DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
FEIERTAGSHINWEIS
MONTAG: In Japan bleiben die Börsen wegen des Feiertages "Tag der Ehrung der Alten" geschlossen.
DIENSTAG: In Japan findet wegen eines Brückentages kein Handel statt.
TAGESTHEMA
Die Krise von Volkswagen spitzt sich weiter zu. Eine Milliardenabschreibung auf Porsche, die anhaltende Marktschwäche in China, die Restrukturierungskosten für den Konzernumbau und der Trend zu Elektroautos lassen den Gewinn bei den Wolfsburgern 2026 wohl erheblicher als gedacht einbrechen. Das Unternehmen kappte die Prognose und traut sich 2026 nur noch eine operative Umsatzrendite von 1 Prozent zu anstatt der vorher geschätzten 4 bis 5,5 Prozent. Die durchschnittliche Analystenerwartung lag bei 4,1 Prozent. Die Wolfsburger erklärten, es belasteten Sondereffekte von insgesamt rund 10 Milliarden Euro das Operative Ergebnis im Geschäftsjahr, von denen 900 Millionen Euro bereits im ersten Halbjahr 2026 berichtet worden sind. Bereinigt um die Sondereffekte würde sich die operative Umsatzrendite im Gesamtjahr 2026 auf rund 4 Prozent belaufen. Volkswagen geht davon aus, dass der Konzernumsatz 2026 mit rund 315 Milliarden Euro in etwa in der Mitte der bisherigen Prognosebandbreite liegen dürfte. Im Vorjahr lag der Konzernumsatz bei 321,9 Milliarden Euro. Unberührt von der Prognoseanpassung bleiben der erwartete Netto-Cashflow sowie die geschätzte Netto-Liquidität im Konzernbereich Automobile für 2026. Für den Netto-Cashflow des Konzernbereichs Automobile geht die Volkswagen AG unverändert davon aus, einen Wert in der Bandbreite von 3 bis 6 Milliarden Euro zu erreichen. Die Netto-Liquidität im Konzernbereich Automobile wird 2026 weiterhin in der Bandbreite von 32 bis 34 Milliarden Euro erwartet. Die Anpassung der Prognosen für den Konzernumsatz und die operative Umsatzrendite geht laut Volkswagen im Wesentlichen auf eine außerplanmäßige Goodwill-Abschreibung auf die Porsche AG von circa 6 Milliarden Euro im dritten Quartal und weitere 2 Milliarden Euro für die Restrukturierungen des Unternehmens inklusive zahlungswirksamer Wertberichtigungen von Vermögenswerten vollkonsolidierter Gesellschaften in China zurück. Die zusätzlichen Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der Ende 2024 getroffenen Einigung "Zukunft Volkswagen" gingen auf eine Ausweitung von Vorruhestandsregelungen sowie dem angestrebten Verkauf der Volkswagen Osnabrück GmbH zurück. Die schlechtere Entwicklung bei Volkswagen wirkt sich auch auf die Porsche SE aus, die rund 31,9 Prozent der Volkswagen-Aktien hält. Weil die Porsche SE einen Teil des Gewinns beziehungsweise Verlusts der Wolfsburger entsprechend ihrer Beteiligung in ihrer eigenen Bilanz berücksichtigt, passt auch die Holding ihre Ergebnisprognose nach unten an. Für 2026 erwartet die Porsche SE weiter ein positives angepasstes Ergebnis nach Steuern, aber die neue Spanne liegt nur noch zwischen minus 0,5 Milliarden und plus 1,5 Milliarden Euro. Bislang hatte die Porsche SE mit 1,5 bis 3,5 Milliarden Euro gerechnet.
AUSBLICK UNTERNEHMEN
10:00 DK/Novo Nordisk A/S, Kapitalmarkttag
Im Tagesverlauf:
- FR/Societe Generale SA, Kapitalmarkttag und Strategie Update
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Eni 0,27 EUR
INDEX-ÄNDERUNGEN
Folgende Indexänderungen treten mit Handelsbeginn am 21. September in Kraft:
+ MDAX AUFNAHME - Ströer HERAUSNAHME - Hugo Boss + SDAX AUFNAHME - Hugo Boss HERAUSNAHME - Ströer + TECDAX AUFNAHME - OHB HERAUSNAHME - Cancom + EURO-STOXX-50 AUFNAHME - Engie - Nokia HERAUSNAHME - VW - Wolters Kluwer + STOXX-50 AUFNAHME - Barclays HERAUSNAHME - Prosus
AUSBLICK KONJUNKTUR
-US 14:30 Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) August
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 25.602,00 +0,5 E-Mini-Future S&P-500 7.744,25 +0,4 E-Mini-Future Nasdaq-100 30.086,00 +0,6 Topix (Tokio) 4.091,14 -0,1 Hang-Seng (Hongk.) 24.877,15 +0,5 Shanghai-Comp. 3.930,45 +0,5 Freitag: INDEX Schluss +/- % DAX 25.304,06 0,0 DAX-Future 25.575,00 +0,4 MDAX 31.083,97 0,0 TecDAX 3.948,65 0,0 SDAX 18.106,55 0,0 Euro-Stoxx-50 6.236,20 0,0 Stoxx-50 5.308,86 0,0 XDAX 25.311,85 +0,0 Dow-Jones 51.682,64 -0,2 S&P-500 7.650,50 +0,2 Nasdaq Composite 26.522,55 +0,4
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Nach dem Abverkauf am Freitag dürften Europas Börsen mit Aufschlägen in den Handel am Montag starten. Stützend wirken nachgebende Ölpreise; Brent notiert am Morgen bei 102,05 Dollar das Fass - ein Minus von 1,8 Prozent, WTI geht sogar bei unter 99 Dollar um. Von einer echten Entspannung für die Börsen kann aber keine Rede sein. Die Rendite der 10-jährigen Treaesurys liegt weiter auf dem kritischen Niveau von 5 Prozent. Abzuwarten bleibt auch die Reaktion am französischen Aktienmarkt auf die Herunterstufung der Länder-Bonität durch Scope auf "A+" von "AA-" bei einem stabilen Ausblick. Auch die politische Entwicklung in Deutschland ist ein Thema. Bei den Landtagswahlen in Berlin hat die Linke vor der CDU gewonnen. In Mecklenburg-Vorpommern hat die AfD vor der SPD gesiegt. Die CDU wird in dem neuen Landtag nicht mehr vertreten sein, was den Druck auf den Reformkurs von Kanzler Merz weiter erhöhen dürfte. Sollten die Ergebnisse der Landtagswahlen tatsächlich bundespolitische Folgen haben, wäre auch ein Einfluss auf Aktienkurse und Zinsen wahrscheinlich, heißt es bei QC Partners.
