DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
S&P Global: Euroraum-Wirtschaft gewinnt an Dynamik im September
Der Aufschwung in der Eurozone hat sich im September verstärkt. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - erhöhte sich auf 53,1 Zähler von 52,0 im Vormonat, wie S&P Global im Zuge der ersten Veröffentlichung berichtete. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Rückgang auf 51,5 Punkte vorhergesagt. Oberhalb von 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter deutet es auf eine Schrumpfung.
Euroraum-PMI überrascht auf ganzer Linie
Der aggregierte Einkaufsmanagerindex für den Euroraum hat nach Aussage von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der liechtensteinischen VP Bank, "auf ganzer Linie" überrascht. "In Anbetracht der hohen Energiepreise war davon auszugehen, dass die Unternehmen weniger optimistisch in die Zukunft blicken. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Die Stimmung hellt sich im September sogar nochmals deutlich auf. Die Wachstumsraten werden sich weiter beschleunigen", schreibt er in einem Kommentar.
Commerzbank: Euroraum-PMI unter 50 bedeutet nicht Rezession
Die tatsächliche Trennlinie zwischen Wachstum und Rezession beim zusammengefassten Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Euroraum liegt nach Aussagen von Commerzbank-Volkswirt Vincent Stamer nicht bei 50, sondern bei 47,8 Punkten. "Erst bei einem zusammengefassten Einkaufsmanagerindex darunter ist die Wahrscheinlichkeit eines Schrumpfens der Wirtschaft größer als 50 Prozent. Die Unternehmen schätzen also ihre Lage in der Tendenz etwas ungünstiger ein als sie tatsächlich ist", schreibt er in einer Analyse.
S&P Global: Deutsche Wirtschaft gewinnt im September an Stärke
Das Wachstum in der deutschen Wirtschaft hat sich im September beschleunigt. Der von S&P Global erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - verbesserte sich auf 53,8 von 51,8 Punkten im Vormonat, wie aus den Daten der ersten Veröffentlichung für den Monat hervorgeht. Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung.
OECD ändert BIP-Prognosen kaum - Deutschlands erhöht
Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) hat ihre Prognosen für das Weltwirtschaftswachstum im laufenden und kommenden Jahr kaum geändert, aber die deutsche Prognose für 2026 angehoben. Wie die OECD in Rahmen eines aktualisierten Wirtschaftsberichts mitteilte, rechnet sie für 2026 mit einem Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,9 Prozent, nachdem im Juni 2,8 Prozent prognostiziert worden waren. Die Prognose für 2027 wurde auf 3,0 (Juni: 3,1) Prozent gesenkt. Zugleich rechnet er vor allem für das nächste Jahr mit einer höheren Inflation.
IG Metall fordert für Metall- und Elektroindustrie 5% mehr Geld
Die IG Metall geht mit einer Forderung von 5 Prozent mehr Lohn für zwölf Monate in die Tarifverhandlungen für die 3,7 Millionen Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie. "Wir wollen erstens 5 Prozent mehr Geld und eine soziale Komponente für Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen. Wir wollen zweitens eine gerechte Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in Boomunternehmen. Und wir erwarten drittens von den Arbeitgebern ein klares Signal - ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland und damit auch eine gute und verbesserte Beschäftigungs- und Zukunftssicherung für die Beschäftigten", sagte Tarifvorständin Nadine Boguslawski.
Fitch hebt globale Wachstumsprognose an und erwartet höhere Zinsen
Das globale Wirtschaftswachstum hat sich gegenüber wiederholten Schocks überraschend gut gehalten. Diese Widerstandsfähigkeit geht jedoch zunehmend mit höheren Zinsen einher. In ihrem jüngsten Wirtschaftsausblick hat Fitch Ratings die Prognose für das globale Bruttoinlandsprodukt für dieses Jahr angehoben. Die Agentur rechnet nun mit einem Wachstum von 2,6 Prozent, was fast dem Wert für 2025 und dem langfristigen Trend entspricht.
