DJ EZB/Vujcic: Blick nicht zu sehr auf Energiepreise verengen
DOW JONES--Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Boris Vujcic, hat Marktteilnehmer davor gewarnt, sich bei der Analyse des Zinsausblicks zu stark auf die Energiepreise zu konzentrieren. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters deutete er an, dass die EZB vorerst am bisherigen Zinserhöhungstempo festhalten dürfte. Vujcic ließ außerdem Sympathie für eine Anhebung der Mindestreserveanforderung für Banken erkennen.
"In letzter Zeit haben wir eine sehr hohe Sensibilität gegenüber den Energiepreisen beobachtet. Man muss jedoch die breiteren wirtschaftlichen Zusammenhänge bedenken", sagte er. Wenn die Inflation den Herbst über hoch bleibe und sich auf die Haushaltseinkommen und das Konsumverhalten auswirke, werde dies auch eine dämpfende Wirkung auf das BIP haben. "Man muss alles im Blick behalten und darf sich nicht auf eine einzige Datenreihe konzentrieren", sagte er.
Auf die Frage, ob die EZB ihr schrittweises Vorgehen bei der geldpolitischen Straffung - Zinserhöhungen bei Ratssitzungen mit Stabsprojektionen - beibehalten werde antworte er: "Vorerst ja. Aber wir werden sehen, was der morgige Tag bringt." ESTR-Futures preisen eine nächste Zinserhöhung sicher erst für Dezember ein.
Vujcic scheint zudem Sympathien für eine Anhebung der Mindestreserve für Banken zu heben, weil er sie für ein geeignetes Instrument hält, die Überliquidität schneller zu verringern. "Ich möchte den Diskussionen mit meinen Kollegen nicht vorgreifen, aber ich habe Mindestreserven immer als einen unkomplizierten Weg betrachtet, um einen Teil der Überschussliquidität zu sterilisieren", sagte er.
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September 18, 2026 03:42 ET (07:42 GMT)
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