Berlin/London (ots) -
Landminen, Drohnen, Blindgänger, improvisierte Sprengsätze und andere explosive Kampfmittel haben zwischen 2020 und 2025 weltweit über 12.000 Kinder getötet oder verletzt. Damit verursachten sie mehr Opfer unter Kindern als jede andere Waffenkategorie. Im Durchschnitt waren in diesem Zeitraum täglich mehr als fünf Kinder betroffen, wie eine Analyse von Save the Children zeigt. Besonders der zunehmende Einsatz von Kampfdrohnen hat die Gefährdung von Kindern in Konfliktgebieten verschärft.
Allein im Jahr 2025 waren aus der Luft abgefeuerte Explosivwaffen, darunter Drohnen, weltweit an rund zwei Dritteln (67 Prozent) der Vorfälle beteiligt, bei denen Zivilist*innen zu Schaden kamen. Drohnenangriffe können Kinder unmittelbar töten oder verletzen und erschweren durch ihren vermehrten Einsatz den Zugang zu Schulen, Krankenhäusern, Wohnhäusern und humanitärer Hilfe. Da Drohnen oftmals ohne Vorwarnung angreifen, fühlen sich Kinder unsicher, selbst wenn sie nicht direkt ins Visier genommen werden.
"Kinder in Konfliktgebieten sind explosiven Waffen heute nahezu schutzlos ausgeliefert. Drohnen, Blindgänger und andere Explosivwaffen bedrohen sie überall: in der Schule, zu Hause, auf dem Weg zum Markt oder beim Spielen im Freien", sagt Karina Lehmann, Abteilungsleiterin Advocacy und Policy von Save the Children Deutschland. "Regierungen dürfen nicht zulassen, dass der Schutz von Kindern hinter der technologischen Entwicklung moderner Kriegsführung zurückbleibt. Gesetze, militärische Einsatzregeln und Schutzmechanismen müssen mit Drohnen, KI-gestützter Zielerfassung und anderen neuen Waffentechnologien Schritt halten. So berichten unsere Kolleg*innen im Sudan, wie unberechenbar und tödlich Drohnenangriffe inzwischen sind. Sie gefährden Kinderleben - und sie treffen auch diejenigen, die Kinder retten und versorgen."
Im Sudan waren Drohnenangriffe zwischen Januar und März 2026 für 78 Prozent der gemeldeten Fälle von verletzten und getöteten Kindern verantwortlich. In der Ukraine nahmen Drohnenangriffe auf Schulen im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 358 Prozent zu. Fachkräfte berichten, dass medizinische Eingriffe teils nur im Schein einer Handylampe erfolgen können, um die Gefahr von Drohnenangriffen zu minimieren. Auch der Gazastreifen verdeutlicht eine neue Phase moderner Kriegsführung: Dort werden Drohnenüberwachung, KI-gestützte Zielerfassung und andere unbemannte Systeme in dicht besiedelten Gebieten in erschreckendem Ausmaß eingesetzt.
Während internationale Schutzmechanismen für Kinder in Konfliktgebieten zunehmend geschwächt werden, bringen neue militärische Technologien zusätzliche Risiken für Kinder mit sich. Sie werfen auch Fragen darüber auf, wie Entscheidungen über den Einsatz von Gewalt getroffen werden, insbesondere dann, wenn Kinder und andere Zivilpersonen gefährdet sind. Save the Children fordert die internationale Staatengemeinschaft auf, den Einsatz von explosiven Waffen in Wohngebieten zu unterbinden und strengere politische und militärische Maßnahmen zum Schutz von Kindern in Konflikten durchzusetzen. Alle Konfliktparteien müssen das humanitäre Völkerrecht einhalten und die besonderen Vulnerabilitäten und Schutzbedarfe von Kindern explizit berücksichtigen. Darüber hinaus sollte stärker in die Unterstützung von Kindern investiert werden, die Opfer explosiver Kampfmittel geworden sind. Es braucht zudem mehr Gelder für Forschung und internationale Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Konflikten. Diese müssen eine wirksame menschliche Kontrolle sicherstellen und Systeme verbieten, die Personen ohne menschliche Aufsicht als Ziele auswählen und angreifen können.