BoE könnte nach Zinserhöhungen anderer Notenbanken unter Druck geraten
Die Bank of England (BoE) könnte nach den jüngsten Zinserhöhungen der Zentralbanken in den USA, Japan und Europa unter Druck geraten, die Zinsen zu erhöhen, schreibt Patrick Munnelly von der Tickmill Group in einer Research Note. Sorgen über hohe Ölpreise und Inflationsrisiken hätten die großen Zentralbanken zu Zinserhöhungen veranlasst. Wie Daten von LSEG zeigen, preisen die Märkte für das kommende Jahr drei oder mehr Zinserhöhungen von jeder der wichtigsten Zentralbanken ein. "Sobald die Fed, die EZB und die BoJ alle mit einer strafferen Politik auf den Energieschock reagieren, wird es für die Märkte schwieriger zu glauben, dass die BoE diesen Zyklus aussitzen kann", meint er.
Inflationsdruck in GB stützt Argumente der BoE für Zinserhöhung
Der erneute Inflationsdruck, der sich in den britischen PMI-Daten für September zeigt, untermauert nach Ansicht von Ashley Webb von Capital Economics die Tendenz der Bank of England zu höheren Zinssätzen. Steigende Energiepreise hätten die Input- und Outputpreise in die Höhe getrieben, was darauf hindeute, dass die Unternehmen die gestiegenen Energiekosten über höhere Verkaufspreise an die Kunden weitergäben, schreibt er in einer Research Note. "Beide dieser Kennzahlen bleiben zwar unter ihren Höchstständen von vor einigen Monaten, aber sie signalisieren, dass der Preisdruck wieder zu wachsen beginnt", so Webb. Die Inflation könne zwar Anfang nächsten Jahres auf rund 4,2 Prozent steigen, doch der schwache Arbeitsmarkt werde wahrscheinlich Zweitrundeneffekte verhindern.
Riksbank dürfte Zinsen stillhalten
Die Riksbank wird ihren Leitzins am Donnerstag voraussichtlich bei 1,75 Prozent belassen. Citi erwarte jedoch, dass der Zinspfad signalisieren werde, dass Zinserhöhungen bis zum Jahresende wahrscheinlicher werden, schreibt die Volkswirtin Giada Giani. Obwohl die Inflation bei den meisten Messgrößen deutlich unter 2 Prozent bleibe und die Arbeitslosigkeit hoch sei, gewinne die Wirtschaft an Dynamik und die schwedische Krone schwäche sich ab, meint Giani. Die Bank erwarte nun eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Dezember und eine weitere im Frühjahr 2027. Zuvor sei sie davon ausgegangen, dass der Leitzins das ganze Jahr 2027 über unverändert bleiben werde.
Gespräche zwischen Trump und Xi - Kein Durchbruch bei Chips und Seltenen Erden
Die Gespräche zwischen Präsident Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping am Donnerstag würden keinen Durchbruch bei KI-Chips und Seltenen Erden bringen, so die Analysten von Jefferies. Die Pläne der Regierung Trump für ein "Board of Trade", das eine Senkung der Zölle auf eine Reihe von Produkten überwachen soll, seien "das wahrscheinlichste Ergebnis" der Gespräche, so die Analysten. Auf US-Seite könnten Boeing-Flugzeuge und medizinische Geräte von den Gesprächen profitieren, wobei die Analysten Zuversicht aus den jüngsten Äußerungen des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer schöpfen.
Chinas Rohölimporte dürften niedrig bleiben
Die Rohölimporte Chinas dürften in den kommenden Monaten niedrig bleiben, sollten die Ölpreise hoch bleiben, meinen die Analysten von Goldman Sachs. Die Seeimporte liegen trotz eines leichten Anstiegs im September derzeit etwa 3 Millionen Barrel pro Tag unter den saisonalen Normalwerten. Nach Einschätzung der US-Bank könnten die Importe im vierten Quartal um etwa 600.000 Barrel pro Tag zulegen. Hauptgründe hierfür seien saisonale Faktoren und der Umstand, dass Raffinerien mehr veredelte Produkte exportieren und gleichzeitig die Lagerbestände langsamer abbauen. Trotz dieses Anstiegs dürften die Importe aber immer noch mehr als 3 Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorjahreswert liegen.
+++ Konjunkturdaten +++
US/MBA Market Index Woche per 18. Sep -1,5% auf 227,3 (Vorwoche: 230,8)
US/MBA Purchase Index Woche per 18. Sep -0,8% auf 154,9 (Vorwoche: 156,2)
US/MBA Refinance Index Woche per 18. Sep -2,6% auf 611 (Vorwoche: 627,1)
DJG/DJN/apo
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September 23, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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