Kathmandu/Berlin (ots) -
Einen Monat nach der verheerenden Sturzflut in Nepal leben immer noch mehr als 1.000 Menschen (https://ndrrma.gov.np/np/situation-report/442) in Notunterkünften - was vor allem für Mädchen besondere Risiken mit sich bringt. Mädchen berichteten Mitarbeitenden von Save the Children, sie hätten Angst um ihre Sicherheit, weil sich unbekannte Personen in Gemeinschaftsräumen von Sammelunterkünften aufhielten. In Zelt-Camps am Rande von Städten herrscht durch unzureichende Beleuchtung nachts ein zusätzliches Sicherheitsrisiko. Familien, die weit entfernt von ihren Heimatorten Zimmer gemietet haben, fehlt der Schutz durch die vertraute Gemeinschaft.
Die Kinderrechtsorganisation warnt davor, dass die ohnehin bestehenden Risiken von Gewalt, Menschenhandel, Ausbeutung und Frühverheiratung infolge der Katastrophe zunehmen könnten. Laut der Volkszählung von 2021 waren mehr als ein Drittel der Mädchen (https://censusresults.nsonepal.gov.np/population) in Nepal bei ihrer Hochzeit minderjährig. Mädchen, die als Kinder verheiratet werden, brechen mit höherer Wahrscheinlichkeit die Schule ab, werden früher schwanger, sind in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt und erleben im Laufe ihres Lebens oft vielfältige Formen geschlechtsspezifischer Gewalt.
"Mädchen sind oft die Ersten, die den Zugang zu Bildung verlieren, und die Letzten, die ihn wiedererlangen", sagt Tara Chettry, Länderdirektorin von Save the Children in Nepal. "Und jeder Tag ohne Schule bedeutet weniger Schutz. Mädchen benötigen unsere besondere Unterstützung. Der Schutz ihrer Rechte, ihrer Sicherheit und ihrer Chancen muss im Mittelpunkt der Hilfsmaßnahmen und des Wiederaufbaus in Nepal stehen."
Hinzu kommt die Gefahr von Menschenhandel. Zwischen 2024 und 2025 wurden der Polizei mehr als 11.500 vermisste Frauen und Mädchen gemeldet, von denen laut der Nationalen Menschenrechtskommission fast jede Vierte unauffindbar blieb. Angaben von Überlebenden deuten darauf hin, dass 41 Prozent (https://www.nhrcnepal.org/uploads/publication/TRAFFICKING_IN_PERSONS_IN_NEPAL(NATIONAL_REPORT_2026)1.pdf) zur Prostitution ausgebeutet wurden und mehr als ein Drittel Mädchen waren.
Bei der Flutkatastrophe am 26. August kamen mindestens 1.400 Menschen ums Leben, etwa 5.700 werden weiterhin vermisst (https://ndrrma.gov.np/np/situation-report/442). Save the Children unterstützte seitdem mehr als 7.500 Menschen, darunter etwa 2.300 Kinder, mit Nothilfe. Außerdem arbeitet die Kinderrechtsorganisation mit lokalen Behörden und Partnern zusammen, um Schutzmaßnahmen in den Camps zu verstärken. Dazu gehören Aufklärungsarbeit zu geschlechtsspezifischer Gewalt und Frühverheiratung sowie psychosoziale Unterstützung. Zudem unterstützt Save the Children die Polizei an Kontrollpunkten dabei, Anzeichen von Menschenhandel und Ausbeutung zu erkennen und darauf zu reagieren. So wird dazu beigetragen, dass gefährdete Personen Zugang zu Sozialschutzdiensten erhalten.
Save the Children ist seit 1976 in Nepal tätig. Die Organisation unterstützt Kinder und Familien in den Bereichen Gesundheit und Ernährung, Bildung, Kinderschutz, Kinderrechtspolitik, Gleichstellung der Geschlechter, Anpassungen an die Klimakrise sowie Kinderarmut.
