Berlin/New York (ots) -
Im Rahmen der 81. UN-Generalversammlung haben Campaign for Nature und Together for the Ocean gestern eine Zwischenbilanz zu einem der zentralen Ziele des Weltnaturabkommens von Kunming-Montreal vorgestellt. Demnach wurden beim Ziel, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresflächen der Erde wirksam zu schützen, bereits erhebliche Fortschritte erzielt. Das sogenannte 30x30-Ziel sei weiterhin erreichbar. Dafür müssten die Staaten ihre Verpflichtungen jedoch konsequenter und schneller umsetzen. Insbesondere beim Meeresschutz seien bestehende Lücken zu schließen und die Finanzierung des globalen Naturschutzes hochzufahren. Hierfür kündigte der deutsche Umweltminister Carsten Schneider gestern Abend in New York einen Beitrag von 300 Mio. US Dollar an. Das Geld solle zu gleichen Teilen von der deutschen Regierung, von der Rob Walton Stiftung sowie der Wyss Stiftung aufgebracht werden. Es solle langfristig der Basisfinanzierung von besonders bedeutenden Schutzgebieten dienen.
Die vor der im Oktober in Armenien stattfindenden Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention (CBD COP 17) veröffentlichte Studie ist die bislang umfassendste Analyse der weltweiten Fortschritte bei der Umsetzung des 30x30-Ziels.
"Die Ergebnisse unserer Studie machen Mut und senden ein wichtiges Signal an den bevorstehenden Weltnaturschutzgipfel in Eriwan", sagt Jan Peter Schemmel, Direktor Europa der Campaign for Nature. "Länder wie Brasilien, Australien, Kanada und Kolumbien zeigen, welche Fortschritte möglich sind, wenn internationale Vereinbarungen national konsequent umgesetzt werden." Wirksam gemanagte Schutzgebiete, so Schemmel weiter, seien zugleich eine Investition in die natürliche Infrastruktur, auf der Wirtschaft, Sicherheit und menschliches Wohlergehen beruhten.
Derzeit, so die Studie, seien rund 20 Prozent der Landflächen und Binnengewässer als Schutzgebiete ausgewiesen. Bei konsequenter Umsetzung bestehender Verpflichtungen könnte dieser Anteil bis 2030 auf 27 Prozent steigen. Neue Schutzgebiete müssten dabei vorrangig besonders wertvolle, bislang unterrepräsentierte und für den Klimaschutz prioritäre Ökosysteme erfassen. Zugleich müssten bestehende und neue Gebiete dauerhaft wirksame Naturschutzergebnisse erzielen.
Deutlich größer sei die Lücke beim Meeresschutz. Bislang stünden nur 10 Prozent der Meere unter Schutz. Bestehende Verpflichtungen würden diesen Anteil bis 2030 lediglich auf 12 Prozent erhöhen. Zudem würden derzeit nur 3,5 Prozent der Meeresflächen als wirksam geschützt gelten. Selbst in ausgewiesenen Schutzgebieten seien naturzerstörende Aktivitäten häufig nicht ausgeschlossen.
Eine entscheidende Voraussetzung für die Umsetzung von 30x30 sei eine ausreichende Finanzierung. Benötigt würden jährlich 100 bis 180 Milliarden US-Dollar, bislang stünden jedoch nur rund 24 Milliarden US-Dollar zur Verfügung.
Vor diesem Hintergrund begrüßten die Zoologische Gesellschaft Frankfurt und Campaign for Nature die Ankündigung von Bundesumweltminister Carsten Schneider, dem Legacy Landscapes Fund, LLF, 100 Millionen US-Dollar für die langfristige Finanzierung von Schutzgebieten zur Verfügung zu stellen. Der LLF ist eine unabhängige internationale Stiftung nach deutschem Recht, gegründet vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der KfW Entwicklungsbank.
Bundesumweltminister Carsten Schneider gestern beim Leaders Event zum 30x30 Ziel in New York: "Intakte Natur fungiert als Puffer gegen die Auswirkungen der Klimakrise. Um diese Schutzgebiete langfristig abzusichern, wird Deutschland 100 Millionen US Dollar in den Legacy Landscapes Fund einzahlen. Mit uns dabei sind die Wyss Foundation und die Rob Walton Foundation - in Summe 300 Millionen US Dollar."
