DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Morgan Stanley: EZB erhöht Leitzins nur noch im Dezember
Volkswirte von Morgan Stanley erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins im aktuellen Zyklus nur noch ein Mal - im Dezember - um 25 Basispunkte auf dann 2,75 Prozent erhöhen wird. "Wir gehen nicht vom Beginn eines klassischen Zinserhöhungszyklus aus. Höhere Gaspreise treiben zwar die Inflation an, schwächen jedoch gleichzeitig die Realeinkommen und die Nachfrage, während die zugrunde liegende Wachstumsrate in Europa niedrig bleibt", schreiben sie in einem Kommentar. Auf den Zinsschritt im Dezember wird nach ihrer Einschätzung eine längere Zinspause und dann - noch 2027 - eine leichte geldpolitische Lockerung folgen.
Goldman Sachs: Riksbank und Norges Bank divergieren
Goldman-Sachs-Analystin Katya Vashkinskaya erwartet, dass die geldpolitischen Kurse von Schwedens Riksbank und der Norges Bank am Mittwoch weiter auseinanderstreben werden. Vashkinskaya nimmt an, dass die Riksbank ihren Leitzins trotz eines verschlechterten Inflationsausblicks und eines soliden Wirtschaftswachstums bei 1,75 Prozent belassen und erst im Dezember anheben wird. Mit Blick auf Norwegen sieht sie Aufwärtsrisiken für Energiepreise, importierte Inflation und Zinsen und rechnet auch angesichts der zuletzt "hawkishen" Neigungen der Zentralbank mit einer Zinserhöhung auf 4,50 Prozent. "Aber das wird eine knappe Sache und wird möglicherweise erst bei einem späteren Meeting in einem Jahr passieren", räumt sie ein.
RBA-Board-Mitglied schließt Risiko einer Lohn-Preis-Spirale aus
Nach all den hawkishen Warnungen von hochrangigen RBA-Mitarbeitern im vergangenen Monat hat nun Iain Ross, ein Mitglied des geldpolitischen Boards der RBA und Arbeitsmarktökonom, einige beruhigende Worte zur Inflation gefunden. In einer Rede über den Arbeitsmarkt in Melbourne sagte Ross, es gebe "keine Beweise" für eine sich abzeichnende Lohn-Preis-Spirale in der Wirtschaft trotz der erhöhten Inflation. Er sagte, die Lohnfestsetzung sei heute ganz anders als in den 1970er Jahren, als die Inflation die Löhne in die Höhe schnellen ließ. Ross hielt sich an die Themen der letzten geldpolitischen Erklärung der RBA und sagte, die Inflation werde allmählich zum Zielwert zurückkehren.
Trump-Xi-Gipfel im Fokus - Energieschock testet Inflation und Wachstum
Die Schlüsselfrage für die Energiemärkte sei, ob der aktuelle Schock eine inflationäre Kraft bleibe oder anfange, die Konjunktur zu bremsen, meint Claudio Galimberti von Rystad Energy. "Die Fed, die EZB und die Bank of Japan signalisieren alle, dass sie nicht zulassen werden, dass sich eine energiepreisgetriebene Inflation in Löhnen und Preisen verankert", sagt der Chefökonom. "Aber Zinserhöhungen bremsen das Wachstum durch höhere Kreditkosten, Anleiherenditen und schließlich schwächere Unternehmensgewinne und eine geringere Nachfrage der Haushalte zusätzlich." Nun verlagere sich der Fokus auf den Trump-Xi-Gipfel am Donnerstag, der wichtige Hinweise darauf geben könnte, wie schnell sich das Angebotsdefizit des Marktes ausweiten oder verringern könnte.
China beschränkt Ausfuhr von Drogenausgangsstoffen vor Gipfel von Xi und Trump
China hat am Dienstag mitgeteilt, dass Exporteure eine Genehmigung für die Ausfuhr von zwei Drogenausgangsstoffen in die USA, nach Mexiko und Kanada benötigen. Dies sei eine Geste des guten Willens vor einem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Die Kontrollen treten wenige Tage vor dem geplanten Treffen des chinesischen Staatschefs Xi Jinping mit Präsident Donald Trump in Washington in Kraft. Zuvor hatten die USA wiederholt Druck auf Peking ausgeübt, die Fentanyl-Lieferkette zu unterbrechen.
Britische Staatsfinanzen könnten Haushaltsrechnung auf den Kopf stellen
Der Anstieg der öffentlichen Nettokreditaufnahme Großbritanniens im August im Vergleich zum Vorjahr bereitet laut Thomas Pugh von RSM die Bühne für eine weitaus schwierigere Haushaltsankündigung, als der neue Premierminister Andy Burnham oder Schatzkanzler John Healey bei ihrem Amtsantritt vor einigen Monaten erwartet hatten. "Eine weitere Runde von Steuererhöhungen im Oktober scheint nun unvermeidlich", schreibt er in einem Kommentar. Mit 77,3 Milliarden Pfund liegt die kumulierte Kreditaufnahme in diesem Haushaltsjahr deutlich über der Prognose der Haushaltsaufsichtsbehörde OBR von 69,2 Milliarden Pfund. Angesichts der steigenden Inflation und der wahrscheinlichen Ausgabenerhöhungen im Haushalt dürfte die Kreditaufnahme weiterhin deutlich über den Prognosen liegen, so Pugh.
US-Dieselpreis auf neuem Rekordhoch - Angebot verknappt sich
Die US-Dieselpreise erreichen weiterhin neue Höchststände und haben am Dienstag einen neuen Rekord aufgestellt. Gekürzte russische Exporte und anhaltende Störungen der Rohölströme in der Straße von Hormus verknappen das weltweite Angebot. Der landesweite Durchschnittspreis für Diesel ist laut der American Automobile Association auf einen Rekordwert von 6,527 US-Dollar pro Gallone gestiegen, ein starker Anstieg gegenüber 3,688 US-Dollar pro Gallone vor einem Jahr. Laut einem Bericht von Bloomberg werde Russland ein Verbot für die meisten Dieselausfuhren verlängern, das Anfang dieses Jahres wegen der anhaltenden ukrainischen Angriffe auf seine Raffinerien eingeführt worden war. "Dem Dieselmarkt dürfte ein schwieriger Winter bevorstehen, wenn sich die Lage im Nahen Osten nicht entspannt und Russlands Exportverbot für Diesel sogar noch länger in Kraft bleibt", meint Carsten Fritsch von der Commerzbank.
DJG/DJN/apo
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September 22, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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