Berlin (ots) -
Vor der morgigen ersten Lesung der Erneuerbare-Energien-Gesetzes-Novelle (EEG-Novelle) und des Netzanschlusspakets im Bundestag kommentiert Verena Graichen, BUND-Geschäftsführerin Politik:
"Die starke Abhängigkeit von fossilen Energien macht uns verwundbar und kostet Milliarden. Das Geld dafür sollte in Energie aus Wind und Sonne fließen: Erneuerbare Energien liefern verlässlichen, kostengünstigen und sauberen Strom und sichern hunderttausende Jobs. Doch die beiden Energie-Gesetze von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bremsen die grünen Energien und die Erneuerbaren-Wirtschaft aus. Der Bundestag muss dies dringend korrigieren. Statt Bremsklötze braucht es Maßnahmen, um die Erneuerbaren voranzutreiben und mit den gegebenen Netzengpässen umzugehen - etwa mehr Speicher und Flexibilitäten.
Insbesondere das geplante Instrument der 'Netzengpassgebiete' im Gesetzentwurf birgt ein hohes Risiko für Wind- und Solarenergie. Denn es kehrt die bisherige Logik um: Nicht mehr der Netzausbau folgt dem Ausbau der Erneuerbaren, sondern der Ausbau soll sich nach den bestehenden Netzengpässen richten. Betreiber von Erneuerbaren-Anlagen werden dadurch unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt, während Anreize für einen zügigen Verteilnetzausbau fehlen. Der Redispatch-Vorbehalt muss daher gestrichen und ein passgenaueres Instrument geprüft werden. Vorschläge verschiedener Forschungsinstitute liegen dazu auf dem Tisch.
Auch die geplante Streichung der Förderung für die kleine Dach-Photovoltaik (PV) und Überführung in die Direktvermarktung im EEG sind ein falsches Signal. Das bremst diejenigen aus, die privat in die Energiewende investieren. Eine gemeinsame, zukunftsfähige Energieversorgung stärkt lokale Gemeinschaften, schafft regionale Wertschöpfung und verringert Investitionen in fossile Großkonzerne. Bis die Direktvermarktung für kleine PV funktioniert, müssen sie weiter gefördert werden."
Hintergrund:
Redispatch-Vorbehalt: Der Redispatch zielt darauf ab, auftretende regionale Überlastungen einzelner Anlagen im Übertragungsnetz zu vermeiden oder zu beseitigen. Hier werden dann ggf. Erneuerbare abgeregelt, jedoch weiterhin vergütet, wie es die EU vorsieht. Auf dem Tisch liegt der Vorschlag, dass in besonders belasteten Netzgebieten Kapazitätslimitierungen ausgewiesen werden können. Dort müssten dann im Fall der Abregelung im Redispatch nur anteilig Entschädigungen an die Betreiber*innen von Erneuerbare-Anlagen gezahlt werden. Es besteht somit keine Planbarkeit mehr für Projektierende, ob ihr Strom vergütet wird oder nicht. Das Projektrisiko steigt somit und Banken werden keine Kredite vergeben bzw. unter Konditionen, die viele Projekte unwirtschaftlich machen können. Insbesondere für kleine regionale Anlagenbetreiber*innen, die nicht die Möglichkeit haben, in andere Netzgebiete auszuweichen, wäre es das Aus.
Mehr Informationen:
- Der BUND unterstützt die am 9. Oktober 2026 um 14 Uhr in Berlin stattfindende Demonstration "Erneuerbare Energien - Ausbauen statt Ausbremsen". Unternehmen und Beschäftigte aus der Erneuerbaren-Branche demonstrieren an dem Tag gemeinsam mit Organisationen der Zivilgesellschaft, wie dem BUND, für den Ausbau der Erneuerbaren.
- BUND-Seite: Erneuerbare Energien umweltverträglich ausbauen (https://www.bund.net/energiewende/erneuerbare-energien/)
- BUND-Seite: Erdgas (https://www.bund.net/energiewende/erdgas/)
- BUND-Kurzstudie "Stabil statt fossil": Zusammenfassung: Erneuerbare Energien senken Strompreise und federn Energiepreiskrisen ab (https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/energiewende/stabil-statt-fossil-zusammenfassung-energiewende-BUND-2026.pdf)
- Kontakt: Caroline Gebauer, Leiterin Energie- und nationale Klimapolitik, Tel.: +49 30 2786-494, caroline.gebauer(at)bund.net
- Sie finden den BUND-Bundesverband auch auf Bluesky (https://bsky.app/profile/bund.net), Instagram (https://www.instagram.com/bund_bundesverband/) und Facebook (https://www.facebook.com/bund.bundesverband)
Pressekontakt:
BUND-Pressestelle:
CvD | Daniel Jahn | Sigrid Wolff | Clara Billen | Lara Dalbudak
Tel. 030-27586-109 | -531 | -497 | -425
E-Mail: presse@bund.net
www.bund.net
www.bund.net/presse
Informationen zur Datenverarbeitung des BUND nach DSGVO finden Sie
unter www.bund.net/datenschutz
Original-Content von: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/7666/6357411
Vor der morgigen ersten Lesung der Erneuerbare-Energien-Gesetzes-Novelle (EEG-Novelle) und des Netzanschlusspakets im Bundestag kommentiert Verena Graichen, BUND-Geschäftsführerin Politik:
"Die starke Abhängigkeit von fossilen Energien macht uns verwundbar und kostet Milliarden. Das Geld dafür sollte in Energie aus Wind und Sonne fließen: Erneuerbare Energien liefern verlässlichen, kostengünstigen und sauberen Strom und sichern hunderttausende Jobs. Doch die beiden Energie-Gesetze von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bremsen die grünen Energien und die Erneuerbaren-Wirtschaft aus. Der Bundestag muss dies dringend korrigieren. Statt Bremsklötze braucht es Maßnahmen, um die Erneuerbaren voranzutreiben und mit den gegebenen Netzengpässen umzugehen - etwa mehr Speicher und Flexibilitäten.
