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MÄRKTE EUROPA/Fallende Renditen und Ölpreise treiben Börsen an

DJ MÄRKTE EUROPA/Fallende Renditen und Ölpreise treiben Börsen an

DOW JONES--Nachgebende Renditen und weiter fallende Ölpreise haben am Donnerstag an den europäischen Aktienmärkten für Gewinne gesorgt. Brent notierte nur noch knapp über der Marke von 103 Dollar je Barrel und die Rendite zehnjähriger US-Anleihen entfernte sich wieder von der Marke von 5 Prozent. Mit Erleichterung wurden außerdem der Zinsentscheid und der Ausblick der US-Notenbank vom Vorabend aufgenommen. Sorgen um die Glaubwürdigkeit der Fed bei der Bekämpfung der Inflation seien damit ausgeräumt worden, hieß es. Der DAX verbesserte sich um 0,7 Prozent auf 25.717 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,9 Prozent auf 6.323 Punkte nach oben.

Die Fed hat, wie allgemein erwartet, den Leitzins um 25 Basispunkte erhöht. Nach Einschätzung der meisten Marktteilnehmer blieb ihr auch keine andere Wahl angesichts der weiterhin zu hohen Inflation.

Bemerkenswert sei, dass die Entscheidung einstimmig gefallen sei, hob Thomas Altmann von QC Partners hervor. Die Fed sende damit ein Zeichen der Geschlossenheit, auch an US-Präsident Donald Trump. Besonders positiv fand Altmann den Ausblick. Er sehe zwar eine weitere Erhöhung in diesem Jahr vor, für 2027 aber auf erhöhtem Niveau dann stabile Leitzinsen. Die Börsen hätten dagegen mit insgesamt drei bis vier Zinsschritten bis Ende 2027 gerechnet.

Der Euro erholte sich etwas von seinem Rücksetzer am Vorabend nach den eher falkenhaften Kommentaren der US-Notenbank. Deren Chef Kevin Warsh bemerkte neben der weiter zu hohen Inflation, dass er die derzeitige Geldpolitik nur schwer als restriktiv bezeichnen könne.

Die Bank of England (BoE) hat ihre Geldpolitik wie erwartet unverändert gelassen und beließ den Reposatz bei 3,75 Prozent. Für unveränderte Zinsen stimmten sechs MPC-Mitglieder, für eine Zinsanhebung drei. Der Ausschuss steht nach eigener Aussage bereit, bei Bedarf zu handeln, um sicherzustellen, dass die Verbraucherpreisinflation auf Kurs bleibt, um mittelfristig das 2-Prozent-Ziel zu erreichen. Der FTSE-100 in London legte um 1,2 Prozent zu.

Am Aktienmarkt stand der Einbruch der Bilfinger-Aktie um 21,4 Prozent im Fokus. Der Industriedienstleister hat seine Prognosen gesenkt und startet ein Sparprogramm. Analysten äußerten sich enttäuscht. Bernstein sieht nur noch eine geringe Prognosesicherheit für das kommende Jahr. Nach den Zweitquartalszahlen sei man noch davon ausgegangen, dass nicht ein Wegfall, sondern die Verschiebung von Aufträgen für das schwächere erste Halbjahr verantwortlich gewesen sei.

Wacker Chemie verloren 2,1 Prozent in Reaktion auf neue Ziele, die auf dem Kapitalmarkttag vorgestellt wurden. Die Analysten der DZ Bank werteten die reduzierten Margenziele für 2030 als wichtigen Schritt hin zu mehr Realitätssinn und Glaubwürdigkeit. Obwohl die Reduzierung optisch negativ wirke, bringe sie die benötigte Verlässlichkeit in die mittelfristige Planung zurück. Die Analysten von JP Morgan monierten, dass die neuen Finanzziele zwar weitgehend erwartungsgemäß seien, jedoch keine konkreten Fristen zu ihrer Erreichung genannt würden.

Novartis gewannen 1,5 Prozent, obwohl der Pharmariese erneut einen Studienmisserfolg hinnehmen musste. Damit steigt die Zahl der klinischen Rückschläge innerhalb der vergangenen drei Wochen auf insgesamt vier. In diesem Zeitraum hat der Kurs bereits um rund 10 Prozent eingebüßt.

Moncler legten um 0,6 Prozent zu nach einer Hochstufung durch Bernstein. Sodexo wurden von JP Morgan hochgestuft und gewannen 2,9 Prozent. Dassault Systemes fielen nach einer Abstufung durch Exane BNP auf "Underperform" um 1,5 Prozent.

Berentzen haussierten um 24 Prozent; das Unternehmen steht vor einem Verkauf in die USA. Der Getränkehersteller verhandelt mit dem US-Spirituosenhersteller Sazerac über ein Übernahmeangebot zum Erwerb sämtlicher ausstehender Berentzen-Aktien.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.323       +0,9          +8,2 
Stoxx-50        5.363       +0,9          +8,0 
Stoxx-600        643       +0,9          +7,6 
DAX          25.717       +0,7          +4,3 
FTSE-100 London    10.816       +1,2          +7,6 
AEX Amsterdam     1.101       +0,4         +15,2 
BEL-20 Brüssel     5.777       +0,8         +12,9 
IBEX-35 Madrid    19.832       +1,0         +13,5 
SMI Zürich      13.947       +0,6          +4,5 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:00 
EUR/USD          1,1476  +0,1  0,0012     1,1464   1,1539 
EUR/JPY          178,9  -0,2  -0,2600     179,16  178,9400 
EUR/CHF          0,9462  -0,0  -0,0003     0,9465   0,9448 
EUR/GBP           0,86  +0,4  0,0036     0,8564   0,8575 
USD/JPY          155,84  -0,3  -0,4300     156,27  155,0600 
GBP/USD          1,3341  -0,3  -0,0040     1,3381   1,3451 
USD/CNY          6,7074  +0,0  0,0014     6,7060   6,7066 
USD/CNH          6,7029  -0,1  -0,0096     6,7125   6,7061 
AUS/USD          0,7112  +0,4  0,0026     0,7086   0,7130 
Bitcoin/USD      76.735,83  +0,8  607,51    76.128,32 75.661,64 
 
ROHÖL          zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         100,79  -1,6   -1,64     102,43 
Brent/ICE         103,56  -2,1   -2,27     105,83 
 
Metalle         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.369,88  +2,5  107,79    4.262,09 
Silber           65,89  +4,7   2,93      62,96 
Platin         1.792,95  +2,4   41,20    1.751,75 
(Angaben ohne Gewär) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 17, 2026 12:22 ET (16:22 GMT)

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