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MÄRKTE EUROPA/Kräftige Erholung dank Rendite- und Ölpreisrückgang

DJ MÄRKTE EUROPA/Kräftige Erholung dank Rendite- und Ölpreisrückgang

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte haben zu Wochenbeginn ihre deutlichen Verluste vom Freitag weitgehend wieder aufgeholt. Ein weiter fallender Ölpreis und nachgebende Renditen stützten dabei das Sentiment. Ein Barrel der Sorte Brent reduzierte sich um fast 4 Prozent auf knapp unter 100 Dollar. Angeblich soll es neue diplomatische Bemühungen um eine Lösung des Konflikts im Nahen Osten geben. Von einer Entspannung für die Börsen könne allerdings weiterhin keine Rede sein, hieß es. Auch hoffte man im Handel auf einen positiven Verlauf des Gipfeltreffens zwischen Donald Trump und Xi Jinping in der laufenden Woche.

Der DAX verbesserte sich um 1,1 Prozent auf 25.575 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,3 Prozent auf 6.318 Punkte nach oben. Die Rendite der 10-jährigen US-Anleihen reduzierte sich zwar um 4 Basispunkte auf 4,96 Prozent, lag damit allerdings weiter knapp unter dem psychologisch kritischen Niveau von 5 Prozent.

Die fallenden Renditen verhinderten auch, dass die Herunterstufung der Länder-Bonität Frankreichs durch Scope auf "A+" von "AA-" belastete. Begründet wurde die Herabstufung mit der andauernden Verschlechterung der Haushaltsaussichten, gekennzeichnet durch eine steigende Staatsverschuldung, andauernd hohe Haushaltsdefizite und geringe Fortschritte bei Strukturreformen. Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen verlor 10 Basispunkte auf 4,47 Prozent. Der CAC-40 gewann 0,9 Prozent.

Auch die politische Entwicklung in Deutschland war ein Thema. Bei den Landtagswahlen in Berlin hat die Linke vor der CDU gewonnen. In Mecklenburg-Vorpommern hat die AfD vor der SPD gesiegt. Die CDU wird in dem neuen Landtag nicht mehr vertreten sein, was den Druck auf den Reformkurs von Kanzler Friedrich Merz weiter erhöhen dürfte. Sollten die Ergebnisse der Landtagswahlen tatsächlich bundespolitische Folgen haben, wäre auch ein Einfluss auf Aktienkurse und Zinsen wahrscheinlich, heißt es bei QC Partners.

Der Sieg der Linken in Berlin und sein Einfluss auf den Immobiliensektor wurde aber zumindest teilweise kompensiert durch übergeordnet kräftig fallende Renditen an den Anleihemärkten. ING sieht im Linken-Wahlsieg eine kurzfristige Belastung für das Sentiment rund um Vonovia, hält das tatsächliche Enteignungsrisiko jedoch weiterhin für begrenzt. Hinsichtlich der Enteignungsdiskussion verwiesen die Analysten auf Aussagen des Managements, wonach eine solche Maßnahme offensichtlich verfassungswidrig wäre. Vonovia verloren 1,2 Prozent. LEG Immobilien gewannen hingegen 0,8 Prozent und Aroundtown 0,5 Prozent.

Nach der massiven Gewinnwarnung von VW am Freitag und dem daraus resultierenden starken Kursrückgang gaben die Aktien um weitere 2 Prozent nach. Die Gewinnwarnung war nach Ansicht von Metzler nicht so schlimm, wie es auf den ersten Blick erschien. Der vorige Ausblick sei ambitioniert gewesen. Die Lage in China habe sich zwar verschlechtert, der Großteil der Warnung sei aber auf Sondereffekte zurückzuführen und die Cashflow-Prognose bleibe unverändert.

Der Getränkehersteller Berentzen wird von dem US-Sprirituosenkonzern Sazerac übernommen. Wie das US-Unternehmen mitteilte, haben sich beide Parteien auf einen Zusammenschluss verständigt. Sazerac zahlt in einem freiwilligen Übernahmeangebot 5,55 Euro je Aktie in bar. Die Aktie war am Freitag mit 4,53 Euro aus dem Handel gegangen. Berentzen hatte vergangene Woche über die Verhandlungen informiert. Berentzen stiegen um 22,3 Prozent auf 5,54 Euro.

