DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Commerzbank warnt vor Stillstand bei Reformen
Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stellen die Reformagenda der Bundesregierung auf eine Probe. "Für die CDU von Kanzler Friedrich Merz ist das Wahlergebnis katastrophal", schreibt Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer in einem Kommentar. "Die Partei wird in Berlin nicht mehr den Regierenden Bürgermeister stellen, in Mecklenburg-Vorpommern ist sie nach dem Ausscheiden aus dem Landtag nur noch ein Schatten ihrer selbst." Die geschrumpfte Machtbasis von Merz erhöhten den Gegenwind für die Sozialreformen. Es sei zunehmend fraglich, ob die Regierung diese in der beschlossenen Form umsetzen werde, auch wenn Merz das am Wahlabend nachdrücklich forderte.
BoJ dürfte Zins im Dezember auf 1,50 Prozent anheben
Die Bank of Japan (BoJ) dürfte ihren Leitzins im Dezember auf 1,50 Prozent anheben, nachdem sie ihn am Freitag auf 1,25 Prozent angehoben hatte, schreibt Tomo Kinoshita von Invesco Asset Management (Japan) in einer Research Note. Trotz der jüngsten Zinserhöhungen der Zentralbank habe sich die Finanzierung durch Unternehmen kaum verschlechtert, wie die vierteljährlichen Unternehmensumfragen der BoJ zeigten, meint der globale Marktstratege. Gleichzeitig seien die Risiken einer höheren Inflation aufgrund höherer Energiepreise und der Schwäche des Yen gestiegen, sagt er.
BoJ dürfte Leitzins auf jeder zweiten Sitzung anheben
Die Bank of Japan (BoJ) dürfte ihren Leitzins auf jeder zweiten Sitzung bis Juni 2027 auf einen Endsatz von 2 Prozent anheben, schreibt Jin Kenzaki von der Societe Generale in einer Research Note. Auf der Pressekonferenz am Freitag nach der Anhebung der Zinsen durch die BoJ auf 1,25 Prozent habe Gouverneur Kazuo Ueda angemerkt, dass bei einer Annäherung der zugrundeliegenden Inflation an ihr 2-Prozent-Ziel der nächste Fokus der Zentralbank darauf liege, ob sich diese auf diesem Niveau verfestigen werde, schreibt Kenzaki. Ueda habe ferner erklärt, dass die Tarifverhandlungen im Frühjahr nächsten Jahres zwischen Management und Gewerkschaften ein entscheidender Faktor für diese Einschätzung sein würden, so Kenzaki.
Chinas Zentralbank lässt Leitzinsen unverändert
Chinas Zentralbank hat ihre Referenzzinssätze weiterhin nicht angetastet. Die People's Bank of China beließ den einjährigen Referenzzins (LPR - Loan Prime Rate) bei 3,00 Prozent. Auch der fünfjährige Satz verharrt bei 3,50 Prozent. Dieser Wert dient Banken vor allem als Maßstab für langfristige Finanzierungen wie Immobilienkredite. Die Entscheidung der People's Bank of China (PBoC) fiel, obwohl wichtige Indikatoren in den vergangenen Monaten auf eine schwächelnde Binnennachfrage in China hinwiesen, einschließlich des Konsums und der Investitionen. Da robuste Exporte das Wirtschaftswachstum aber absichern, rechnen Ökonomen in naher Zukunft nicht mit unmittelbaren Konjunkturmaßnahmen.
Scope stuft Frankreichs Bonität auf A+ herab
Scope hat die Bonitätseinstufung Frankreichs herabgesetzt. Das langfristige Emittentenrating sowie die Bewertung vorrangiger unbesicherter Verbindlichkeiten in Lokal- und Fremdwährung hat die Ratingagentur auf "A+" von vorher "AA-" zurückgenommen. Den Ausblick passten die Analysten auf "stabil" von "negativ" an. Frankreichs primäres Haushaltsdefizit verharre weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Pandemie, erklärte Scope und wies darauf hin, dass es in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich bei 3,6 Prozent des BIP gelegen habe, verglichen mit 1,1 Prozent vor der Krise.
Scope erhöht Griechenland-Rating um eine Stufe auf BBB+
Die Ratingagentur Scope hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands von BBB auf BBB+ heraufgestuft und den Ausblick auf stabil geändert. Hauptgründe für die bessere Note seien der zügige Abbau der Staatsverschuldung, solide Primärüberschüsse sowie ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum, gestützt durch Reformen und EU-Fördermittel, erklärte die Agentur. Die Finanzlage habe sich spürbar gefestigt: Dank besserer Steuereinnahmen und hoher Disziplin soll die Schuldenquote von 146,1 Prozent im Jahr 2025 auf etwa 136 Prozent im Jahr 2026 sinken.
DJG/DJN/apo
(END) Dow Jones Newswires
September 21, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