Insbesondere das geplante Instrument der 'Netzengpassgebiete' im Gesetzentwurf birgt ein hohes Risiko für Wind- und Solarenergie. Denn es kehrt die bisherige Logik um: Nicht mehr der Netzausbau folgt dem Ausbau der Erneuerbaren, sondern der Ausbau soll sich nach den bestehenden Netzengpässen richten. Betreiber von Erneuerbaren-Anlagen werden dadurch unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt, während Anreize für einen zügigen Verteilnetzausbau fehlen. Der Redispatch-Vorbehalt muss daher gestrichen und ein passgenaueres Instrument geprüft werden. Vorschläge verschiedener Forschungsinstitute liegen dazu auf dem Tisch.
Auch die geplante Streichung der Förderung für die kleine Dach-Photovoltaik (PV) und Überführung in die Direktvermarktung im EEG sind ein falsches Signal. Das bremst diejenigen aus, die privat in die Energiewende investieren. Eine gemeinsame, zukunftsfähige Energieversorgung stärkt lokale Gemeinschaften, schafft regionale Wertschöpfung und verringert Investitionen in fossile Großkonzerne. Bis die Direktvermarktung für kleine PV funktioniert, müssen sie weiter gefördert werden."
Hintergrund:
Redispatch-Vorbehalt: Der Redispatch zielt darauf ab, auftretende regionale Überlastungen einzelner Anlagen im Übertragungsnetz zu vermeiden oder zu beseitigen. Hier werden dann ggf. Erneuerbare abgeregelt, jedoch weiterhin vergütet, wie es die EU vorsieht. Auf dem Tisch liegt der Vorschlag, dass in besonders belasteten Netzgebieten Kapazitätslimitierungen ausgewiesen werden können. Dort müssten dann im Fall der Abregelung im Redispatch nur anteilig Entschädigungen an die Betreiber*innen von Erneuerbare-Anlagen gezahlt werden. Es besteht somit keine Planbarkeit mehr für Projektierende, ob ihr Strom vergütet wird oder nicht. Das Projektrisiko steigt somit und Banken werden keine Kredite vergeben bzw. unter Konditionen, die viele Projekte unwirtschaftlich machen können. Insbesondere für kleine regionale Anlagenbetreiber*innen, die nicht die Möglichkeit haben, in andere Netzgebiete auszuweichen, wäre es das Aus.
Mehr Informationen:
- Der BUND unterstützt die am 9. Oktober 2026 um 14 Uhr in Berlin stattfindende Demonstration "Erneuerbare Energien - Ausbauen statt Ausbremsen". Unternehmen und Beschäftigte aus der Erneuerbaren-Branche demonstrieren an dem Tag gemeinsam mit Organisationen der Zivilgesellschaft, wie dem BUND, für den Ausbau der Erneuerbaren.
- BUND-Seite: Erneuerbare Energien umweltverträglich ausbauen (https://www.bund.net/energiewende/erneuerbare-energien/)
- BUND-Seite: Erdgas (https://www.bund.net/energiewende/erdgas/)
- BUND-Kurzstudie "Stabil statt fossil": Zusammenfassung: Erneuerbare Energien senken Strompreise und federn Energiepreiskrisen ab (https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/energiewende/stabil-statt-fossil-zusammenfassung-energiewende-BUND-2026.pdf)
- Kontakt: Caroline Gebauer, Leiterin Energie- und nationale Klimapolitik, Tel.: +49 30 2786-494, caroline.gebauer(at)bund.net
- Sie finden den BUND-Bundesverband auch auf Bluesky (https://bsky.app/profile/bund.net), Instagram (https://www.instagram.com/bund_bundesverband/) und Facebook (https://www.facebook.com/bund.bundesverband)
Pressekontakt:
BUND-Pressestelle:
CvD | Daniel Jahn | Sigrid Wolff | Clara Billen | Lara Dalbudak
Tel. 030-27586-109 | -531 | -497 | -425
E-Mail: presse@bund.net
www.bund.net
www.bund.net/presse
Informationen zur Datenverarbeitung des BUND nach DSGVO finden Sie
unter www.bund.net/datenschutz
Original-Content von: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/7666/6357411
© 2026 news aktuell