Dank der angekündigten Kooperation mit Amazon gewannen Kühne + Nagel 4,2 Prozent. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt dabei auf der Zusammenarbeit mit Amazon Web Services (AWS). Nach Einschätzung von Vontobel unterstreicht eine langfristige strategische Kooperationsvereinbarung mit Amazon die starke und wachsende Position von Kühne + Nagel im rentablen Bereich der Logistik für Rechenzentrumsinfrastruktur.

Die Aktien von AMS-Osram kletterten um fast 23 Prozent nach oben. Das Unternehmen hatte einen Durchbruch bei Dünnschicht-VCSELs für KI-Rechenzentren erreicht.

Der Kapitalmarkttag der Societe Generale kam bei den Anlegern gut an. Wie RBC anmerkte, deuten die Ziele der Bank für 2029 auf eine Aufwärtsrevision der Marktschätzungen hin: SocGen setze sich ein ROTE-Ziel für 2029 von 13 bis 14 Prozent, während der Konsens bei 12,9 Prozent liege, basierend auf einer jährlichen Umsatzwachstumsrate von 3 Prozent ab 2026 sowie Kosten von 16,3 Milliarden Euro - hier liege die Erwartung bei 16,9 Milliarden. Die Aktie stieg um 1,8 Prozent.

Novo Nordisk verbilligten sich derweil um 7,7 Prozent. Die auf der Kapitalmarktveranstaltung des Pharmakonzerns vorgestellten Mittelfristziele hätten nicht überzeugt, hieß es.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.318       +1,3          +7,7 
Stoxx-50        5.365       +1,1          +8,0 
Stoxx-600        642       +1,0          +7,3 
DAX          25.575       +1,1          +3,3 
FTSE-100 London    10.659       +0,8          +7,3 
CAC-40 Paris      8.065       +0,9          -1,0 
AEX Amsterdam     1.095       +0,7         +15,1 
ATHEX-20 Athen     6.834       +0,5         +27,7 
BEL-20 Brüssel     5.713       +0,9         +12,5 
BUX Budapest     152.754       +0,2         +37,6 
OMXH-25 Helsinki    6.559       +0,4         +15,0 
OMXC-20 Kopenhagen   1.585       -2,4          -1,5 
PSI 20 Lissabon    9.542       +0,8         +15,5 
IBEX-35 Madrid    19.514       +1,1         +12,8 
FTSE-MIB Mailand   51.545       +1,6         +14,7 
OBX Oslo        2.035       -0,5         +27,3 
PX Prag        2.721       +1,1          +1,3 
OMXS-30 Stockholm   3.264       +1,3         +13,2 
WIG-20 Warschau   158.382       +2,2         +32,2 
ATX Wien        6.798       +1,5         +27,6 
SMI Zürich      13.787       +1,2          +3,9 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 18:04 
EUR/USD          1,1466  -0,2  -0,0017     1,1483   1,1478 
EUR/JPY          180,6  +0,2  0,4400     180,16  178,9100 
EUR/CHF          0,9419  -0,2  -0,0020     0,9439   0,9461 
EUR/GBP          0,8576  +0,0  0,0003     0,8573   0,8600 
USD/JPY          157,48  +0,4  0,6200     156,86  155,8400 
GBP/USD          1,3368  -0,2  -0,0025     1,3393   1,3343 
USD/CNY          6,6953  -0,0  -0,0022     6,6975   6,7074 
USD/CNH          6,6936  -0,0  -0,0008     6,6944   6,7029 
AUS/USD          0,7121  +0,1  0,0004     0,7117   0,7112 
Bitcoin/USD      85.894,63  +5,9 4.817,12    81.077,51 76.744,31 
 
ROHOEL          zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         95,79  -4,5   -4,51      100,3 
Brent/ICE         99,97  -3,8   -3,90     103,87 
 
Metalle         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.345,39  -0,7  -31,52    4.376,91 
Silber           66,16  -0,1   -0,07      66,23 
Platin         1.802,67  +0,1   2,54    1.800,13 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/mgo

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September 21, 2026 12:09 ET (16:09 GMT)

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