DJ KONJUNKTUR IM BLICK/Ifo-Geschäftsklimaindex und "kleine" Zentralbanken
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Federal Reserve und Europäische Zentralbank (EZB) haben den Finanzmärkten mit ihren Zinsentscheidungen nebst Erläuterungen klargemacht, dass sie ernsthaft gegen eine Inflationsgefahr anzugehen gedenken, die größer ist, als sich mancher bisher ausgemalt hat. Auch die Bank of Japan (BoJ) reagierte indem sie das Tempo ihrer Zinserhöhungen anzog und weitere Zinsschritte ankündigte. Ausgelöst wurden diese Aktionen von der Erkenntnis, dass es vorerst keinen Frieden im Nahen Osten geben wird, während sich die Volkswirtschaften zugleich als erstaunlich widerstandsfähig erweisen. Die in der kommenden Woche anstehenden Daten werden zeigen, wie die Unternehmen auf dieses Umfeld reagieren. Zudem stehen zwei weitere Leitzinsentscheidungen an.
Europäische Einkaufsmanagerindizes sinken im September leicht
Die Einkaufsmanagerindizes des Euroraums (PMI's) dürften im September leicht gesunken sein. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass der PMI des verarbeitenden Gewerbes auf 52,5 (August: 52,7) Punkte nachgegeben hat und der Service-PMI auf 51,3 (51,6) Punkte. Für den so genannte aggregierten PMI der Produktion in beiden Sektoren wird ein Rückgang auf 51,5 (52,0) prognostiziert. Die PMI's haben sich in den vergangenen Monaten gut gehalten und damit maßgeblich zu dem Eindruck beigetragen, dass die Wirtschaft besser als erwartet läuft. Das gilt vor allem für die Industrie. Gleiches lässt sich für die deutschen PMI's sagen, die kurz vor den europäischen veröffentlicht werden. Die Euroraum-PMI's werden am Mittwoch (10.00 Uhr) veröffentlicht. Zuvor kommen um 8.45 und 9.30 Uhr die aus Frankreich und Deutschland.
Ifo-Geschäftsklimaindex steigt im September
Das Geschäftsklima in Deutschland (Donnerstag, 10.00 Uhr) dürfte sich im September aufgehellt haben. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass der Ifo-Geschäftsklimaindex auf 89,0 (August: 88,8) gestiegen ist. Der unerwartet deutliche Anstieg im Vormonat - insgesamt der vierte in Folge - war sowohl von der Lagebeurteilung als auch den Geschäftserwartungen getragen. Die seither veröffentlichten Konjunkturdaten haben diesen Optimismus allerdings nur bedingt bestätigen können. So wurde nach Veröffentlichung der Ifo-Daten für August bekannt, dass die Produktion und die Exporte im Juli gesunken sind. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland hellten sich im September zwar auf, blieben aber deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Weitere Daten betreffen das Euroraum-Verbrauchervertrauen (Dienstag, 16.00 Uhr) sowie Geldmenge und Kreditvergabe im Euroraum (Freitag, 10.00 Uhr). Leitzinsentscheidungen stehen in China (Montag, 3.00 Uhr), sowie in Schweden und Norwegen (Donnerstag, 9.30 beziehungsweise 10.00 Uhr). Ebenfalls am Donnerstag (9.30 Uhr) kommuniziert die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre Zinsentscheidung.
SNB lässt Leitzins unverändert und hebt Makroprognosen an
Die SNB dürfte ihre Geldpolitik unverändert lassen. Analysten rechnen damit, dass sie ihren Leitzins bei 0,00 Prozent belassen wird. Die seit dem Juni veröffentlichten Daten deuten darauf hin, dass die Deflationsrisiken nachgelassen haben, denn die Wachstumsaussichten haben sich verbessert und die Inflation ist gestiegen. Entsprechend könnte die SNB ihre eigenen Prognosen anpassen.
Xi besucht Trump
Die Führer der beiden Weltmächte USA und China treffen am Donnerstag in Washington zusammen. An Gesprächsstoff mangelt es nicht, er reicht von Handelsfragen - wird der "Waffenstillstand" im Zollkrieg verlängert? - über den Krieg in der Ukraine und am Golf bis zur Regulierung Künstlicher Intelligenz. Worum es wirklich gehen wird, ist vorerst offen. Berichten zufolge wird Xi von den Chefs von OpenAI und Apple und möglicherweise einer Delegation von BYD begleitet.
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September 18, 2026 09:11 ET (13:11 GMT)
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