DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Bank of Japan erhöht Leitzins auf 1,25 Prozent - Höchster Wert seit 1995
Die Bank of Japan (BoJ) hat ihren Leitzins auf den höchsten Stand seit 30 Jahren angehoben und mögliche weitere Erhöhungen in Aussicht gestellt. Die BoJ teilte am Freitag mit, sie habe ihren Leitzins auf 1,25 Prozent angehoben. Die Notenbanker vollzogen damit eine politische Kehrtwende mit potenziell weitreichenden Auswirkungen über Japans Grenzen hinaus. Japanische Investoren besitzen rund 2,5 Billionen US-Dollar an US-Aktien, Anleihen und anderen Finanzanlagen, was etwa die Hälfte von Japans enormen Auslandsportfolio-Beständen von 5 Billionen US-Dollar ausmacht. Mit steigenden Zinsen könnte die Aussicht auf höhere Renditen im Inland einen Teil dieses Geldes zurück nach Japan locken und damit den bislang verlässlichen Kapitalstrom verlangsamen oder sogar umkehren, der die Kurse an den US- und anderen Weltmärkten gestützt hat.
Verbraucherinflation in Japan nahe 2 Prozent
Die Verbraucherinflation in Japan ist im August nahe dem 2-Prozent-Ziel der Zentralbank geblieben. Die Verbraucherpreise ohne frische Lebensmittel kletterten im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent. Damit verlangsamte sich der Anstieg im Vergleich zu den 1,8 Prozent im Juli zwar leicht, die Rate hielt sich aber nahe am Ziel der BoJ, wie aus am Freitag veröffentlichten Regierungsdaten hervorging. Als Zeichen einer soliden Kerninflation stieg die Rate, die sowohl frische Lebensmittel als auch Energiepreise ausklammert, im August auf Jahressicht um 1,9 Prozent und erreichte damit das gleiche Tempo wie im Juli.
Deutsche Erzeugerpreise steigen im August stärker als erwartet
Der Inflationsdruck in Deutschland hat im August auf der Produzentenstufe deutlicher als erwartet zugenommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, stiegen die Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent und lagen um 4,6 (Juli: 3,0) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten Raten von 0,9 und 4,3 Prozent prognostiziert. Der Anstieg der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat war vor allem auf gestiegene Energiepreise (plus 8,3 Prozent) zurückzuführen. Die Preise von Vorleistungsgütern (plus 6,1 Prozent) stiegen ebenfalls deutlich gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch Investitionsgüter (plus 2,4 Prozent) und Gebrauchsgüter (plus 2,1 Prozent) waren im August teurer als ein Jahr zuvor.
Einzelhandelsumsätze in Großbritannien legen trotz Inflationsanstiegs zu
Die Einzelhandelsumsätze in Großbritannien haben sich im August erholt und damit einem Anstieg der Inflation getrotzt. Gestützt wurde die Entwicklung von den Online-Verkäufen. Das Verkaufsvolumen stieg im Monatsvergleich um 0,5 Prozent und machte damit den Rückgang von 0,5 Prozent im Juli wieder wett. Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten einen Rückgang von 0,1 Prozent erwartet. Wie das Statistikamt ONS mitteilte, erholten sich im August die Verkäufe des Versand- und Internethandels, die typischerweise online stattfinden. Auch die Umsätze der Kaufhäuser verbesserten sich nach Problemen mit der Warenverfügbarkeit im Juli. Ein Teil des Gesamtrückgangs der Einzelhandelsumsätze im Juli sei auf saisonale Rabattaktionen im Juni zurückzuführen.
Chinesischer Yuan steigt auf höchsten Stand seit mehr als vier Jahren
Der chinesische Yuan hat am Freitag seine stärkste Entwicklung gegenüber dem US-Dollar seit mehr als vier Jahren verzeichnet. Gestützt wurde er dabei von den robusten Exporten des Landes und der Unterstützung durch die Zentralbank. Der Offshore-Yuan legte während des morgendlichen Handels zu und überschritt die wichtige Schwelle von 6,70 pro Dollar. Dies markierte den höchsten Stand seit Juli 2022. Der Anstieg am Freitag erfolgte, nachdem die People's Bank of China ihren täglichen Währungsfixing zum achten Mal in Folge bis Freitag anhob. Das war die längste Serie seit 2023. Im Vorfeld des für Ende September angesetzten Gipfeltreffens zwischen Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping hat die chinesische Zentralbank den Yuan durch festere tägliche Referenzkurse gestützt.
RBA-Gouverneurin Bullock: Inflationssorgen bewahrheiten sich
Die Gouverneurin der Reserve Bank of Australia, Michele Bullock, hat am Freitag davor gewarnt, dass sich die Sorgen der Zentralbank hinsichtlich der hartnäckigen Inflation bewahrheiten. Die Inflation sei weiterhin "zu hoch", und die jüngsten Entwicklungen deuteten darauf hin, dass "sich einige Aufwärtsrisiken für die Inflation zu bewahrheiten scheinen", sagte Bullock in einer Anhörung vor dem Parlament. Sie merkte an, dass die meisten globalen Zentralbanken zwar anfangs von einem kurzen Konflikt im Nahen Osten ausgegangen seien, die Situation aber andauere und zu weltweit steigenden Zinsen beitrage.
Republikanische Kongressabgeordnete aus Florida bricht mit Trump
Die republikanische Abgeordnete Maria Elvira Salazar aus Südflorida distanziert sich von US-Präsident Donald Trump und dessen Methoden der Durchsetzung der Einwanderungsgesetze - eine deutliche Warnung an ihre Partei im Vorfeld der Zwischenwahlen im November. "Herr Präsident, einige Ihrer Maßnahmen zur Durchsetzung der Einwanderungsgesetze sind zu weit gegangen", sagte Salazar in einem 30-sekündigen Werbespot, der vor dem Weißen Haus aufgenommen wurde. "Die gleichen Hispanics, die Ihnen 2024 zum Einzug ins Weiße Haus verholfen haben, fühlen sich heute verraten." Der Spot wird laut ihrer Kampagne in ganz Südflorida im Fernsehen, digital und auf Streaming-Plattformen sowie auf Englisch und Spanisch verbreitet.
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September 18, 2026 03:07 ET (07:07 GMT)
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