Bitte unterstützen Sie die Nothilfe von Save the Children mit Ihrer Spende:
IBAN: DE96370205000003292912
BIC: BFSWDE33XXX
SozialBank
Stichwort: Sturzflut Nepal
https://www.savethechildren.de/unterstuetzen/nothilfe/spenden-sturzflut-nepal/
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 226
Mail: presse@savethechildren.de
Original-Content von: Save the Children Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/106106/6358418
Einen Monat nach der verheerenden Sturzflut in Nepal leben immer noch mehr als 1.000 Menschen (https://ndrrma.gov.np/np/situation-report/442) in Notunterkünften - was vor allem für Mädchen besondere Risiken mit sich bringt. Mädchen berichteten Mitarbeitenden von Save the Children, sie hätten Angst um ihre Sicherheit, weil sich unbekannte Personen in Gemeinschaftsräumen von Sammelunterkünften aufhielten. In Zelt-Camps am Rande von Städten herrscht durch unzureichende Beleuchtung nachts ein zusätzliches Sicherheitsrisiko. Familien, die weit entfernt von ihren Heimatorten Zimmer gemietet haben, fehlt der Schutz durch die vertraute Gemeinschaft.
Die Kinderrechtsorganisation warnt davor, dass die ohnehin bestehenden Risiken von Gewalt, Menschenhandel, Ausbeutung und Frühverheiratung infolge der Katastrophe zunehmen könnten. Laut der Volkszählung von 2021 waren mehr als ein Drittel der Mädchen (https://censusresults.nsonepal.gov.np/population) in Nepal bei ihrer Hochzeit minderjährig. Mädchen, die als Kinder verheiratet werden, brechen mit höherer Wahrscheinlichkeit die Schule ab, werden früher schwanger, sind in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt und erleben im Laufe ihres Lebens oft vielfältige Formen geschlechtsspezifischer Gewalt.
"Mädchen sind oft die Ersten, die den Zugang zu Bildung verlieren, und die Letzten, die ihn wiedererlangen", sagt Tara Chettry, Länderdirektorin von Save the Children in Nepal. "Und jeder Tag ohne Schule bedeutet weniger Schutz. Mädchen benötigen unsere besondere Unterstützung. Der Schutz ihrer Rechte, ihrer Sicherheit und ihrer Chancen muss im Mittelpunkt der Hilfsmaßnahmen und des Wiederaufbaus in Nepal stehen."
Hinzu kommt die Gefahr von Menschenhandel. Zwischen 2024 und 2025 wurden der Polizei mehr als 11.500 vermisste Frauen und Mädchen gemeldet, von denen laut der Nationalen Menschenrechtskommission fast jede Vierte unauffindbar blieb. Angaben von Überlebenden deuten darauf hin, dass 41 Prozent (https://www.nhrcnepal.org/uploads/publication/TRAFFICKING_IN_PERSONS_IN_NEPAL(NATIONAL_REPORT_2026)1.pdf) zur Prostitution ausgebeutet wurden und mehr als ein Drittel Mädchen waren.
Bei der Flutkatastrophe am 26. August kamen mindestens 1.400 Menschen ums Leben, etwa 5.700 werden weiterhin vermisst (https://ndrrma.gov.np/np/situation-report/442). Save the Children unterstützte seitdem mehr als 7.500 Menschen, darunter etwa 2.300 Kinder, mit Nothilfe. Außerdem arbeitet die Kinderrechtsorganisation mit lokalen Behörden und Partnern zusammen, um Schutzmaßnahmen in den Camps zu verstärken. Dazu gehören Aufklärungsarbeit zu geschlechtsspezifischer Gewalt und Frühverheiratung sowie psychosoziale Unterstützung. Zudem unterstützt Save the Children die Polizei an Kontrollpunkten dabei, Anzeichen von Menschenhandel und Ausbeutung zu erkennen und darauf zu reagieren. So wird dazu beigetragen, dass gefährdete Personen Zugang zu Sozialschutzdiensten erhalten.
Save the Children ist seit 1976 in Nepal tätig. Die Organisation unterstützt Kinder und Familien in den Bereichen Gesundheit und Ernährung, Bildung, Kinderschutz, Kinderrechtspolitik, Gleichstellung der Geschlechter, Anpassungen an die Klimakrise sowie Kinderarmut.
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Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.
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