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MÄRKTE EUROPA/Ölpreis- und Zinsanstieg drückt Börsen ins Minus

DJ MÄRKTE EUROPA/Ölpreis- und Zinsanstieg drückt Börsen ins Minus

DOW JONES--Wieder gestiegene Ölpreise und Marktzinsen haben Europas Börsen zur Wochenmitte belastet. Schon am Vormittag hatten überraschend starke Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone Zinserhöhungssorgen geweckt. Nachdem am Nachmittag auch die US-Einkaufsmanagerindizes besser als erwartet ausgefallen waren, ging es mit den Anleiherenditen noch weiter nach oben.

Befeuert wurde der Renditeanstieg auch vom Ölpreis, der kräftig anzog, was Inflationssorgen nährte. Das Barrel Brentöl verteuerte sich um etwa 3,5 Prozent auf rund 102,80 Dollar. Der Ölmarkt stand weiter unter Eindruck der Drohung des US-Präsidenten vom Vortag, den Iran auszulöschen, falls kein "Deal" zustande komme. Donald Trumps Äußerungen während seiner Rede vor der UN-Vollversammlung dämpften die Hoffnung auf diplomatische Fortschritte im Nahost-Konflikt, auch wenn der Präsident später sagte, ein Treffen von US-Vertretern und iranischen Delegierten, die zu der Generaldebatte nach New York gereist waren, sei gut verlaufen.

Der DAX gab um 0,7 Prozent auf 25.411 Punkte nach, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,4 Prozent nach unten. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen stieg um 12 Basispunkte auf 5,08 Prozent. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten mit 3,56 Prozent, 11 Basispunkte höher als am Dienstag. Der Dollar wertete nach den starken Daten weiter auf, der Euro fiel im Gegenzug unter die Marke von 1,14 Dollar und notierte zuletzt knapp darunter.

Unter den Einzelwerten verloren die Aktien der schweizerischen Großbank UBS 1,7 Prozent. Der Ständerat in der Schweiz hat einen Vorschlag unterstützt, die neuen Eigenkapitalanforderungen für die UBS abzumildern, und gleichzeitig eine strengere Anforderung in einem Gesetzentwurf der Landesregierung abgelehnt. Die Entscheidung stelle zwar einen Dämpfer für die Bank dar, sei aber verkraftbar, urteilten die Analysten der DZ Bank. Die UBS hatte indessen auf eine deutlichere Abfederung der ursprünglich vorgeschlagenen 100-Prozent-Regel gehofft. Die Analysten merkten jedoch an, dass das Gesetzgebungsverfahren erst am Anfang stehe. Bevor die Neuregelung final verabschiedet werde, müssten noch die Wirtschaftskommission des Nationalrats sowie der Nationalrat selbst beraten; zudem bleibe eine spätere Volksabstimmung möglich. Die Analysten rechnen daher mit weiterer intensiver Lobbyarbeit der UBS.

Für Raiffeisen Bank ging es an der Wiener Börse um 1,5 Prozent nach oben. Das Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien hat auf Antrag der Bank und ihrer russischen Tochter AO Raiffeisenbank ein Versäumungsurteil gegen Rasperia Trading Limited erlassen und diese zu einer Schadenersatzzahlung in Höhe von etwa 3,15 Milliarden Euro verpflichtet.

Im Pharmasektor verloren Roche 0,3 Prozent und profitierten damit nicht von ermutigenden Daten einer Phase-3-Studie. Das Mittel Sefaxersen zeigte in der Studie eine positive Wirkung bei einer spezifischen Nierenerkrankung.

JD Sports büßten 5,7 Prozent ein. Die Halbjahreszahlen waren einen Tick besser als erwartet ausgefallen. Der Gewinn je Aktie lag laut Bernstein 2,1 Prozent über dem Konsens. Allerdings zeigten die Zahlen laut Shore zugleich, dass das Umfeld schwierig bleibt. Adidas gaben um 1,6 Prozent nach und Puma schlossen 2 Prozent schwächer.

