DJ PTA-News: BigRep SE: Vollzug des Verkaufs der BigRep GmbH und aktueller Stand der Liquidation
Unternehmensmitteilung für den Kapitalmarkt
BigRep SE: Vollzug des Verkaufs der BigRep GmbH und aktueller Stand der Liquidation
Luxembourg (pta000/18.09.2026/15:40 UTC+2)
BigRep SE (in freiwilliger Liquidation) - Vollzug des Verkaufs der BigRep GmbH und aktueller Stand der Liquidation BigRep SE (en liquidation volontaire), 9, rue de Bitbourg, L-1273 Luxemburg, Großherzogtum Luxemburg, R.C.S. Luxembourg B 279346 -- ISIN LU2859870326 -- WKN A40H84 -- Ticker B1GR
Luxemburg, 18. September 2026 - Die BigRep SE (in freiwilliger Liquidation) (die "Gesellschaft") gibt bekannt, dass der Verkauf sämtlicher 771.832 Geschäftsanteile an der BigRep GmbH sowie des konzerninternen Gesellschafterdarlehens (das "Gesellschafterdarlehen") an die de Krassny GmbH, die Koehler Invest GmbH und die HAGE Holding GmbH (die "Käufer"), die jeweils bereits Aktionäre und Gläubiger der Gesellschaft waren, am 31. August 2026 notariell beurkundet wurde. Dem zugrunde liegenden Verkauf der Geschäftsanteile an der BigRep GmbH hatten zuvor der Aufsichtsrat der Gesellschaft sowie die außerordentliche Hauptversammlung der Gesellschaft vom 6. August 2026 (die "aoHV") zugestimmt.
Die Gesellschaft hat heute zudem ihren Jahresabschluss 2025 veröffentlicht. Dieser wurde erstmals nicht unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt, nachdem die aoHV die freiwillige Liquidation der Gesellschaft beschlossen hat.
Vor dem Hintergrund von Anfragen einzelner Aktionäre im Anschluss an die aoHV stellt die Gesellschaft im Interesse der Gleichbehandlung aller Aktionäre die folgenden Informationen zu den wesentlichen Grundlagen der Transaktion zur Verfügung:
1. Bewertungsgrundlage Die Transaktion beruht auf einem unabhängigen Bewertungsgutachten zur Ermittlung des objektivierten Unternehmenswerts der BigRep GmbH nach IDW S1 (i. d. F. 2008) zum Bewertungsstichtag 20. Mai 2026. Die Bewertung erfolgte vorrangig nach dem Ertragswertverfahren und wurde anhand des DCF-Verfahrens, eines Multiplikatorverfahrens sowie des Liquidationswerts plausibilisiert. Auf dieser Grundlage wurde ein objektivierter Eigenkapitalwert der BigRep GmbH ermittelt, der aufgrund der bestehenden Nettofinanzverschuldung deutlich negativ ist.
2. Hintergrund und Transaktionsprozess Die Gesellschaft ist eine Holdinggesellschaft, deren einziger wesentlicher operativer Vermögenswert ihre 100%-Beteiligung an der BigRep GmbH war. Angesichts anhaltender Verluste, einer rückläufigen Liquiditätslage und erheblicher laufender Kosten der Börsennotierung kam das Management zu dem Ergebnis, dass der Nutzen der Notierung die damit verbundenen Kosten und den administrativen Aufwand nicht mehr rechtfertigt. Ein Wechsel in ein anderes Börsensegment wurde als Alternative geprüft, jedoch verworfen, da er die strukturellen Kosten der Gesellschaft nicht ausreichend gesenkt hätte.
Die Gesellschaft war im Jahr 2025 an Investoren und Finanzinstitute herangetreten, um Finanzierungsmöglichkeiten auszuloten, konnte jedoch keinen strategischen externen Investor finden. Angesichts der negativen Eigenkapitalsituation, des akuten Finanzierungsbedarfs und der begrenzt zur Verfügung stehenden Zeit wurde im Jahr 2026 kein strukturierter Bieterprozess durchgeführt. Die Käufer, die bereits Aktionäre und Gläubiger waren, waren nach Einschätzung des Managements die einzigen identifizierten Parteien, die bereit waren, den Geschäftsbetrieb der BigRep GmbH fortzuführen und zugleich die bestehenden Verbindlichkeiten zu übernehmen. Um eine angemessene Gegenleistung sicherzustellen, wurde das vorgenannte unabhängige Bewertungsgutachten nach IDW S1 eingeholt.
3. Kaufpreis Da der objektivierte Eigenkapitalwert der BigRep GmbH deutlich negativ ist, übersteigt jede positive Gegenleistung für die Geschäftsanteile den im Gutachten ermittelten Wert. Zusätzlich zur gezahlten Gegenleistung haben die Käufer das zuvor von der Gesellschaft an die BigRep GmbH gewährte Gesellschafterdarlehen übernommen, das sich auf rund EUR 15,7 Mio. (einschließlich aufgelaufener Zinsen) belief. Im Zusammenhang mit der Transaktion haben die Käufer zudem erhebliche nachrangige Gesellschafterdarlehen übernommen, die sie zuvor unmittelbar der BigRep GmbH und ihren Tochtergesellschaften gewährt hatten. Es wurde daher kein Wert von der Gesellschaft auf die Käufer übertragen.
