DJ MÄRKTE EUROPA/Aktien leichter - Ölpreis fällt weiter - Verfall im Blick
DOW JONES--Mit kleinen Einbußen zeigen sich Europas Börsen am Freitagvormittag. Angesichts eines günstigen Umfelds wird die bisherige Tagestendenz von Marktteilnehmern mit dem Großen Verfalltag an den internationalen Terminbörsen in Verbindung gebracht. Der Tag führe oft zu kräftigeren Umschichtungen und volatilen Ausschlägen.
Der DAX fällt um 0,6 Prozent auf 25.575 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,4 Prozent nach, trotz positiver Vorgaben der Wall Street, weiter sinkender Ölpreise und wieder besserer Stimmung für Technologieaktien. Der Euro zeigt sich wenig verändert bei 1,1486 Dollar. Am Anleihemarkt tut sich nach der jüngsten Entspannung aktuell wenig. Die deutsche Zehnjahresrendite liegt wieder unter 3,50 Prozent, wenn auch nur sehr knapp.
Dass die Zinsen wieder ganz leicht anziehen könnte an den deutschen Erzeugerpreisen liegen, die im August mit 4,6 Prozent zum Vorjahr stärker gestiegen als erwartet, in erster Linie wegen der stark gestiegenen Energiepreise. Das untermauert die Erwartung weiter steigender Zinsen in der Eurozone, nachdem die EZB in der Vorwoche bereits die Zinsen angehoben hatte angesichts der zu hohen Inflation.
Für übergeordnet gute Stimmung sorge, dass die Fed funktioniert habe, heißt es im Handel. Der US-Markt habe die Inflationsbekämpfung durch die US-Notenbank positiv aufgenommen, die Risikoabschläge bei zinsempfindlichen Aktien wie Technologietiteln sei ausgepreist worden, in der Breite sei es mit den Kursen nach oben gegangen. Der stark technologielastige Kospi in Seoul gewann 2,4 Prozent. Auch von den Zinsexperten der Commerzbank heißt es: "Die Medizin wirkt". Die Entscheidung der Fed habe möglicherweise verhindert, dass der Ausverkauf an den Bondmärkten außer Kontrolle gerät.
Der Brent-Ölpreis sinkt um 2,2 Prozent auf unter 103 Dollar. Die durch den Ausfall der Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens ausgelösten Angebotsängste lassen nach, nachdem es zuletzt hieß, die beschädigte Pipeline könne schneller als zunächst befürchtet repariert werden.
Unterdessen ist die Zinserhöhung der Bank of Japan auf 1,25 Prozent ist wie erwartet ausgefallen, die Begleitkommentare werden als nicht falkenhaft gewertet. Dazu passend sank die Kernrate der japanischen Inflation im August gegenüber dem Vormonat minimal auf 1,7 Prozent im Jahresvergleich.
Unternehmensseitig ist die Nachrichtenlage dünn. Für starke Kursbewegungen sorgen wie so oft Umstufungen. Infineon steigen um 3,5 Prozent; Oddo BHF hat die Aktie auf "Outperform" erhöht. Allerdings ziehen Chip- und KI-Aktien auf breiter Front an. ASML verteuern sich um 1,7, STMicro um 2,3 und Aixtron um 3,0 oder BE Semiconductor um 2,4 Prozent. Im Rüstungssektor legen Renk und TKMS mit positiven Analystenkommentaren um 2,7 und 3,1 Prozent zu.
Siltronic mache einen Satz um über 6 Prozent auf 74,20 Euro, nachdem die UBS das Kursziel auf 120 nach 105 Euro erhöht hat.
Europaweit schwach liegen Telekomaktien. Ihr Stoxx-Subindex sackt um 2,0 Prozent ab. Einer der größten Verlierer sind hier Orange in Paris mit einem Minus von 4,1 Prozent. Morgan Stanley hat die Aktie auf "Underweight" herabgestuft. Deutsche Telekom verlieren 3,4 und Vodafone 3,6 Prozent.
Nestle geben 1,9 Prozent ab nach der Ankündigung von Zwangsverwaltung für die Tochtergesellschaften in Russland. "Das kann als Vorstufe zur Enteignung gesehen werden", sagt ein Händler. Bei Danone sei ähnliches passiert und habe zu einer Milliarden-Abschreibung geführt. Nestle will nun alle notwendigen Schritte vornehmen, seine Rechte zu beschützen. Für Raiffeisen Bank International geht es in Wien um 2,5 Prozent nach oben. Die Aktie war mit Vorwürfen des Short-Sellers Grizzly mit Blick auf das Russland-Geschäft am Donnerstag um über 6 Prozent gefallen. Die Bank wies die Anschuldigungen inzwischen als "falsch" und "irreführend" zurück und erwägt rechtliche Schritte.
Überwiegend schwächer zeigen sich die Aktien, die von Änderungen in den großen europäischen Indizes am Abend betroffen sind. Engie geben um 0,7 Prozent nach, Nokia steigen um 2,6 Prozent - beide Aktien werden in den Euro-Stoxx-50 aufgenommen. Für die beiden Absteiger VW und Wolters Kluwer geht es um 1,4 bzw. 0,5 Prozent nach unten. Barclays, die in den Stoxx-50 kommen, geben um 0,3 Prozent nach, Prosus, die dafür Platz machen müssen, büßen 1,1 Prozent ein.
Index zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD Euro-Stoxx-50 6.296,15 -0,4 -26,75 6.322,90 8,7 Stoxx-50 5.345,15 -0,3 -17,52 5.362,67 8,7 DAX 25.574,99 -0,6 -141,72 25.716,71 4,4 MDAX 31.405,06 -0,1 -43,06 27.039,42 2,6 TecDAX 3.988,44 -0,2 -7,91 3.091,28 10,1 SDAX 18.303,57 +0,4 76,24 13.062,07 6,6 FTSE 10.748,63 -0,6 -67,51 10.816,14 8,2 CAC 8.135,26 -0,6 -51,67 8.186,93 -0,2 SMI 13.918,92 -0,2 -28,39 13.947,31 4,9 ATX 6.854,35 -0,2 -10,67 6.865,02 28,7 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 18:04 EUR/USD 1,1487 +0,1 0,0013 1,1474 1,1478 EUR/JPY 181,14 +1,2 2,1700 178,97 178,9100 EUR/CHF 0,9467 +0,1 0,0007 0,9460 0,9461 EUR/GBP 0,8589 +0,0 0,0002 0,8587 0,8600 USD/JPY 157,65 +1,1 1,6900 155,96 155,8400 GBP/USD 1,3371 +0,1 0,0016 1,3355 1,3343 USD/CNY 6,6972 -0,2 -0,0102 6,7074 6,7074 USD/CNH 6,6964 -0,1 -0,0074 6,7038 6,7029 AUS/USD 0,7128 +0,3 0,0019 0,7109 0,7112 Bitcoin/USD 77.895,65 +1,8 1.380,82 76.514,83 76.744,31 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 99,97 -1,9 -1,94 101,91 Brent/ICE 102,68 -2,0 -2,14 104,82 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.392,32 +1,2 52,23 4.340,09 Silber 67,08 +2,9 1,89 65,19 Platin 1.815,74 +2,6 46,72 1.769,03 (Angaben ohne Gewähr)
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September 18, 2026 04:24 ET (08:24 GMT)
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