Lausanne (ots) -
Am 18. und 19. September finden die Clean-Up-Days der Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU) statt. Freiwillige in der ganzen Schweiz sammeln Abfall ein und leisten damit kurzfristig einen Beitrag für ein sauberes Umfeld. Zu den Partnern der IGSU gehört Japan Tobacco International (JTI), deren Zigarettenfilter zu den am häufigsten vorkommenden Abfällen zählen und eine bedeutende Verschmutzungsquelle darstellen. Durch die Finanzierung von Aufräumaktionen und die Teilnahme daran kann die Tabakindustrie ihr Image aufpolieren und sich als Teil der Lösung des Problems präsentieren, das in Wirklichkeit durch die Produkte verursacht wird, die sie selbst herstellt und vermarktet.
Zigarettenstummel gehören zu den häufigsten Abfällen im öffentlichen Raum, mit bis zu 66 % (https://www.littering-recycling.ch/de/zyklus-2/einfuehrung-in-das-unterrichtsmaterial?utm_source=chatgpt.com) der nicht ordnungsgemäss entsorgten Abfälle. Sie sind toxisch und können über Böden und Gewässer erhebliche Umweltschäden verursachen. Die Filter brauchen bis zu 15 Jahre, bis sie zersetzt sind, wobei Mikroplastik freigesetzt wird, das in unsere Nahrungskette gelangen kann.
Aufräumen als Imagekampagne
"Ein paar Stunden freiwilliges Aufräumen lassen ein Unternehmen verantwortungsbewusst erscheinen. Sie ändern aber nichts daran, dass das Geschäftsmodell weiterhin auf dem Verkauf eines Produkts basiert, dessen Abfall in enormen Mengen in der Umwelt landet", so Michela Canevascini, Direktorin von OxySuisse.
Die Verantwortung wird dabei auf die Konsumierenden, Freiwilligen, Gemeinden und öffentliche Institutionen verschoben. Beim Clean-Up-Day werden sogar die Kinder eingespannt, hierzu ist dieses Jahr Globi, eine bei Kindern besonders beliebte Figur, an der Initiative beteiligt. Sie sollen die Folgen eines Problems beseitigen, das zu einem grossen Teil durch den Konsum von Tabakprodukten, welche durch die Industrie vermarktet und gefördert werden, entsteht. Die Beseitigung und Reinigung des Zigaretten-Litterings kostet die Gemeinden jährlich rund 52 Millionen Franken.
"Die Tabakindustrie kann nicht glaubwürdig behaupten, Teil der Lösung zu sein, während sie gleichzeitig für den Schweizer Markt Milliarden von Zigaretten produziert und vermarktet. Wer die Ursache des Abfalls nicht angeht, betreibt Symptombekämpfung", stellt Michela Canevascini fest.
Herstellerverantwortung und Massnahmen zur Konsumreduktion
Die Clean-Up-Day-Aktionen können einen Ort kurzfristig sauberer machen und das Bewusstsein für Littering schärfen. Sie sind jedoch kein Ersatz für strukturelle Massnahmen. Notwendig sind Massnahmen zur Reduktion des Tabakkonsums, eine vollständige Herstellerverantwortung für die Zigarettenstummel sowie die Ausweitung der rauchfreien bzw. konsumfreien Zonen: Wo nicht geraucht wird, können auch keine Zigarettenstummel auf dem Boden landen. Und letztendlich muss auch über ein Verbot von Zigarettenfiltern diskutiert werden, denn diese ändern nichts an der Schädlichkeit des Rauchens (https://academic.oup.com/jnci/article/109/12/djx075/3836090?login=false), sondern wiegen die Konsumierenden in falscher Sicherheit.
Neues Factsheet von OxySuisse
OxySuisse veröffentlicht heute im Rahmen des Projekts "Transparency and Truth" ein neues Factsheet. Es beleuchtet die Rolle der Tabakindustrie beim Clean-Up-Day und zeigt auf, wie Aufräumaktionen zur Imagepflege beitragen, während die strukturellen Ursachen des Zigarettenabfalls unangetastet bleiben.
Alternativen zum Clean-Up-Day
OxySuisse lädt Gemeinden und Politiker:innen ein, sich gemeinsam mit unabhängigen Partnern gegen Littering einzusetzen. Folgende Initiativen bieten wirksame und verantwortungsvolle Alternativen, die nicht von der Tabakindustrie finanziert werden:
- stop2drop: Die unabhängige NGO bietet eine pfannenfertige Kampagne für Gemeinden gegen Zigaretten-Littering, die Umweltschutz und Gesundheitsförderung gemeinsam denkt.
- Generation Rauchfrei (https://generationrauchfrei.ch/): Ein Projekt, welches sich für rauchfreie und kinderfreundliche Aussenräume einsetzt und eine schweizweit einheitliche Beschilderung für rauch- und nikotinfreie Spielplätze und weitere Aussenräume entwickelt hat.
- Trash Hero Schweiz (https://trashhero.org/de/): Nachhaltige Clean-Up-Aktivitäten mit einer unabhängigen Schweizer NGO mit hohen ethischen Standards.
Das Factsheet "Clean-Up-Day: Strassen säubern oder das Image der Tabakindustrie?" (https://transparencyandtruth.ch/wp-content/uploads/2026/09/260917_Factsheet_Cleanupday_DE.pdf) ist ab heute bei OxySuisse verfügbar.
