Berlin (ots) -
Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zeigt sich irritiert über jüngste Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zum dualen Krankenversicherungssystem und zum Verhältnis von gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Die Aussagen können als Infragestellung des bewährten dualen Gesundheitssystems verstanden werden.
Die Diskussion über unterschiedliche Zugänge zur (fach-)ärztlichen Versorgung darf aus Sicht der BZÄK nicht dazu führen, tragfähige Strukturen zu schwächen, die seit Jahrzehnten zur hohen Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitswesens beitragen. Entscheidend ist, die Versorgung aller Patientinnen und Patienten zu verbessern.
Hierzu erklärt die Präsidentin der Bundeszahnärztekammer, Dr. Romy Ermler MBA:
"Das duale System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung (GKV und PKV) hat sich über Jahrzehnte bewährt. Es sichert die Finanzierung, Qualität und Innovationsfähigkeit der (zahn-)medizinischen Versorgung und trägt dazu bei, die Folgen des demografischen Wandels im Gesundheitswesen abzufedern. Gerade die private Krankenversicherung ist eine finanziell stabile und demografiefeste Säule des Systems."
Zugleich weist die BZÄK auf die bekannten negativen Folgen rein staatlich organisierter Gesundheitssysteme hin: Neun von zehn Praxen des staatlichen britischen Gesundheitsdienstes NHS nehmen keine neuen erwachsenen Patientinnen und Patienten auf.
"Die gesundheitspolitischen Herausforderungen, vor denen wir unstreitig stehen, lassen sich nicht dadurch bewältigen, dass wir das duale Gesundheitssystem infrage stellen. Vielmehr gilt es, seine Stärken für die Zukunft zu sichern und für die Patientinnen und Patienten nutzbar zu machen", so Ermler.
Dafür bedarf es genereller struktureller Reformen, die die Probleme der Menschen adressieren. Zugleich müssen Prävention und Eigenverantwortung gestärkt werden. Nicht nur bei der Frage des Zugangs zur Versorgung liefert die Zahnmedizin zahlreiche positive Beispiele.
Die Bundeszahnärztekammer appelliert daher an die Bundesregierung, die wichtige Funktion der privaten Krankenversicherung als unerlässlichen Bestandteil eines leistungsfähigen Gesundheitswesens anzuerkennen:
Deutschland braucht keine gesundheitspolitischen Experimente mit ungewissem Ausgang. Deutschland braucht ein klares Bekenntnis zu einem reformierten, starken und zukunftsfesten dualen Gesundheitssystem.
Pressekontakt:
Dipl.-Des. Jette Krämer-Götte, Telefon: +49 30 40005-150, E-Mail:
presse@bzaek.de
Original-Content von: Bundeszahnärztekammer, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/30852/6357003
Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zeigt sich irritiert über jüngste Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zum dualen Krankenversicherungssystem und zum Verhältnis von gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Die Aussagen können als Infragestellung des bewährten dualen Gesundheitssystems verstanden werden.
Die Diskussion über unterschiedliche Zugänge zur (fach-)ärztlichen Versorgung darf aus Sicht der BZÄK nicht dazu führen, tragfähige Strukturen zu schwächen, die seit Jahrzehnten zur hohen Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitswesens beitragen. Entscheidend ist, die Versorgung aller Patientinnen und Patienten zu verbessern.
Hierzu erklärt die Präsidentin der Bundeszahnärztekammer, Dr. Romy Ermler MBA:
"Das duale System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung (GKV und PKV) hat sich über Jahrzehnte bewährt. Es sichert die Finanzierung, Qualität und Innovationsfähigkeit der (zahn-)medizinischen Versorgung und trägt dazu bei, die Folgen des demografischen Wandels im Gesundheitswesen abzufedern. Gerade die private Krankenversicherung ist eine finanziell stabile und demografiefeste Säule des Systems."
Zugleich weist die BZÄK auf die bekannten negativen Folgen rein staatlich organisierter Gesundheitssysteme hin: Neun von zehn Praxen des staatlichen britischen Gesundheitsdienstes NHS nehmen keine neuen erwachsenen Patientinnen und Patienten auf.
"Die gesundheitspolitischen Herausforderungen, vor denen wir unstreitig stehen, lassen sich nicht dadurch bewältigen, dass wir das duale Gesundheitssystem infrage stellen. Vielmehr gilt es, seine Stärken für die Zukunft zu sichern und für die Patientinnen und Patienten nutzbar zu machen", so Ermler.
Dafür bedarf es genereller struktureller Reformen, die die Probleme der Menschen adressieren. Zugleich müssen Prävention und Eigenverantwortung gestärkt werden. Nicht nur bei der Frage des Zugangs zur Versorgung liefert die Zahnmedizin zahlreiche positive Beispiele.
Die Bundeszahnärztekammer appelliert daher an die Bundesregierung, die wichtige Funktion der privaten Krankenversicherung als unerlässlichen Bestandteil eines leistungsfähigen Gesundheitswesens anzuerkennen:
Deutschland braucht keine gesundheitspolitischen Experimente mit ungewissem Ausgang. Deutschland braucht ein klares Bekenntnis zu einem reformierten, starken und zukunftsfesten dualen Gesundheitssystem.
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