"Wir begrüßen ausdrücklich den Beitrag Deutschlands für herausragende Schutzgebiete in Subsahara-Afrika", betont Christof Schenck, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. "Zusammen mit den dadurch mobilisierten zusätzlichen 200 Millionen US-Dollar der Rob Walton Foundation und der Wyss Foundation können mindestens zehn große Schutzgebiete von herausragender Bedeutung für den Biodiversitäts- und Klimaschutz dauerhaft mit einer Basisfinanzierung ausgestattet werden."
"Die deutsche Ankündigung ist in dreierlei Hinsicht zukunftsweisend", erklärt Georg Schwede von Campaign for Nature, vor Ort in New York. "Sie zeigt, was möglich ist, wenn öffentliche und private Geber ihre Kräfte bündeln. Sie lädt weitere Geber ein, sich vor dem Biodiversitätsgipfel in Armenien der Initiative anzuschließen. Und sie nutzt mit dem Legacy Landscapes Fund einen Mechanismus, der eine besonders langfristige und wirksame Finanzierung von Schutzgebieten ermöglicht."
Damit das 30x30-Ziel erreichbar bleibe, müssten die Staaten in den verbleibenden vier Jahren ihre Verpflichtungen beschleunigt umsetzen, die Finanzierung von Schutzgebieten deutlich erhöhen und Instrumente wie den LLF weiter stärken. Zugleich müssten die Rechte und die Führungsrolle indigener Völker und lokaler Gemeinschaften anerkannt und das UN-Hochseeschutzabkommen für einen wirksamen Ausbau des Meeresschutzes genutzt werden.
Pressekontakt:
Jan Peter Schemmel
Director Europe, Campaign for Nature
jan-peter@campaignfornature.org
mobil: 0171 622 8615
Dr. Georg Schwede
Campaign for Nature (vor Ort)
georg@campaignfornature.org
mobil: 0170 5571244
Dagmar Andres-Brümmer
Head of Communications, Zoologische Gesellschaft Frankfurt
andres-bruemmer@zgf.de
mobil: 0160 6176701
Original-Content von: Campaign for Nature, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/163011/6358027
Im Rahmen der 81. UN-Generalversammlung haben Campaign for Nature und Together for the Ocean gestern eine Zwischenbilanz zu einem der zentralen Ziele des Weltnaturabkommens von Kunming-Montreal vorgestellt. Demnach wurden beim Ziel, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresflächen der Erde wirksam zu schützen, bereits erhebliche Fortschritte erzielt. Das sogenannte 30x30-Ziel sei weiterhin erreichbar. Dafür müssten die Staaten ihre Verpflichtungen jedoch konsequenter und schneller umsetzen. Insbesondere beim Meeresschutz seien bestehende Lücken zu schließen und die Finanzierung des globalen Naturschutzes hochzufahren. Hierfür kündigte der deutsche Umweltminister Carsten Schneider gestern Abend in New York einen Beitrag von 300 Mio. US Dollar an. Das Geld solle zu gleichen Teilen von der deutschen Regierung, von der Rob Walton Stiftung sowie der Wyss Stiftung aufgebracht werden. Es solle langfristig der Basisfinanzierung von besonders bedeutenden Schutzgebieten dienen.
Die vor der im Oktober in Armenien stattfindenden Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention (CBD COP 17) veröffentlichte Studie ist die bislang umfassendste Analyse der weltweiten Fortschritte bei der Umsetzung des 30x30-Ziels.
"Die Ergebnisse unserer Studie machen Mut und senden ein wichtiges Signal an den bevorstehenden Weltnaturschutzgipfel in Eriwan", sagt Jan Peter Schemmel, Direktor Europa der Campaign for Nature. "Länder wie Brasilien, Australien, Kanada und Kolumbien zeigen, welche Fortschritte möglich sind, wenn internationale Vereinbarungen national konsequent umgesetzt werden." Wirksam gemanagte Schutzgebiete, so Schemmel weiter, seien zugleich eine Investition in die natürliche Infrastruktur, auf der Wirtschaft, Sicherheit und menschliches Wohlergehen beruhten.