Pressekontakt:
Markus Meury
markus.meury@oxysuisse.ch
078 722 55 86
Original-Content von: OxySuisse, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.ch/de/pm/100103853/100942368
Am 18. und 19. September finden die Clean-Up-Days der Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU) statt. Freiwillige in der ganzen Schweiz sammeln Abfall ein und leisten damit kurzfristig einen Beitrag für ein sauberes Umfeld. Zu den Partnern der IGSU gehört Japan Tobacco International (JTI), deren Zigarettenfilter zu den am häufigsten vorkommenden Abfällen zählen und eine bedeutende Verschmutzungsquelle darstellen. Durch die Finanzierung von Aufräumaktionen und die Teilnahme daran kann die Tabakindustrie ihr Image aufpolieren und sich als Teil der Lösung des Problems präsentieren, das in Wirklichkeit durch die Produkte verursacht wird, die sie selbst herstellt und vermarktet.
Zigarettenstummel gehören zu den häufigsten Abfällen im öffentlichen Raum, mit bis zu 66 % (https://www.littering-recycling.ch/de/zyklus-2/einfuehrung-in-das-unterrichtsmaterial?utm_source=chatgpt.com) der nicht ordnungsgemäss entsorgten Abfälle. Sie sind toxisch und können über Böden und Gewässer erhebliche Umweltschäden verursachen. Die Filter brauchen bis zu 15 Jahre, bis sie zersetzt sind, wobei Mikroplastik freigesetzt wird, das in unsere Nahrungskette gelangen kann.
Aufräumen als Imagekampagne
"Ein paar Stunden freiwilliges Aufräumen lassen ein Unternehmen verantwortungsbewusst erscheinen. Sie ändern aber nichts daran, dass das Geschäftsmodell weiterhin auf dem Verkauf eines Produkts basiert, dessen Abfall in enormen Mengen in der Umwelt landet", so Michela Canevascini, Direktorin von OxySuisse.
Die Verantwortung wird dabei auf die Konsumierenden, Freiwilligen, Gemeinden und öffentliche Institutionen verschoben. Beim Clean-Up-Day werden sogar die Kinder eingespannt, hierzu ist dieses Jahr Globi, eine bei Kindern besonders beliebte Figur, an der Initiative beteiligt. Sie sollen die Folgen eines Problems beseitigen, das zu einem grossen Teil durch den Konsum von Tabakprodukten, welche durch die Industrie vermarktet und gefördert werden, entsteht. Die Beseitigung und Reinigung des Zigaretten-Litterings kostet die Gemeinden jährlich rund 52 Millionen Franken.
"Die Tabakindustrie kann nicht glaubwürdig behaupten, Teil der Lösung zu sein, während sie gleichzeitig für den Schweizer Markt Milliarden von Zigaretten produziert und vermarktet. Wer die Ursache des Abfalls nicht angeht, betreibt Symptombekämpfung", stellt Michela Canevascini fest.
Herstellerverantwortung und Massnahmen zur Konsumreduktion
Die Clean-Up-Day-Aktionen können einen Ort kurzfristig sauberer machen und das Bewusstsein für Littering schärfen. Sie sind jedoch kein Ersatz für strukturelle Massnahmen. Notwendig sind Massnahmen zur Reduktion des Tabakkonsums, eine vollständige Herstellerverantwortung für die Zigarettenstummel sowie die Ausweitung der rauchfreien bzw. konsumfreien Zonen: Wo nicht geraucht wird, können auch keine Zigarettenstummel auf dem Boden landen. Und letztendlich muss auch über ein Verbot von Zigarettenfiltern diskutiert werden, denn diese ändern nichts an der Schädlichkeit des Rauchens (https://academic.oup.com/jnci/article/109/12/djx075/3836090?login=false), sondern wiegen die Konsumierenden in falscher Sicherheit.
Neues Factsheet von OxySuisse
OxySuisse veröffentlicht heute im Rahmen des Projekts "Transparency and Truth" ein neues Factsheet. Es beleuchtet die Rolle der Tabakindustrie beim Clean-Up-Day und zeigt auf, wie Aufräumaktionen zur Imagepflege beitragen, während die strukturellen Ursachen des Zigarettenabfalls unangetastet bleiben.
Alternativen zum Clean-Up-Day
OxySuisse lädt Gemeinden und Politiker:innen ein, sich gemeinsam mit unabhängigen Partnern gegen Littering einzusetzen. Folgende Initiativen bieten wirksame und verantwortungsvolle Alternativen, die nicht von der Tabakindustrie finanziert werden:
- stop2drop: Die unabhängige NGO bietet eine pfannenfertige Kampagne für Gemeinden gegen Zigaretten-Littering, die Umweltschutz und Gesundheitsförderung gemeinsam denkt.
- Generation Rauchfrei (https://generationrauchfrei.ch/): Ein Projekt, welches sich für rauchfreie und kinderfreundliche Aussenräume einsetzt und eine schweizweit einheitliche Beschilderung für rauch- und nikotinfreie Spielplätze und weitere Aussenräume entwickelt hat.
- Trash Hero Schweiz (https://trashhero.org/de/): Nachhaltige Clean-Up-Aktivitäten mit einer unabhängigen Schweizer NGO mit hohen ethischen Standards.
Das Factsheet "Clean-Up-Day: Strassen säubern oder das Image der Tabakindustrie?" (https://transparencyandtruth.ch/wp-content/uploads/2026/09/260917_Factsheet_Cleanupday_DE.pdf) ist ab heute bei OxySuisse verfügbar.
Pressekontakt:
Markus Meury
markus.meury@oxysuisse.ch
078 722 55 86
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Originalmeldung: https://www.presseportal.ch/de/pm/100103853/100942368
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