mit 1,2 Prozent stärker als erwartet. Aber auch abseits der Tankstellen zeigten die Umsätze eine gewisse Stärke. Technologieaktien zeigten sich relativ unverändert. Intel gewannen 4,0 Prozent, die ADR von SK Hynix bewegten sich kaum nach der Meldung, dass SK Hynix zukünftig in den USA Chips mit Intel fertigen könnte.

US-ANLEIHEN

Rendite  +/- 
2 Jahre   4,72   +0,06 
10 Jahre   5,00   +0,01 
30 Jahre   5,35   -0,01 
 

Nach der Zinserhöhung der US-Notenbank und einem Dot-Plot, der für das laufende Jahr eine mögliche weitere Zinserhöhung signalisierte, zogen die Renditen der Anleihen an, vor allem am kurzen Ende.

DEVISEN

zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:00 
EUR/USD     1,1463  -0,0  -0,0001     1,1464   1,1539 
EUR/JPY     178,81  -0,2  -0,3500    179,1600  178,9400 
EUR/CHF     0,9461  -0,0  -0,0004     0,9465   0,9448 
EUR/GBP     0,8565  +0,0  0,0001     0,8564   0,8575 
USD/JPY     155,94  -0,2  -0,3300    156,2700  155,0600 
GBP/USD     1,338  -0,0  -0,0001     1,3381   1,3451 
USD/CNY     6,7081  +0,0  0,0021     6,7060   6,7066 
USD/CNH     6,7089  -0,1  -0,0036     6,7125   6,7061 
AUS/USD     0,7111  +0,4  0,0025     0,7086   0,7130 
Bitcoin/USD 76.392,91  +0,4  264,59    76.128,32 75.661,64 
 
 

Der Dollar zog nach der Zinserhöhung und den eher falkenhaften geldpolitischen Signalen der US-Notenbank deutlich an. Der Euro gab um 0,6 Prozent nach auf rund 1,1470 Dollar.

++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold   4.290,81  +0,7   28,72    4.262,09 
Silber    63,60  +1,0   0,64      62,96 
Platin  1.777,89  +1,5   26,14    1.751,75 
 

Der Goldpreis bewegte sich unter dem Strich kaum, zuletzt kostete die Feinunze in den USA 4.272 Dollar. Nach den falkenhaften Fed-Signalen war er vom Tageshoch bei 4.360 deutlicher abgesackt, machte dann aber einen Teil des Rücksetzers wieder gut.

ÖL

zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex  102,02  -0,4   -0,41     102,43 
Brent/ICE  105,76  -0,1   -0,07     105,83 
 

Die Ölpreise gaben deutlicher nach. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent reduzierte sich um 3,1 Prozent auf 105,51 Dollar. Berichten zufolge könnte die Wiederherstellung einer beschädigten Pipeline in Saudi-Arabien, mit der die weiter kaum passierbare Straße von Hormus umgangen werden kann, schneller erfolgen, als zunächst erwartet.

MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR

BRASILIEN - Geldpolitik

Die brasilainische Notenbank hat den Leitzins auf 13,75 von 14,00 Prozent gesenkt.

BILFINGER

leidet auch wegen des anhaltenden Kriegs im Nahen Osten weiter mit einer schleppenden Nachfrage und hat j seine Umsatz- und Margenziele für das laufende Geschäftsjahr gekappt. Zudem wird das Sparprogramm "Agile" auf den Weg gebracht. Dafür bildet Bilfinger im vierten Quartal 2026 Rückstellungen von rund 75 Millionen Euro. Durch das Sparprogramm könnten weltweit bis zu 1.500 Stellen betroffen sein. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatz von 5,3 bis 5,7 statt 5,4 bis 5,9 Milliarden Euro. Die EBITA-Marge wird auf 3,2 bis 3,6 (bisher: 5,8 bis 6,2 Prozent) gesenkt. Ohne die einmaligen Aufwendungen für das neue Restrukturierungsprogramm entspricht dies einer bereinigten EBITA-Marge von 4,6 bis 5,0 Prozent. Der Freie Cashflow wird statt der ursprünglich veranschlagten 250 bis 300 Millionen Euro nur noch bei 180 bis 220 Millionen Euro erwartet. An den Mittelfristzielen bis 2030 hält das Unternehmen fest.

RWE

erhöht seine Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion weiter durch den Erwerb weiterer 3 Prozent an M31. Damit hält RWE künftig die Mehrheit an der Beteiligungsgesellschaft, der Anteil an Amprion steigt auf rund 58 Prozent. M31 hält rund drei Viertel der Anteile an dem deutschen Übertragungsnetzbetreiber.

BERENTZEN

verhandelt er mit dem US-Spirituosenhersteller Sazerac mit Sitz in New Orleans über ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zum Erwerb sämtlicher ausstehender Berentzen-Aktien. Informationen über den Fortgang der Verhandlungen sollen zu gegebener Zeit folgen.

MEDIA FOR EUROPE (MFE)

hat im ersten Halbjahr 2026 unter Berücksichtigung der Integration von ProSiebenSat.1 einen höheren Betriebsgewinn als im Vorjahr erzielt. Das EBIT)erreichte 64,3 Millionen Euro. Das Pro-forma-Ergebnis für den Vorjahreszeitraum wies einen operativen Verlust von 22,5 Millionen Euro aus. Die Pro-forma-Zahlen für das Vorjahr wurden laut MFE unter der Annahme erstellt, dass ProSiebenSat.1 ab dem 1. Januar 2025 konsolidiert worden sei.

NOVARTIS

hat in einer Phase-2-Studie für eine ALS-Behandlung die primären und die sekundären Endpunkte verfehlt und stellt die Entwicklung von VHB937 ein.

HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/gos

(END) Dow Jones Newswires

September 17, 2026 01:33 ET (05:33 GMT)

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Halbleiter, Speicherchips und Rechenzentren haben Anlegern im KI-Boom bereits enorme Gewinne beschert. Doch jetzt zeichnet sich mit der benötigten Energie der nächste große Flaschenhals ab. Neue KI-Rechenzentren benötigen nicht mehr einige Megawatt, sondern zum Teil mehrere Gigawatt Leistung – so viel wie mehrere moderne Kernkraftwerksblöcke.

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