Die Aktien der Online-Apothekenbetreiber Docmorris und Redcare Pharmacy verbilligten sich um 5,9 und 6,4 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen auf die Klage der Wettbewerbszentrale gegen die Online-Apotheke der Drogeriekette DM, mit der sich das Landgericht Karlsruhe seit dem heutigen Mittwoch befasst. Der vorsitzende Richter habe jedoch direkt betont, dass es sich um einen "hart umkämpften Markt" und das "ganze Geschäftsmodell" drehe. Ein Urteil wird erst für Dezember erwartet.

Die KWS-Aktie brach um 9 Prozent ein. Im Handel war von schwachen Zahlen die Rede. Während der Umsatz die Markterwartung nur knapp verfehlt habe, liege die Ergebnisseite deutlich unter den Prognosen. Der Umsatz ging um 3 Prozent auf 1,627 Milliarden Euro zurück. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) sank um 2,1 Prozent auf 343,1 Millionen Euro.

Nach einer neuerlichen Platzierung durch Wacker Chemie (+1,9%) verloren Siltronic 7 Prozent auf 76,95 Euro. Wacker Chemie hat im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens 2,2 Millionen Siltronic-Aktien abgestoßen und seinen Anteil auf diesem Weg auf nun rund 15 Prozent reduziert. Die Stücke wurden zu je 77,25 Euro je Aktie platziert. Wie die Erfahrung nach Platzierungen zeigt, könnte sich die Siltronic-Aktie rasch erholen.

Secunet verteuerten sich um 15,6 Prozent nach einem Medienbericht, wonach die Bundesregierung die Kommunikationsnetze der Bundeswehr für bis zu 1,7 Milliarden Euro mit neuer Verschlüsselungstechnik modernisieren will. Der Haushaltsausschuss soll demnach einen Rahmenvertrag mit Secunet billigen; zunächst seien Bestellungen von gut 100 Millionen Euro geplant.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.300       -0,4          +9,2 
Stoxx-50        5.353       -0,2          +9,0 
Stoxx-600        640       -0,4          +8,5 
DAX          25.411       -0,7          +4,4 
FTSE-100 London    10.708       -0,0          +7,8 
CAC-40 Paris      8.155       -0,4          +0,1 
AEX Amsterdam     1.111       -0,3         +16,8 
ATHEX-20 Athen     6.849       -0,9         +28,0 
BEL-20 Brüssel     5.759       -1,2         +13,4 
BUX Budapest     151.343       +0,4         +36,3 
OMXH-25 Helsinki    6.642       -0,6         +16,5 
OMXC-20 Kopenhagen   1.547       -1,1          -3,8 
PSI 20 Lissabon    9.657       -0,3         +16,9 
IBEX-35 Madrid    19.754       -0,6         +14,1 
FTSE-MIB Mailand   52.096       -0,2         +15,9 
OBX Oslo        2.015       -0,1         +26,1 
PX Prag        2.742       -0,5          +2,1 
OMXS-30 Stockholm   3.336       -0,6         +15,7 
WIG-20 Warschau   157.468       -0,8         +35,3 
ATX Wien        6.920       -0,2         +29,9 
SMI Zürich      13.953       -0,2          +5,2 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:20 Uhr 
EUR/USD          1,1390  -0,5  -0,0057     1,1447     1,1440 
EUR/JPY          180,39  +0,1   0,2200     180,17    180,0200 
EUR/CHF          0,9402  +0,1   0,0012     0,9390     0,9391 
EUR/GBP          0,8598  +0,3   0,0023     0,8575     0,8574 
USD/JPY          158,34  +0,6   0,9700     157,37    157,3300 
GBP/USD          1,3246  -0,7  -0,0093     1,3339     1,3340 
USD/CNY          6,7111  +0,2   0,0115     6,6996     6,6990 
USD/CNH          6,7123  +0,2   0,0137     6,6986     6,6994 
AUS/USD          0,7032  -1,1  -0,0080     0,7112     0,7105 
Bitcoin/USD      83.964,14  -2,6 -2.268,80    86.232,94   86.193,66 
 
ROHOEL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         92,55  +2,2    2,03      90,52 
Brent/ICE         102,78  +3,6    3,53      99,25 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.278,54  -1,7   -76,20    4.354,74 
Silber           64,49  -3,9   -2,59      67,08 
Platin         1.740,10  -5,0   -92,41    1.832,51 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/mgo

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September 23, 2026 12:13 ET (16:13 GMT)

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