Die Gegenleistung für die Geschäftsanteile der Gesellschaft an der BigRep GmbH wurde so bemessen, dass sie die Finanzierung einer solventen Liquidation ermöglicht. Die Gegenleistung für das Gesellschafterdarlehen wurde im Wege der Aufrechnung mit bestehenden Forderungen der Käufer gegen die Gesellschaft aus Wandeldarlehen und einem Gesellschafterdarlehen beglichen. Dadurch sind die Finanzverbindlichkeiten auf Ebene der SE vollständig getilgt, und eine solvente Liquidation ist möglich.
4. Zwischenbilanz zum 6. August 2026 Im Zusammenhang mit dem Liquidationsbeschluss wurde eine ungeprüfte Zwischenbilanz zum 6. August 2026 aufgestellt. Diese Bilanz weist insbesondere noch den Bestand an eigenen Aktien der Gesellschaft mit seinem Buchwert von EUR 1.646.447,17 aus, dem eine nicht ausschüttungsfähige Rücklage für eigene Aktien in gleicher Höhe gegenübersteht. In der Liquidation können eigene Aktien nicht verwertet werden, da die Gesellschaft keine Ausschüttung an sich selbst vornehmen kann; ihr Veräußerungswert beträgt null. Die Abschreibung des Bestands und die entsprechende Auflösung der Rücklage werden im Verlauf der Liquidation gegen diese Rücklage und nicht über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst; sie verringern das Nettovermögen um EUR 1.646.447,17, ohne Auswirkung auf die Liquidität. Nach Berücksichtigung dieser Anpassung und der verbleibenden Liquidationskosten erwartet die Gesellschaft keinen Überschuss, der an die Aktionäre verteilt werden könnte. Die Zwischenbilanz wird den Aktionären zusammen mit dem Bericht des Liquidators im Rahmen der zweiten zu Liquidationszwecken einzuberufenden außerordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft zur Verfügung gestellt.
5. Marktumfeld und Entwicklung des Aktienkurses Der Rückgang des Aktienkurses seit der Börsennotierung spiegelt die operative Entwicklung der Gesellschaft wider. Zugleich hat der globale Markt für additive Fertigung seit 2023 einen strukturellen Wandel durchlaufen: Der Markteintritt neuer, deutlich günstigerer Wettbewerber hat die gesamte Branche unter Druck gesetzt - ein Effekt, der nicht nur BigRep, sondern auch vergleichbare börsennotierte Wettbewerber der Branche getroffen hat.
6. Fortführung des Geschäftsbetriebs Der Geschäftsbetrieb der BigRep GmbH wird unter der neuen Eigentümerstruktur ohne Unterbrechung fortgeführt, mit unverändertem Fokus auf Kundenbelieferung, Service und Support. Die Käufer haben ihr Bekenntnis zum Geschäftsbetrieb der BigRep GmbH bekräftigt; ihre fortgesetzte Unterstützung bildet die Grundlage für die operative Kontinuität in der laufenden Übergangsphase.
7. Ablauf der Liquidation Die Liquidation wird als geordnetes Verfahren nach dem luxemburgischen Gesetz vom 10. August 1915 über Handelsgesellschaften in seiner geänderten Fassung durchgeführt. Die aoHV hat die Liquidation eröffnet und den Liquidator bestellt. Zwei weitere außerordentliche Hauptversammlungen sind erforderlich: eine, die unter anderem den Bericht des Liquidators zur Kenntnis nimmt und den Liquidationsprüfer (commissaire à la liquidation) bestellt, und eine abschließende, die unter anderem die Liquidationsberichte genehmigt, Entlastung erteilt und die Liquidation abschließt. Die Gesellschaft arbeitet darauf hin, die Liquidation so zügig wie möglich abzuschließen; ein verlässlicher Abschlusstermin kann derzeit nicht genannt werden. Die Aktien der Gesellschaft bleiben zum Handel am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. Die Zulassung wird voraussichtlich mit Abschluss der Liquidation enden, wenn die Gesellschaft erlischt. Den Zeitpunkt bestimmt die Frankfurter Wertpapierbörse und nicht die Gesellschaft.
8. Ausblick Eine abschließende Aussage zu einem etwaigen Erlös je Aktie kann erst nach Abschluss der Liquidation getroffen werden. Auf Grundlage der derzeit vorliegenden Informationen und angesichts des im Bewertungsgutachten ausgewiesenen negativen Eigenkapitalwerts erwartet die Gesellschaft keine Ausschüttung an die Aktionäre.
9. Informationen für Aktionäre Aktionäre müssen derzeit nichts unternehmen. Ihre Aktien verbleiben in ihren Wertpapierdepots und können weiterhin gehandelt werden, solange die Zulassung zum Handel besteht. Über die weiteren Schritte der Liquidation werden die Aktionäre im Rahmen der hierfür einberufenen Hauptversammlungen sowie durch weitere Mitteilungen informiert. Die Gesellschaft erteilt keine steuerliche Beratung und empfiehlt den Aktionären, sich zu den Folgen der Liquidation in ihrer individuellen Situation von eigenen Beratern beraten zu lassen.
Zukunftsgerichtete Aussagen: Diese Mitteilung enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den derzeitigen Einschätzungen und Annahmen des Managements beruhen und Unsicherheiten unterliegen. Die tatsächlichen Entwicklungen können wesentlich von den ausdrücklich oder implizit getroffenen Aussagen abweichen. Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, diese Aussagen zu aktualisieren. Diese Mitteilung stellt weder ein Angebot zum Verkauf noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf von Wertpapieren dar.
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