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 226
Mail: presse@savethechildren.de
Original-Content von: Save the Children Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/106106/6354158
Landminen, Drohnen, Blindgänger, improvisierte Sprengsätze und andere explosive Kampfmittel haben zwischen 2020 und 2025 weltweit über 12.000 Kinder getötet oder verletzt. Damit verursachten sie mehr Opfer unter Kindern als jede andere Waffenkategorie. Im Durchschnitt waren in diesem Zeitraum täglich mehr als fünf Kinder betroffen, wie eine Analyse von Save the Children zeigt. Besonders der zunehmende Einsatz von Kampfdrohnen hat die Gefährdung von Kindern in Konfliktgebieten verschärft.
Allein im Jahr 2025 waren aus der Luft abgefeuerte Explosivwaffen, darunter Drohnen, weltweit an rund zwei Dritteln (67 Prozent) der Vorfälle beteiligt, bei denen Zivilist*innen zu Schaden kamen. Drohnenangriffe können Kinder unmittelbar töten oder verletzen und erschweren durch ihren vermehrten Einsatz den Zugang zu Schulen, Krankenhäusern, Wohnhäusern und humanitärer Hilfe. Da Drohnen oftmals ohne Vorwarnung angreifen, fühlen sich Kinder unsicher, selbst wenn sie nicht direkt ins Visier genommen werden.
"Kinder in Konfliktgebieten sind explosiven Waffen heute nahezu schutzlos ausgeliefert. Drohnen, Blindgänger und andere Explosivwaffen bedrohen sie überall: in der Schule, zu Hause, auf dem Weg zum Markt oder beim Spielen im Freien", sagt Karina Lehmann, Abteilungsleiterin Advocacy und Policy von Save the Children Deutschland. "Regierungen dürfen nicht zulassen, dass der Schutz von Kindern hinter der technologischen Entwicklung moderner Kriegsführung zurückbleibt. Gesetze, militärische Einsatzregeln und Schutzmechanismen müssen mit Drohnen, KI-gestützter Zielerfassung und anderen neuen Waffentechnologien Schritt halten. So berichten unsere Kolleg*innen im Sudan, wie unberechenbar und tödlich Drohnenangriffe inzwischen sind. Sie gefährden Kinderleben - und sie treffen auch diejenigen, die Kinder retten und versorgen."
Im Sudan waren Drohnenangriffe zwischen Januar und März 2026 für 78 Prozent der gemeldeten Fälle von verletzten und getöteten Kindern verantwortlich. In der Ukraine nahmen Drohnenangriffe auf Schulen im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 358 Prozent zu. Fachkräfte berichten, dass medizinische Eingriffe teils nur im Schein einer Handylampe erfolgen können, um die Gefahr von Drohnenangriffen zu minimieren. Auch der Gazastreifen verdeutlicht eine neue Phase moderner Kriegsführung: Dort werden Drohnenüberwachung, KI-gestützte Zielerfassung und andere unbemannte Systeme in dicht besiedelten Gebieten in erschreckendem Ausmaß eingesetzt.
Während internationale Schutzmechanismen für Kinder in Konfliktgebieten zunehmend geschwächt werden, bringen neue militärische Technologien zusätzliche Risiken für Kinder mit sich. Sie werfen auch Fragen darüber auf, wie Entscheidungen über den Einsatz von Gewalt getroffen werden, insbesondere dann, wenn Kinder und andere Zivilpersonen gefährdet sind. Save the Children fordert die internationale Staatengemeinschaft auf, den Einsatz von explosiven Waffen in Wohngebieten zu unterbinden und strengere politische und militärische Maßnahmen zum Schutz von Kindern in Konflikten durchzusetzen. Alle Konfliktparteien müssen das humanitäre Völkerrecht einhalten und die besonderen Vulnerabilitäten und Schutzbedarfe von Kindern explizit berücksichtigen. Darüber hinaus sollte stärker in die Unterstützung von Kindern investiert werden, die Opfer explosiver Kampfmittel geworden sind. Es braucht zudem mehr Gelder für Forschung und internationale Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Konflikten. Diese müssen eine wirksame menschliche Kontrolle sicherstellen und Systeme verbieten, die Personen ohne menschliche Aufsicht als Ziele auswählen und angreifen können.
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
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