Derzeit, so die Studie, seien rund 20 Prozent der Landflächen und Binnengewässer als Schutzgebiete ausgewiesen. Bei konsequenter Umsetzung bestehender Verpflichtungen könnte dieser Anteil bis 2030 auf 27 Prozent steigen. Neue Schutzgebiete müssten dabei vorrangig besonders wertvolle, bislang unterrepräsentierte und für den Klimaschutz prioritäre Ökosysteme erfassen. Zugleich müssten bestehende und neue Gebiete dauerhaft wirksame Naturschutzergebnisse erzielen.
Deutlich größer sei die Lücke beim Meeresschutz. Bislang stünden nur 10 Prozent der Meere unter Schutz. Bestehende Verpflichtungen würden diesen Anteil bis 2030 lediglich auf 12 Prozent erhöhen. Zudem würden derzeit nur 3,5 Prozent der Meeresflächen als wirksam geschützt gelten. Selbst in ausgewiesenen Schutzgebieten seien naturzerstörende Aktivitäten häufig nicht ausgeschlossen.
Eine entscheidende Voraussetzung für die Umsetzung von 30x30 sei eine ausreichende Finanzierung. Benötigt würden jährlich 100 bis 180 Milliarden US-Dollar, bislang stünden jedoch nur rund 24 Milliarden US-Dollar zur Verfügung.
Vor diesem Hintergrund begrüßten die Zoologische Gesellschaft Frankfurt und Campaign for Nature die Ankündigung von Bundesumweltminister Carsten Schneider, dem Legacy Landscapes Fund, LLF, 100 Millionen US-Dollar für die langfristige Finanzierung von Schutzgebieten zur Verfügung zu stellen. Der LLF ist eine unabhängige internationale Stiftung nach deutschem Recht, gegründet vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der KfW Entwicklungsbank.
Bundesumweltminister Carsten Schneider gestern beim Leaders Event zum 30x30 Ziel in New York: "Intakte Natur fungiert als Puffer gegen die Auswirkungen der Klimakrise. Um diese Schutzgebiete langfristig abzusichern, wird Deutschland 100 Millionen US Dollar in den Legacy Landscapes Fund einzahlen. Mit uns dabei sind die Wyss Foundation und die Rob Walton Foundation - in Summe 300 Millionen US Dollar."
"Wir begrüßen ausdrücklich den Beitrag Deutschlands für herausragende Schutzgebiete in Subsahara-Afrika", betont Christof Schenck, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. "Zusammen mit den dadurch mobilisierten zusätzlichen 200 Millionen US-Dollar der Rob Walton Foundation und der Wyss Foundation können mindestens zehn große Schutzgebiete von herausragender Bedeutung für den Biodiversitäts- und Klimaschutz dauerhaft mit einer Basisfinanzierung ausgestattet werden."
"Die deutsche Ankündigung ist in dreierlei Hinsicht zukunftsweisend", erklärt Georg Schwede von Campaign for Nature, vor Ort in New York. "Sie zeigt, was möglich ist, wenn öffentliche und private Geber ihre Kräfte bündeln. Sie lädt weitere Geber ein, sich vor dem Biodiversitätsgipfel in Armenien der Initiative anzuschließen. Und sie nutzt mit dem Legacy Landscapes Fund einen Mechanismus, der eine besonders langfristige und wirksame Finanzierung von Schutzgebieten ermöglicht."
Damit das 30x30-Ziel erreichbar bleibe, müssten die Staaten in den verbleibenden vier Jahren ihre Verpflichtungen beschleunigt umsetzen, die Finanzierung von Schutzgebieten deutlich erhöhen und Instrumente wie den LLF weiter stärken. Zugleich müssten die Rechte und die Führungsrolle indigener Völker und lokaler Gemeinschaften anerkannt und das UN-Hochseeschutzabkommen für einen wirksamen Ausbau des Meeresschutzes genutzt werden.
Pressekontakt:
Jan Peter Schemmel
Director Europe, Campaign for Nature
jan-peter@campaignfornature.org
mobil: 0171 622 8615
Dr. Georg Schwede
Campaign for Nature (vor Ort)
georg@campaignfornature.org
mobil: 0170 5571244
Dagmar Andres-Brümmer
Head of Communications, Zoologische Gesellschaft Frankfurt
andres-bruemmer@zgf.de
mobil: 0160 6176701
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