BERLIN (dpa-AFX) - Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben mit einer Protestaktion vor einem Pop-up-Store der Online-Billigplattform Shein in Berlin auf die Risiken von Wegwerfmode aufmerksam gemacht. Die Aktivisten trugen pinkfarbenen Overalls und hatten Banner dabei, auf denen "Wegen Verantwortungslosigkeit geschlossen" zu lesen war.
"Shein produziert jedes Jahr viele Hundert Millionen Produkte billiger Trash-Mode und befeuert so die Probleme von Wegwerfkonsum: Überangebot, gefährliche Chemikalien und weltweit wachsende Müllberge", erklärte Moritz Jäger-Roschko, Greenpeace-Experte für Kreislaufwirtschaft, in einer Mitteilung. Fast Fashion müsse politisch gebremst werden, forderte er.
Hohe Chemikalienwerte immer wieder nachgewiesen
Greenpeace wies laut eigenen Angaben in den vergangenen Jahren immer wieder gefährlich hohe Konzentrationen von Schadstoffen in Kleidung aus dem Shein-Online-Sortiment nach - etwa die Ewigkeitschemikalien PFAS oder die Weichmacher Phthalate. Die in Berlin angebotenen Produkte dürften die EU-Grenzwerte einhalten, um Gesetzesbrüche zu vermeiden, hieß es in der Mitteilung weiter.
Auch aus im Sommer veröffentlichten Untersuchungen des Bremer Umweltinstituts im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) geht hervor, dass auf der Online-Plattform verkaufte Kleidung zum Teil stark mit Chemikalien belastet ist und damit europäische Grenzwerte reißt. 7 von 18 getesteten Kleidungsstücken verstießen demnach gegen EU-Grenzwerte.
Shein ging auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht auf die Vorwürfe ein. "Uns ist bewusst, dass viele Menschen starke Ansichten über unsere Branche haben, und wir respektieren das Recht auf friedlichen Protest - solange dadurch unsere Kolleginnen und Kollegen und unsere Kundinnen und Kunden ihren rechtmäßigen Tätigkeiten sicher und ungestört nachgehen können", teilte ein Sprecher mit.
Das sind Ewigkeitschemikalien
Als sogenannte Ewigkeitschemikalien reichern sich PFAS in Mensch und Umwelt an. Manche PFAS können laut Umweltbundesamt Effekte auf Stoffwechsel, Hormonhaushalt und Immunsystem haben, manche stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Sogenannte Phthalate - dazu gehört DEHP - haben hormonähnliche Eigenschaften und können die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen./fdu/DP/zb