Rückblick: Die Entspannungsphase an den Anleihemärkten nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank war schon wieder vorbei, die Rendite der 10-jährigen Treasurys stieg erneut auf die Marke von 5 Prozent. Auch der Ölpreis holte seine zwischenzeitlichen Tagesverluste fast vollständig wieder auf. Der Preis für ein Fass der Sorte Brent stand knapp unter 105 Dollar. Chip- und KI-Aktien zogen auf breiter Front an. ASML verteuerten sich um 2,0 Prozent, STMicro um 2,4 Prozent und Aixtron um 2,0 oder BE Semiconductor um 2,8 Prozent. Schwach zeigten sich Telekomaktien, deren Sektor-Index um 3,2 Prozent fiel. Hier ging es für Orange um 5,8 Prozent nach unten. Morgan Stanley hat die Aktie auf "Underweight" herabgestuft. Deutsche Telekom verloren 4,2 Prozent und Vodafone 4,3 Prozent. Nestle gaben 2,6 Prozent ab nach der Ankündigung von Zwangsverwaltung für die Tochtergesellschaften in Russland. Für Raiffeisen Bank International ging es 1,0 Prozent nach oben. Die Aktie war mit Vorwürfen des Short-Sellers Grizzly mit Blick auf das Russland-Geschäft am Donnerstag um über 6 Prozent gefallen. Die Bank wies die Anschuldigungen inzwischen als "falsch" und "irreführend" zurück und erwägt rechtliche Schritte.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Schwach - Die Volkswagen-Aktie fiel um 5,6 Prozent. Eine Milliardenabschreibung auf Porsche, die anhaltende Marktschwäche in China, die Restrukturierungskosten für den Konzernumbau und der Trend zu Elektroautos lassen den Gewinn 2026 wohl erheblicher als gedacht einbrechen. Das Unternehmen kappte die Prognose und traut sich 2026 nur noch eine operative Umsatzrendite von 1 Prozent zu anstatt der vorher geschätzten 4 bis 5,5 Prozent. Die durchschnittliche Analystenerwartung lag bei 4,1 Prozent. Für die Aktie der Porsche SE ging es um 4,9 Prozent nach unten. Die schlechtere Entwicklung bei Volkswagen wirkt sich auch auf die Porsche SE aus, die rund 31,9 Prozent der Volkswagen-Aktien hält. Die Aktie verlor 4,9 Prozent. Infineon stiegen um 2,7 Prozent; Oddo BHF hatte die Aktie auf "Outperform" erhöht. Im Rüstungssektor legten Renk und TKMS mit positiven Analystenkommentaren um 5,6 und 1,3 Prozent zu. Siltronic machten einen Satz um 10,5 Prozent auf 76,95 Euro, nachdem die UBS das Kursziel auf 120 nach 105 Euro erhöht hatte.
XETRA-NACHBÖRSE
Die VW-Aktie baute ihre Verluste nachbörslich am Freitag noch leicht aus, nach dem Kursrutsch im regulären Handel. Der Konzern kappte die Prognose und traut sich 2026 nur noch eine operative Umsatzrendite von 1 Prozent zu anstatt der vorher geschätzten 4 bis 5,5 Prozent. Auch die Aktie der Porsche fiel nachbörslich noch etwas weiter. Die schlechtere Entwicklung bei Volkswagen wirkt sich auch auf die Porsche SE aus, die rund 31,9 Prozent der Volkswagen-Aktien hält. Für die Papiere von Villeroy & Boch ging es um 3,8 Prozent nach unten. Das Unternehmen passt wegen der anhaltenden geopolitischen Spannungen und der schwachen Konjunktur seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2026 nach unten an.
USA - AKTIEN
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September 21, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)
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