BERLIN (dpa-AFX) - Für den Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach könnten die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen ihn auch ein Faktor für das schlechte Abschneiden seiner Partei bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus gewesen sein. "Sie waren jedenfalls kein Vorteil, das kann man vermutlich definitiv sagen", sagte Krache am Morgen im RBB-Inforadio. "Aber die Umfragen waren auch vorher schon nicht besser."
Da seine Partei seit Jahrzehnten in Berlin Regierungsverantwortung trage, werde die SPD "für alles, was nicht funktioniert in Berlin, verantwortlich gemacht", führte er aus. "Und natürlich muss man auch sagen, gab es keinen Rückenwind von der Bundesebene." Themen wie die Gesundheitsreform, die Rentenreform oder die Kürzung beim Wohngeld hätten im Wahlkampf nicht geholfen.
Mitten in der heißen Wahlkampfphase sah sich Krach in der Vorwoche mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover konfrontiert, die mit seiner früheren Tätigkeit als Regionspräsident zu tun haben. Nach Angaben der Ermittler geht es unter anderem um den Anfangsverdacht der Vorteilsannahme in zwei Fällen, selbst Krachs Wohnung in Berlin wurde durchsucht. Krach weist alle Vorwürfe zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Linke ist bei der Wahl laut dem vorläufigen Endergebnis mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden. Dahinter folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und SPD (12,1 Prozent), wie die Landeswahlleitung nach Auszählung aller Stimmen mitteilte. Die regierende CDU/SPD-Koalition hat damit ihre Mehrheit verloren./wpi/DP/stk
