DJ OECD ändert BIP-Prognosen kaum - Deutschlands erhöht
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) hat ihre Prognosen für das Weltwirtschaftswachstum im laufenden und kommenden Jahr kaum geändert, aber die deutsche Prognose für 2026 angehoben. Wie die OECD in Rahmen eines aktualisierten Wirtschaftsberichts mitteilte, rechnet sie für 2026 mit einem Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,9 Prozent, nachdem im Juni 2,8 Prozent prognostiziert worden waren. Die Prognose für 2027 wurde auf 3,0 (Juni: 3,1) Prozent gesenkt. Zugleich rechnet er vor allem für das nächste Jahr mit einer höheren Inflation.
Das erste Halbjahr war vom Krieg am Golf und hohen Energiepreisen geprägt, wobei die Wirtschaft von hohen Öllagerbeständen, Öllieferungen von außerhalb der Golfregion, Staatsausgaben und Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) gestützt wurde. Mit Blick nach vorne dominieren aber die Sorgen.
"Die Entwicklung der Öl- und Gaspreise hängt entscheidend von der Dauer der Angebotsstörungen, dem Ausmaß der Anpassungsfähigkeit von Produzenten und Verbrauchern sowie den geopolitischen Entwicklungen ab", heißt es in dem Bericht. Eine raschere Normalisierung der Energiemärkte würde den Inflationsdruck mindern und die Konjunktur stützen, während neue oder anhaltendere Störungen sowohl zu einer höheren Inflation als auch zu einem schwächeren Wachstum führen könnten.
Weitere Abwärtsrisiken sind laut OECD-Bericht potenzielle wetterbedingte Angebotsschocks (El Niño,) die sich negativ auf die Agrarproduktion auswirken und den Preisdruck bei Nahrungsmitteln weiter anfachen könnten. Genannt werden auch ein weiterer Anstieg der Renditen langfristiger Staatsanleihen oder unerwartet geringe Renditen aus KI-Investitionen. Auf der positiven Seite könnte eine raschere, produktivitätssteigernde Einführung von KI-Technologien zu einem stärkeren Wachstum als prognostiziert führen.
Die US-Wirtschaft soll laut der aktuellen Prognose 2026 um 2,2 (2,0) und 2027 um 2,1 (1,8) Prozent wachsen und Chinas Ökonomie um 4,5 (4,5) und 4,2 (4,3) Prozent. Japan werden 0,8 (0,6) und 0,7 (0,8) Prozent prognostiziert und dem Euroraum 1,0 (0,8) und 1,0 (1,2) Prozent. Deutschlands BIP soll 2026 um 1,1 (0,7) Prozent steigen und 2027 um 1,1 (1,1) Prozent, Frankreichs um 0,4 (0,7) und 0,7 (0,8) Prozent, Italiens um 0,9 (0,5) und 0,6 (0,6) Prozent und Spaniens um 2,6 (2,2) und 1,8 (1,7) Prozent.
Die Inflationsprognosen für die USA liegen bei 3,6 (3,7) und 2,6 (2,1) Prozent, die für den Euroraum bei 3,0 (2,8) und 2,9 (2,4) Prozent und die für Japan bei 1,8 (1,8) und 2,6 (2,2) Prozent.
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September 23, 2026 04:00 ET (08:00 GMT)
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