DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Bundesbank rechnet für 3Q mit leichtem BIP-Wachstum
Das Wirtschaftswachstum in Deutschland hat sich nach Einschätzung der Bundesbank im dritten Quartal abgeschwächt. Wie die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht schreibt, rechnet sie aufgrund vorübergehender Sonderfaktoren mit einem nur leichten Wachstum. Im zweiten Jahresviertel war das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent gestiegen und im ersten Quartal um 0,4 Prozent. Die Bundesbank erwartet außerdem, dass die Inflation in Deutschland im ersten Halbjahr 2027 zusätzlichen Schub von Entwicklungen im Gesundheitssektor erhalten wird.
ING: Fed und EZB erhöhen Leitzins im Dezember
Volkswirte der ING haben nach den jüngsten Zinsentscheidungen von Federal Reserve und Europäischer Zentralbank (EZB) ihre Prognosen für den weiteren Zinskurs der beiden Zentralbanken angepasst. "Es scheint, dass die Fed sich zunehmend darauf konzentriert, das Tempo zu beschleunigen, mit dem sich die Inflation dem 2-Prozent-Ziel annähert", schreiben sie in einem Kommentar. Dahinter stehe die Sorge, dass der anhaltende Konflikt im Nahen Osten die von Energiepreisen beeinflussten Komponenten länger auf einem erhöhten Niveau halten könnte und das Risiko breiterer Kostensteigerungen bergen würde, wenn dem nicht entgegengewirkt werde. "Wir gehen nun davon aus, dass dies mindestens eine weitere Zinserhöhung bedeutet", schreiben sie und tippen auf Dezember.
EZB bereitet Anlage von Eigenmitteln in tokenisierter Form vor
Die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet sich darauf vor, künftig einen kleinen Teil ihrer Eigenmittel in tokenisierten Assets auf Basis der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) anzulegen. Wie die EZB mitteilte, will sie dabei praktische Erfahrungen als Investorin zu sammeln und institutionelles Fachwissen bei der Nutzung von DLT an den Finanzmärkten aufbauen. Das Eigenmittelportfolio ist ein nicht-geldpolitisches Portfolio, das der EZB Erträge zur Finanzierung von Betriebsausgaben liefert, ausgenommen jene, die mit der Erfüllung ihrer Aufsichtsaufgaben zusammenhängen.
Landtagswahlergebnisse - Ausweg aus Wirtschaftsflaute wird schwieriger
Die Ergebnisse der Landtagswahlen in Deutschland werden es erschweren, die wirtschaftliche Schwäche des Landes zu überwinden, meint Carsten Brzeski von ING. Die Ergebnisse seien eine weitere Erinnerung an eine zunehmend fragmentierte politische Landschaft. In einem Bundesland - Mecklenburg-Vorpommern - habe eine rechtspopulistische Partei gewonnen, in dem anderen, Berlin, eine linkspopulistische. "Jahrelange wirtschaftliche Stagnation hat zu dieser Fragmentierung beigetragen. Jetzt wird die Fragmentierung den Ausweg aus der Stagnation erschweren", sagt Brzeski. Bundeskanzler Friedrich Merz habe sich nach den schlechten Ergebnissen gezwungen gesehen, sich innerhalb von Minuten nach den ersten Hochrechnungen zu äußern. Damit habe er versucht, die in den letzten Wochen aufgekommenen Spekulationen über seinen möglichen Rücktritt im Keim zu ersticken, so Brzeski.
Interventionsrisiko könnte Yen-Schwäche begrenzen
Die Aussicht auf weitere Währungsinterventionen zur Stützung des japanischen Yen dürfte dessen Verluste nach der geldpolitischen Entscheidung der Bank of Japan vom Freitag eindämmen, schreibt Lee Hardman von der MUFG Bank in einer Research Note. Berichte, wonach die BoJ eine Kursabfrage durchgeführt habe, signalisierten, dass die Währungshüter bereit seien, erneut zu intervenieren, meint er. "Die Kursabfrage sollte dazu beitragen, die Markterwartungen zu dämpfen, wie stark der Yen kurzfristig noch geschwächt werden darf, da sich das Dollar-Yen-Paar der Marke von 160,00 nähert."
Südkoreas Handelsüberschuss könnte im September Monatsrekord erreichen
Südkoreas Handelsüberschuss könnte im September aufgrund starker Halbleiterexporte einen Monatsrekord erreichen, meint Jin-Wook Kim von der Citigroup. Der Volkswirt erwartet einen Überschuss von 42,70 Milliarden US-Dollar. Damit würde sich der Überschuss gegenüber den revidierten 34,79 Milliarden US-Dollar des Vormonats ausweiten und den bisherigen Rekord von 35,91 Milliarden US-Dollar vom Juni übertreffen. Die Halbleiterexporte hätten in den ersten 20 Tagen des Septembers einen weiteren Rekordwert erreicht, wobei sich das Wachstum gegenüber dem gleichen Zeitraum im August beschleunigt habe, so Kim.
DJG/DJN/apo
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September 21, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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