
© Foto: Symbolbild mit KI erstellt
Plug Power steckt fest, bzw. auch in einem Dilemma. Die Zahlen werden zwar besser, der Kurs bleibt trotzdem am Boden oder fällt. Wer genauer hinschaut, findet Antworten in den Bilanzen, im Chart und in den sehr unterschiedlichen Meinungen der Analysten. Reicht das Geld überhaupt bis zur Trendwende? Und was verrät uns der Chart über die nächsten Wochen? Eine Marke dürfte sehr entscheidend sein. Wir haben uns die Lage genauer für Sie angesehen und sagen, worauf es jetzt ankommt.
Plug Power bewegungslos
Plug Power bleibt in Bewegung, aber irgendwie auch vom Gefühl her, ohne wirklich vom Fleck zu kommen. Zuletzt ging es wieder ein Stück nach unten, auf rund 1,78 Euro. Der technische Abwärtstrend ist damit noch nicht gebrochen, auch wenn der Wasserstoff-Spezialist zuletzt Zahlen vorgelegt hat, die eigentlich Mut machen, aber der Markt honoriert das aber bisher kaum, eher ignoriert er das. Im zweiten Quartal 2026 kamen 178,3 Millionen US-Dollar Umsatz zusammen, mehr als Analysten erwartet hatten. Der bereinigte Verlust je Aktie schrumpfte auf 0,07 US-Dollar. Das Management hob die Umsatzprognose für das laufende Jahr auf ein Plus von bis zu 16 Prozent an. Im ersten Halbjahr wuchs der Umsatz um 11 Prozent auf 341,8 Millionen US-Dollar, auch dank neuer Aufträge in Australien und Großbritannien. Ein größeres Projekt in Antwerpen wurde dagegen gestrichen. Unterm Strich und im Ergebnis bleibt Plug Power ein Verlustgeschäft. Der Nettoverlust im ersten Halbjahr lag bei 433,5 Millionen US-Dollar und damit sogar deutlich über dem Halbjahresumsatz. Der Cash-Puffer reicht derzeit für weniger als zwölf Monate, auch wenn der Mittelabfluss zuletzt sank. Partnerschaften, etwa mit Stream US Data Centers, sollen zusätzliche Liquidität bringen. Insgesamt rechnet, bzw. hofft das Unternehmen auf über 275 Millionen US-Dollar an frischem Geld. Auch Steuergutschriften für Wasserstoff könnten helfen. Bei den Kurszielen der Analysten gehen die Meinungen weit auseinander. Im Schnitt liegen die Zwölf-Monats-Ziele bei 3,55 US-Dollar, einzelne Häuser trauen der Aktie zwischen 1,30 und 5,00 US-Dollar zu. Rechnerisch steckt darin deutliches Potenzial gegenüber dem aktuellen Kurs. Manche Experten sind sogar noch deutlich optimistischer, andere bleiben angesichts der Verluste und des Kapitalbedarfs eher zurückhaltend bis skeptisch.
Charttechnik
Wer sich den Chartverlauf ansieht, erkennt und sieht, dass der Abwärtstrend intakt ist und so richtig Schwung nach oben seit Wochen fehlt. Die Marke von rund 1,80 US-Dollar hat sich als wichtige Unterstützung herauskristallisiert. Hält dieses Niveau, könnte die Aktie hier erneut und damit mehrfach einen Boden ausbilden und von dort aus wieder Richtung 3 US-Dollar laufen. Rutscht der Kurs dagegen nachhaltig unter 1,60 US-Dollar, wird es ungemütlich, dann droht ein weiterer Rutsch Richtung 1 US-Dollar. Beide Szenarien sind möglich, das muss man einfach mal so sagen, denn wenn es keine Wende binnen 12 Monaten gibt, dann dürfte möglicherweise eine weitere Verwässerung der Aktionäre durch eine Kapitalmaßnahme eintreten. Bleibt diese hingegen aus, dürften die Bullen den Kurs weiter nach oben treiben.

Was tun?
Die operative Entwicklung zeigt zuletzt in die richtige Richtung, das lässt sich an steigenden Umsätzen und einer besseren Marge ablesen. Trotzdem bleibt Plug Power ein Unternehmen mit hohem Kapitalbedarf und einem Cash-Puffer, der keine große Sicherheit und vor allem wohl nicht mehr allzu lange bietet. Die Bewertung wirkt günstig, gemessen an den Kurszielen vieler Analysten, doch deren große Streuung zeigt, wie unsicher die Lage eingeschätzt wird. Wer bereits investiert ist, sollte die Marke um 1,80 US-Dollar genau beobachten und dort auf Anzeichen einer Stabilisierung mit anschließendem Rebound setzen Generell sollten sich Investoren der hohen Schwankungsanfälligkeit von Plug bewusst sein und eine Position eher klein halten. Ein Engagement bleibt damit vor allem etwas für Anleger, die Geduld mitbringen, Risiko mögen und auch Rückschläge aushalten können, ohne gleich nervös zu werden.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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